Bissingheimer wehren sich gegen Kritik

Auf dem Dorfplatz in Bissingheim ist nicht mehr viel los.Foto:Stephan Glagla.
Auf dem Dorfplatz in Bissingheim ist nicht mehr viel los.Foto:Stephan Glagla.
Foto: Stephan Glagla / Funke Foto Serv
Was wir bereits wissen
Nachdem sich der ehemalige Bissingheimer Herbert Scholzen kritisch über den Zustand des Stadtteils äußerte, kontern nun Vertreter des Bürgervereins: „Die Vorwürfe sind haltlos“

Bissingheim..  Verärgert reagieren die Deutsche Annington und der Bürgerverein Wedau-Bissingheim auf die Kritik von Herbert Scholzen aus Huckingen. Der frühere Bissingheimer hatte ihnen vorgeworfen, dem Niedergang des Ortsteils tatenlos zuzusehen.

„Das ist schon frustrierend, wenn man vom jemandem kritisiert wird, der sich selbst nicht engagiert“, sagt Bürgervereins-Vorsitzender Wolfgang Gebhard. „Hätte er sich vorher mal mit uns in Verbindung gesetzt, hätte er gemerkt, dass manche Vorwürfe haltlos sind“, ergänzt sein Vize Bernd Piplack.

Rampen sind technisch nicht möglich

„Nehmen wir nur mal die fehlende Barrierefreiheit der alten Ladenlokale am Dorfplatz“, sagt Gebhard. „Dazu Rampen zu bauen, ist technisch gar nicht möglich.“ Sie würden entweder die Kellerfenster bedecken oder zu steil ausfallen.

Wolfgang Gebhard will nicht alles schönreden. Aber: „Immerhin läuft der Wochenmarkt hier gut. Sonst hätten die Händler sich längst zurückgezogen.“ Es seien ja auch die Senioren, die woanders einkaufen würden. „Schauen Sie mal, wie viele Menschen mit Rollatoren man bei Edeka in Huckingen sieht.“ Auch alte Menschen seien heute mobil.

„Wir wollten den Dorfplatz mit regelmäßigem Boule-Spiel beleben, haben das mit einem Turnier angestoßen“, fährt Gebhard fort. Die Kugeln könnten in der Bäckerei oder in der Gastwirtschaft ausgeliehen werden. „Es wird nicht angenommen. Da kommt man irgendwann nicht weiter.“

Jeder jüngere Geschäftsmann am Dorfplatz müsste neue Wege gehen, müsste z.B. Musik-Events anbieten. „Das ist auch ein Wagnis“, sagt Gebhard. Es sei heute nun einmal schwierig, sich als Selbstständiger zu behaupten.

„Bei uns im Bürgerverein gibt es keine Hierarchien“, sagt der Vorsitzende. „Da hat der Beisitzer genauso viel zu sagen wie der Vorsitzende.“ Und der Bürgerverein setze sich weiter ein. „Die neue Stele mit den Schaukästen. Das war ein Jahr Arbeit“, gibt der Vorsitzende zu bedenken. Die anderen Vereine mussten eingebunden werden. Die städtischen Wirtschaftsbetriebe mussten dazu gebracht werden, sie dort aufzustellen. „Keiner sieht, was an Arbeit dahinter steckt.“

„Wir treffen uns monatlich, außer in den Ferien“, ergänzt Bernd Pip­lack. „Es ist ungerecht, über uns so zu urteilen.“ Über 20 Jahre habe der Bürgerverein gebraucht, um den Gehweg parallel zur Bissingheimer Straße zu bekommen. „Alle fünf Jahre wechseln die Ansprechpartner bei der Stadt“, sagt Wolfgang Gebhard.

Genauso lange fordere man Ölabscheider für das Regenwasser von der Autobahn. Es fließt bislang ungehindert in die Sechs- Seen-Platte. „Aber da tut sich was“, kündigt er an. Man sei ja immer nur Bittsteller bei den Behörden. Und die Bissingheimer Gräben würden mittlerweile auch wieder gepflegt.

Man halte das örtliche Kriegsopfer-Denkmal in Ordnung. Und auch die Vorbereitungen für die 100-Jahr-Feier Bissingheims 2018 hätten schon begonnen.

Einen Runden Tisch gebe es im Ort zur Zeit nicht. „Aber wir wollen uns als Wedau-Bissingheimer Vereine gemeinschaftlich in die Planung für das Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs einbringen“, kündigt Gebhard an.