Buchholzer kennen schon das neue Pufpaff-Programm

Sebastian Pufpaff, Bonner mit schickem Outfit und scharfem Seitenscheitel.
Sebastian Pufpaff, Bonner mit schickem Outfit und scharfem Seitenscheitel.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Sebastian Pufpaff begeistert bei der Klinikkultur in der Buchholzer Unfallklinik mit der Vorpremiere seines neuen Programms das Publikum.

Buchholz..  Die Klinikkultur-Fans können sich eigentlich nie über das Programm-Angebot beklagen. Diesmal setzte Chefin Monika Langenberg mit der Verpflichtung Kabarettisten Sebastian Pufpaff, der sich in den letzten Jahren stark in den Vordergrund gespielt hat, jedoch noch einen drauf.

Nicht nur, dass mit dem smarten Bonner einer aus den Top Ten der deutschen Kabarett-Szene in der Buchholzer Unfallklinik vorbeischaute, ist erwähnenswert, auch der Anlass war ein ganz besonderer. Pufpaff präsentierte am Donnerstagabend vor ausverkauftem Haus ausgerechnet auf der Klinikum-Kleinkunstbühne sein noch gar nicht offiziell gestartetes zweites Solo-Programm „Auf Anfang“. Dass die Vorpremiere – der eigentliche Tourneestart folgte einen Tag später im Bonner Pantheon-Theater – für die Besucher und den Künstler selbst von ganz besonderem Reiz war, war von Beginn an zu spüren. Nervös war der derzeit aus diversen TV-Satire-Formaten („Kabarett-WG“, „Heute-Show“, Ex-„Satire-Gipfel“) gar nicht mehr wegzudenkende Pufpaff zwar nicht, aber eine gewisse Anspannung, verbunden mit einer besonders wachen Wahrnehmung bezüglich der Publikumsreaktion, war schon zu bemerken.

Sorgen muss sich der Bonner mit dem schicken Outfit und dem unverkennbaren scharfem Seitenscheitel nach dem Auftritt nun wirklich nicht machen; der Mix aus Kabarett und Comedy überzeugte das Buchholzer „Fach-Publikum“ auf ganzer Linie und scheint echt Tournee-tauglich. Pufpaff ließ natürlich keines der aktuellen Themen aus, kommentierte die Dresdener Pegida-Demonstrationen dabei „verständnisvoll-ironisch“ mit der Feststellung: „Was die in Kanada an Schneemengen haben, haben die in Dresden an Ausländern.“

Bitterböse wurde der Kabarettist, wenn es um beliebte und gern gepflegte Vorurteile ging. „Schlimm ist das ja mit den rumänischen Kinderbanden. Meiner Nichte haben sie in der Schule das Handy geklaut – die hat noch Glück gehabt, das waren Deutsche.“ Pufpaff spielte auch mit Vergnügen den ständig schlecht gelaunten und misstrauischen Mitbürger, der sich über das freundliche „Guten Morgen“ des türkischen Ladenbesitzers echauffiert: „Unglaublich, was pöbelt der mich an?“ Über gewaltbereite islamistische Kämpfer hat sich der 38-Jährige auch so seine Gedanken gemacht: „Wie übt man eigentlich Selbstmord-Attentate?“ Pufpaff bleibt beim Thema: ““Warum fragen sich die jungen Männer eigentlich nicht, warum sich ihre Hass-Prediger bei den ,tollen Aussichten im Himmel’ nicht selbst in die Luft sprengen?“ Auch Tebartz-van Elst ist noch nicht vom Radar-Schirm der deutschen Kabarett-Szene verschwunden. Die Auslieferung des Luxus-BMW Anfang letzten Jahres, für dessen Kauf auch auf Nachfrage offensichtlich keiner verantwortlich war, kommentierte Pufpaff trocken: „Das scheint die erste unbefleckte Auto-Bestellung in der Geschichte der Automobilgeschichte gewesen zu sein.“