Bezirksvertretung Süd - Denkmalschutz statt Rheinquerung

„Enteignet und abgerissen“ werden müsste ein Teil der denkmalgeschützten Schulz-Knaudt-Siedlung für den Brückenschlag, befürchten die Politiker.
„Enteignet und abgerissen“ werden müsste ein Teil der denkmalgeschützten Schulz-Knaudt-Siedlung für den Brückenschlag, befürchten die Politiker.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Bezirksvertreter stimmen gegen Brücke in Duisburg-Wanheim. Für Rheinquerung müssten Wohngebiete abgerissen werden wie die Schulz-Knaudt-Siedlung.

Duisburg.. Unter den Anträgen, die die SPD gemeinsam mit Grünen und Linken in die vergangene Sitzung der Bezirksvertretung Süd eingebracht hatte, betrafen einige den Stadtteil Wanheim-Angerhausen. Für besonderes Aufsehen sorgte bei den Sozialdemokraten eine im Rahmen von Duisburg 2027 vorgesehene Rheinquerung.

Rheinquerung

Eine Fehlplanung nennt die SPD dieses Vorhaben: Die Rheinquerung, die der Vorläufer des neuen Flächennutzungsplanes von Logport I zu Logport II vorsieht, ist ihrer Ansicht nach an der vorgesehenen Stelle nicht durchführbar. Denn dort würde sie entweder durch das Wohngebiet Alt-Wanheim führen oder durch die denkmalgeschützte Schultz-Knaudt-Siedlung. „Das ist völlig irreal und absurd“, beurteilt Hartmut Ploum, Bezirksvertreter für Wanheim-Angerhausen, die derzeitige Planung.

Mehr Verkehr über Ehinger Straße

Der Antrag moniert: „Hier müsste für einen Brückenschlag ein ganzes Wohnviertel enteignet und abgerissen werden.“ Außerdem flösse dann noch mehr Verkehr über die Ehinger Straße, dabei sei die ohnehin schon überlastet. Im Antrag heißt es weiter: Das würde „die bestehende Verkehrsproblematik in katastrophaler Weise verschärfen“.

Ebenso problematisch sei eine Brückenführung südlich von Wanheim bis zum Tor 2 der Hüttenwerke Krupp-Mannesmann (HKM): Hier müsste zusätzlich eine Eisenbahnlinie gekreuzt werden, wodurch die Strecke wiederum durch Wohngebiet oder denkmalgeschützte Siedlung hindurchführen würde. „Hier müssten entweder Wohngebiete oder weite Gewerbeareale abgerissen werden“, steht im Änderungsantrag.

Lkw auf Bundesstraßen leiten

Die Lösung der SPD sieht stattdessen eine Rheinquerung südlich von HKM vor. Der Antrag präzisiert hierzu, das Suchgebiet für den Brückenschlag solle sich beschränken auf den Bereich „südlich der Bebauung Hüttenheim und nördlich des Anschlusses Mannesmannacker“. Das ermögliche einen kurzen Anschluss an die Auffahrt Mannesmannacker. Der Lkw-Verkehr könne auf diese Weise sofort auf die Bundesstraßen geleitet werden, ohne Wohngebiete durchqueren zu müssen. Bei einer Enthaltung von Junges Duisburg stimmte dem gemeinsamen Antrag von SPD, Grünen und Linken auch die CDU zu.

Honnenpfad

Nicht einverstanden sind SPD, Grüne und Linke auch mit dem in den sogenannten Teilräumlichen Strategiekonzepten festgehaltenen Plan, eine Fläche am Honnenpfad als optionale Fläche für Wohnbebauung auszuweisen. Dabei handelt es sich nämlich um die Bezirkssportanlage für SV Wanheim und TV Wanheim, was Ploum zu der Aussage bringt: „Das ist eine Provokation der Verwaltung. Das muss rausfliegen.“ Ohnehin sei die Fläche für Häuslebauer nicht geeignet: „Nördlich haben wir ein Kraftwerk, östlich die Eisenbahn.“ Der Änderungsantrag sieht vor, die Fläche stattdessen als „zu sichernde Grün- und Freiraumfläche“ auszuweisen. Die Bezirksvertretung stimmte einstimmig zu.

Knevelshof

Auf Zustimmung stößt bei Rot-Rot-Grün hingegen das Vorhaben, auf dem Gelände der Hauptschule Knevelshof nach deren Aufgabe (spätestens 2019) Wohnbebauung zu schaffen. Ploum bewertet diesen Plan so: „Das ist das Beste, was man da machen kann.“