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CO-Pipeline

Bezirksregierung legt Revision wegen CO-Pipeline ein

25.08.2011 | 17:10 Uhr
Bezirksregierung legt Revision wegen CO-Pipeline ein
Blick in den Glassaal des Verwaltungsgerichts. Am 23.5.2011 beginnt die mündliche Verhandlung, im Verfahren gegen die von der Firma Bayer geplante CO Pipeline vor der 3. Kammer des Verwaltungsgerichts Düsseldorf. | Foto: Uwe Schaffmeister / WAZ Fotopool

Auf den letzten Drücker hat nun auch die Düsseldorfer Bezirksregierung Berufung gegen das Urteil der dritten Kammer des Verwaltungsgerichtes Düsseldorf vom 25. Mai dieses Jahres eingelegt. Das Gericht hatte im Mai der Klage gegen die Genehmigung der Pipeline teilweise stattgegeben und trug der Bezirksregierung auf, weiter zu prüfen inwieweit die Trasse erdbebensicher ist. In wichtigen Punkten wurde die Klage von Pipeline-Gegnern jedoch auch abgewiesen: Bei der Trassenführung, der Sicherheit des Materials und bei der Enteignung von Grundstücken hatte das Verwaltungsgericht keine Einwände.

Die Frist zur Einlegung der zugelassenen Berufung endet an diesem Donnerstag. Nachdem die Aufsichtsbehörde in der Landeshauptstadt das schriftliche Urteil einen Monat studiert hat, legte sie fristgerecht Berufung ein.

Für Erich Hennen, Sprecher der Duisburger Bürgerinitiative COntra Pipeline , ist der Schritt der Bezirksregierung keine Überraschung. „Das habe ich erwartet. Wenn die Bezirksregierung keine Berufung eingelegt hätte, wäre sie bei der Revision beim Oberverwaltungsgericht nicht beteiligt gewesen.“

Die Bezirksregierung begründete am Donnerstag ihre Berufung: „Aufgrund des umfangreichen Sach- und Streitgegenstandes ist eine intensive Prüfung der Urteilsgründe erforderlich. Das umfangreiche Protokoll der mündlichen Verhandlung ist der Bezirksregierung erst am 15. August zugegangen und muss in technischer und rechtlicher Sicht noch ausgewertet werden.

CO-Pipeliner-Gegner werfen Bayer Lärmterror vor

Wegen der erforderlichen umfangreichen Prüfung hat die Bezirksregierung die Verlängerung der Begründungsfrist beantragt. Hierüber entscheidet das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen. Ohne eine solche Verlängerung endet die Frist zur Begründung der Berufung am 25. September.“

Schweres Geschütz fuhr indes Dieter Donner, Sprecher der südlichen Bürgerinitiativen gegen die Bayer-Pipeline auf. Arbeiten an der Pipeline in Monheim bezeichnete Donner als einen „Lärmterror“, den Bayer veranstaltet. Als Ausbesserung „kleinerer Schäden der äußeren Kunststoff-Ummantelung aus“ hatte Bayer die Isolationsarbeiten an der Pipeline angekündigt. Die Bezirksregierung hatte genehmigt, dass im Bereich Monheim Arbeiten an der äußeren Kunststoff-Isolierung der Kohlenmonoxid-Pipeline von Bayer Material Science vorgenommen werden dürfen.

Der Konzern zu den Arbeiten: „Nachdem die Rohre der CO-Pipeline vollständig verlegt waren, wurde die Kunststoff-Isolierung planmäßig auf eventuelle Schäden geprüft. Im südlichen Trassenbereich ergaben sich dabei Hinweise auf fünf schadhafte Stellen, eine davon auf Monheimer Stadtgebiet. Bei den entdeckten Fehlstellen handelt es sich um kleine Schäden an der äußeren Isolierung zum Korrosionsschutz – also nicht am eigentlichen Rohr. Verkratzungen der Kunststoff-Ummantelung können bei aller Einbau-Sorgfalt vorkommen.“

Die Ausführung der Arbeiten, so Dieter Donner, habe Bayer als Freibrief für unbeschränkte Lärmbelastung empfunden. Die Mitteilung von Bayer zu den Arbeiten kommentiert Dieter Donner: „Von dem grobschlächtigen Verpressen des Mantelrohrs an der Berghausener Straße (G 45 in der offiziellen Karte nahe Wasserskizentrum) kein Wort und auch nicht davon, dass dort über dem alten Mantelrohr ein weiteres Mantelrohr und etwa drei Meter näher an der Straßendecke verpresst wurde, da offensichtlich das alte Rohr nicht zu bergen war. Das gilt allerdings nicht nur für das Mantelrohr, sondern auch für das alte Pipelinerohr, das schon  ‘stressdruckgeprüft’ war. Dafür soll jetzt ein ‘neues’ Pipelinerohr oberhalb eingezogen werden.“

Inzwischen hat Dieter Donner die ihm von der Bezirksregierung zugesagte Möglichkeit der Akteneinsicht wahrgenommen. Erich Hennen: „Dabei hat Dieter Donner weitere prekäre Punkte gefunden.“ Auch Hennen hat bei der Bezirksregierung Akteneinsicht beantragt.

Florian Müller

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Kommentare
26.08.2011
10:35
Bezirksregierung legt Revision ein
von DerNachdenker | #2

Der 25. September ist übrigens ein Sonntag, womit der Fristablauf auf Montag, den 26. September fällt.

@#1 Ja ja, das ist Qualitätsjournalismus.
Hab mir auch schon überlegt ob ich mir mal die Zeit nehmen soll, hier auf alle Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler hinzuweisen... :-)

26.08.2011
09:43
Bezirksregierung legt Revision ein
von propipeline | #1

Schweres Geschütz? Wie immer hat Herr Donner die passenden diffamierenden Worte parat. Lärmterror. Seit Jahren terrorisieren die BI die Menschen entlang der Pipeline mit möglichen Horrorszenarien die Aufgrund unwahrscheinlichster Gegebenheiten auftreten können. Der Wert der Immobilien entlang der Pipeline ist dank der tollen BI immer weiter gesunken. Wer nicht mitspielt ist ein Bayer Büttel und wird in seiner eigenen Umgebung von den BI vor Ort diffamiert. Wann wir solche Zustände schon mal hatten wissen die Älteren Menschen. Tja, gelernt ist gelernt. Wer nicht mit marschiert ist gegen uns.
Vor Gericht erzielen die BI nur Teilerfolge in Kleinigkeiten die bisher nur zur Verzögerung der Inbetriebnahmen führten. Florian Müller druckt jede Äußerung von Herrn Hennen und Herrn Donner ein zu eins ab. Ist das noch seriöse Berichterstattung?
Eine Person will weiter Klagen, so weit sind wir in Deutschland. Das eine Privatperson ganze Industriezweige lahm legen kann.

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