Bauen - eine Frage des Vertrauens
05.11.2009 | 11:23 Uhr 2009-11-05T11:23:00+0100Eigenheime Im Bonnefeld: Nicht von vornherein schlechte Absichten unterstellen, sagt NH-Chefin Monique van Zutphen.
Gar nicht einverstanden sind die Verantwortlichen der NHReal Estate und ihrer Partnerfirma, der NH Building, mit der Kritik des Essener Rechtsanwalts Harald Haakshorst an der Vertragsgestaltung für die insgesamt 18 Reihenhäuser, die Im Bonnefeld gebaut werden sollen (wir berichteten). Nach Angaben der neuen Geschäftsführerin Monique van Zutphen soll im November mit dem Bau begonnen werden, sofern die Fördermittel der Wohnungsbau-Fördungs-Anstalt (WFA) bei den Käufern sichergestellt sind. Haakshorst vertrete zudem einen ehemaligen Kunden, sei von daher parteiisch.
Haakshorst hatte wegen fehlender Innentüren und noch erforderlicher Trockenbauarbeiten in den Häusern von einem „veredelten Rohbau” gesprochen, den die Käufer erwerben würden. Van Zutphen weist das entschieden zurück: „Ein veredelter Rohbau, das wäre ein verputztes Haus mit Dachpfannen, Haustür, Fenstern und Treppe”, sagt sie. „Alles andere ist Innenausbau, nämlich die Roh- und Feininstallation von Heizungs-, Sanitär- und Elektroanlagen, Innenputz und Estrich, Fliesen, Innentüren sowie Hausanschlüsse”, so die 39-Jährige.
„Das gehört bei uns alles dazu”, betont sie, bis auf die Hausanschlüsse, die Fliesenarbeiten in Bad und Gäste- WC,die Innentüren sowie Maler- und Tapezierarbeiten und Teppichböden. Im Dachgeschoss sei nur der Hauswirtschaftsraum ausgebaut. Das übrige Dachgeschoss könne in Eigenleistung ausgebaut werden und darauf bezöge sich der Begriff „sämtliche Trockenbauarbeiten”. Zur Vertragskonstruktion selbst sagt van Zutphen, „wir wenden das verdeckte Bauherren- Modell an, aber unterwerfen es komplett den Regeln der Makler- und Bauträgerverordnung”. Es würden also getrennte Konten für jeden Bauherrn geführt, die auch jederzeit durch einen Wirtschaftsprüfer geprüft werden könnten. „Eine gesetzliche Prüfpflicht ist mittlerweile aber nicht mehr gefordert”, ergänzt sie.
Die erste von insgesamt sieben Baupreisraten müsse deshalb gesplittet werden, weil der anteilige Preis für das Grundstück an die NH Real Estate gehe, die Differenz zu 25 % der Gesamtbaukosten – maximal 2000 Euro – jedoch zum gleichen Zeitpunkt an die NH Building. „Bis zur Fertigstellung des Rohbaus”, so van Zutphen, „finanziert NH Building komplett vor.” Im übrigen dürfe man nicht, wie Haakshorst es mache, vom denkbar schlechtesten Fall, von betrügerischem Vorgehen, ausgehen.
„Ein Vertrag dient dazu, sich zu vertragen.” Käufer, die nach sechs Monaten noch von ihrem Rücktrittsrecht von beiden Verträgen Gebrauch machten, gingen kein finanzielles Risiko ein. „Alle Kosten bleiben bei uns hängen.” Auch bei der Fertigstellung gebe es keine Risiken. Eventuelle Mängel würden bei einer gemeinsamen Begehung in einem Protokoll mit dem Bauherrn festgehalten. Die letzte Rate (3,5 % der Gesamtbaukosten) müsse erst geleistet werden, wenn alle Protokollpunkte abgearbeitet seien. Übrigens dürften die Bau herren einen Sachverständigen zur Protokollierung mitbringen.
„Vorher”, so Monique van Zutphen, „haben wir keinerlei Möglichkeit, die letzte Rate beim Bauherrn anzufordern.” Auch Haakshorsts Vorwurf, die Verträge würden eine unzulässige Umkehr der gesetzlichen Beweislast bei Mängeln enthalten, sei falsch, so NH. „Das bezieht sich nur auf den Fall”, so die Geschäftsführerin, „dass ein Bauherr ohne gemeinsame Erstellung des Mängelprotokolls einzieht.”
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