Begleitung für die Mittagspause

Die gute alte Schule – manche können es einfach, manche versagen kläglich. Vor kurzem wurde ich von einem Bekannten gefragt, ob ich denn mal Lust hätte, mit ihm Essen zu gehen. Ein Date – dachte ich zumindest. Ich hatte nichts zu tun und Hunger, also sagte ich zu und machte mich auf den Weg nach Düsseldorf. Als ich ankam, erfuhr ich, dass ich seine Mittagspausen-Begleitung war. Blieben mir also rund 30 Minuten, um das Essen runterzuschlingen. Während er auf wichtigen Business-Menschen machte und von seinem neuen Auto erzählte, erwähnte er auch seine neue, großartige Wohnung, die er sich mit seiner Freundin teilt.

Mit seiner Freundin? Ich verschluckte mich an meinen Nudeln und fragte mich, was ich hier eigentlich mache. Zum Glück war die Mittagspause vorbei, und ich konnte mich aus dem Staub machen. Die Rechnung musste ich selber zahlen. Als es draußen im Strömen regnete, ich in mein Auto stieg und er mich bat, ihn zurück zu seiner Arbeit zu fahren, schlug ich ihm die Tür vor seiner Nase zu. Er wollte es so: Die Rechnung hatte er ohne mich gemacht.