Bombensuche hat nun in Krefeld begonnen
11.01.2010 | 16:28 Uhr 2010-01-11T16:28:00+0100
Begleitet von einem großen Medienaufgebot begann der Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Düsseldorf mit der Untersuchung der Trasse der Kohlenmonoxid-Leitung auf linksrheinischer Seite zwischen der Rheinunterführung und dem Werksgelände des Chemparks.
Detektiert wurde mit dem gleichen Verfahren wie in Mündelheim, mit einem Traktor wurden die geomagnetischen Messgeräte bis jeweils sechs Meter nach rechts und links von der Fernleitung über die zu untersuchende Fläche gefahren. Auch hier werden zunächst nur die Daten aufgenommen, die dann später bei der Behörde in Düsseldorf aufgewertet werden.
Nach dem Fund der Zehn-Zentner-Bombe auf dem Acker in Mündelheim kurz vor der Rheinquerung der Pipeline meldet sich nun Harald Molder von der Zeitzeugenbörse Duisburg zu Wort. Er betont, dass der Duisburger Süden als Abwurfzone für junge und ängstliche Piloten, die nicht durch den Flakgürtel am Rhein fliegen wollten, gedient habe.
Zu der vom Kampfmittelräumdienst veröffentlichten Karte über die Auswertung der Luftbilder merkt Molder an, er hier die Beurteilung der Relikte vorgenommen habe und wer vor allem die in der Karte eingezeichneten Beschussgrenzen festgelegt habe. Molder: „Südlich von Haus Böckum befand sich eine Flakstellung mit mehreren Geschützen, die im Plan nicht auftaucht. Luftbilder existieren in meinem Archiv (und sicherlich auch beim Reg. Präs.).
Aus Zeitzeugenberichten ist bekannt, dass die Geschützbesatzungen kurz vor Kriegsende Flakmunition in Unmengen in Bombentrichter in den Feldern rund um Huckingen und Serm (von der Flak an den Schulen in Ehingen!) geworfen und vergraben haben. Der Artilleriebeschuss mit bis zu 6 Mio Geschossen aus mehr als 5000 Geschützen alleine zwischen Orsoy und Uerdingen war vom 6. März bis 11. April 1945.
Geschütze aus Richtung Gellep, Nierst bis hinunter nach Meerbusch, also von Süd/Süd West des Mündelheimer Rheinbogens, erreichten Rahm und die Krefelder Straße.”
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