Bürgergemeinschaft Wedau antwortet

Was wir bereits wissen
Nur mit fehlender Ortskenntnis können sich die Bürger die Haltung der Stadt erklären.

Duisburg.. Im Streit um den weiteren Zugang zum Nordufer des Wambachsees meldet sich jetzt die Bürgergemeinschaft Wedau (BG). Nur mit Unkenntnis der Örtlichkeiten kann sie sich die Haltung der Stadtverwaltung erklären. Die beharrt neuerdings darauf, dass der vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf 2013 vereinbarte Zugang längst vorhanden und auch durch den Verkauf und die Bebauung der dortigen Grundstücke nicht gefährdet sei.

„Ganz eindeutig hat die Stadt ihre Verpflichtung gegenüber der Bürgergemeinschaft nicht erfüllt“, stellen Hans-Jürgen Lehmann und Jürgen Trabert, die beiden Sprecher, fest.

Entlang vom Westufer des Wambachsees möge es ja einen Rettungsweg geben, schreiben sie. Dieser Weg führe aber erstens nicht, was nötig wäre, über den Wambach, der dort kanalmäßig als Überlauf in den Dickelsbach verläuft. Dazu fehle es an einer Brücke über diesen Kanal. Zweitens werde sein Zugang von der Neidenburger Straße regelmäßig durch parkende Autos versperrt. Drittens fehlten dort das für einen Rettungsweg nötige absolute Halteverbot und die Absenkung des Bürgersteigs.

Sitzgruppe jetzt kein Thema mehr

Aber um diesen Weg sei es auch vor Gericht nie gegangen, auch wenn die Stadt es jetzt so darstelle. Es gehe um den verbliebenen öffentlich zugänglichen Teil des Nordufers vom Wambachsee. Das übrige Nordufer sei ja seit den 1960er Jahren auch durch Duisburger Stadtprominenz verbaut worden.

Da sei es doch seltsam, so Jürgen Trabert, dass die Stadt erst vor einiger Zeit in diesem Bereich sogar einen Tisch, Bänke und einen Abfallkorb aufgestellt habe, jetzt aber den nötigen offiziellen Zugang dazu verleugne. Der verlief bisher über eines der inzwischen verkauften Baugrundstücke.

Und für genau den Fall, dass der Zugang durch diese Bebauung verloren geht, habe man sich vor dem Verwaltungsgericht darauf geeinigt, einen Ersatz zu schaffen. Der oben beschriebene Weg komme dafür nicht in Frage, weil man von dort aus den Wambach nicht sicher überqueren kann.

Kostenloses Hinterland für Bauherren

Wenn es beim Verzicht auf diesen Zugang bliebe, schlussfolgern die beiden Sprecher der BG, hätte das folgende fatale Konsequenz: Dann würde der Zugang für Bürger und Kanu fahrende Kinder abgeschnitten und der Uferstreifen quasi kostenlos zum Hinterland der verkauften Baugrundstücke. Das aber sei ja nicht der Sinne des Vergleichs gewesen, wonach nur ein Teil der dortigen städtischen Flächen verkauft werden durfte.

Ziel der BG war ursprünglich, die Bebauung dort überhaupt zu verhindern. Wenn sie aber schon nicht zu verhindern war, dann wenigstens sollten kleinere Baugrundstücke für mehr als nur 200 Euro pro Quadratmeter Erlös, wie ursprünglich vorgesehen, verkauft werden.