BV-Mehrheit für Bauland am Alten Angerbach

Der 15 Hektar große Acker östlich der Stadtbahn (oberer Bildrand Mitte) soll zu Bauland entwickelt werden.
Der 15 Hektar große Acker östlich der Stadtbahn (oberer Bildrand Mitte) soll zu Bauland entwickelt werden.
Foto: Hans Blossey
Was wir bereits wissen
In der gemeinsamen Sitzung mit dem Planungsausschuss hat sich am Donnerstag eine Mehrheit der Bezirksvertretung Süd für die Ausweisung von Bauland im Huckinger Süden ausgesprochen.

Huckingen..  Für die Entwicklung eines 15 Hektar großen Areals am alten Angerbach in Huckingen weiß die Stadtplanung auch eine politische Mehrheit im Süden hinter sich. In einer gemeinsamen Sitzung von Bezirksvertretung Süd und Ausschuss für Stadtplanung sprachen sich am Donnerstag neben der SPD auch CDU und Junges Duisburg (JuDU) für eine Bebauung der Freifläche hinter der Stadtbahnlinie. Im Dreieck zwischen Hermann-Spillecke-Straße und Angerbach könnten ab 2017 bis zu 200 Wohneinheiten entstehen, hatte Baudezernent Carsten Tum zuvor erklärt.

SPD: Eine Erfolgsgeschichte

Zu entscheiden hatten Ausschuss und BV Süd am Donnerstag nicht über die Frage, ob der Rat am 22. Juni einen Aufstellungsbeschluss fassen soll für einen Bebauungsplan, der die Entwicklung in Gang setzen soll. Ab 2017, so Tum, könnte die Vermarktung von Grundstücken für den Bau von Einfamilienhäusern beginnen.

Verhindert will das der Bürgerverein Huckingen, der sich in dieser Woche mit einem offenen Brief an die Verwaltung gewandt hatte (wir berichteten). „Uneingeschränkt“, so Dr. Sebastian Ritter, schließen sich die Grünen in der BV der Argumentation des Bürgervereins an. Es drohe die „Versiegelung einer der letzten großen Freiflächen im Ortsteil“, führte die Ratsfrau und Huckingerin Anna von Spiczak . Sie verwies auf die Klimaanalyse des Regionalverbandes Rhein-Ruhr, der die Bedeutung des Areals betont habe, und die Biotope am Alten Angerbach, in denen bedrohte Arten wie der Eisvogel heimisch sind. Die Stadtplanung gebe das von ihr selbst formulierte Ziel auf, Entwicklung vor allem im Bestand zu betreiben, beklagt die grüne Fraktionssprecherin Claudia Leiße.

Die Linke sprach sich dagegen aus, einzig „hochwertige Bebauung“ an dieser Stelle vorzusehen. „Auch sozialer Wohnungsbau wäre dort schön“, so Ratsherr Mirze Edis.

Eine Mehrheit von Sozial- und Christdemokraten in der BV ist jedoch für eine Umwandlung des Ackers zu Bauland. „Wir sollten das als Chance begreifen“, meint SPD-Fraktionschefin Beate Lieske: „Die Erfolgsgeschichte Angerbogen I hat gezeigt, wie der Stadtteil profitieren kann.“ Die Stadt müsse den Zuzug in Huckingen ermöglichen, um einen stabile Infrastruktur erhalten zu können. „Wünschenswert“ ist die Entwicklung auch für Thomas Susen (CDU). Sie solle aber nicht einem Bauträger überlassen werden. „Dort darf keine Reihenhaus-Siedlung entstehen“, so Susen.

Arrondierung oder Ausweitung der Siedlungsfläche

Von einer „Arrondierung“ spricht Carsten Tum bei der Entwicklung der Ackerfläche östlich der Stadtbahn. Die Bebauung sei die Fortsetzung und Abrundung der Entwicklung, die im Angerbogen begonnen wurde.

Anders sieht das der Bürgerverein Huckingen, der von einer Ausweitung des Siedlungsbereiches gen Süden spricht. Diese, so der Vorsitzende Rolf Peters, habe schon mit der Bebauung im Angerbogen begonnen.