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Bald ist Schluss mit der Raumnot

26.01.2013 | 09:00 Uhr
Bald ist Schluss mit der Raumnot
Richtfest für den Anbau bei der Kindernothilfe am Sittardsberg. Vorstandsvorsitzender Dr. Jürgen Thiesbonenkamp spricht zu Gäasten und Mitarbeitern.Foto: MILBRET

Wanheim. Als betont nüchtern ist Architekt und Bezirksvertreter Peter Ratka bekannt. Diesmal musste er aber zum Schnaps greifen, als er vom Baugerüst herab den zünftigen Richtspruch für den Anbau der Kindernothilfe am Sittardsberg hielt. Nachdem er das Glas geleert hatte, zerschmetterte er es mit Schwung auf dem Baugerüst. Im September will das von hier aus international tätige christliche Kinderhilfswerk darin 19 neue Büroräume beziehen. Jürgen Thiesbonenkamp, Vorstandsvorsitzender, verbindet damit ein in Zukunft entspannteres Arbeiten der mittlerweile 159 Mitarbeiter. Immerhin, so Thiesbonenkamp, wird mit dem Anbau das halbe Christuskreuz des eigenen Logos in etwa umgesetzt.

Über 60 Mio Euro Spenden im Jahr

Als das heutige Hauptgebäude 1982 erstellt wurde, sollte darin für alle damals 90 Bediensteten Platz sein. Nach 30 Jahren platzt es aus allen Nähten. „Viele Kollegen haben am Ende der Flure ihre Schreibtische stehen“, berichtet Pressesprecherin Angelika Böhling von der Raumnot. Damit soll bald Schluss sein. Für sie selbst wurde im Erdgeschoss das Herrenklo zum Pressebüro umgebaut.

Zweieinhalb Etagen mehr stehen den in 30 armen Ländern der Erde um den Schutz von Kindern und Familien bemühten Mitarbeitern künftig zur Verfügung. „Wir erhalten neben den Büros zwei weitere Besprechungsräume und einen Versammlungsraum“, erklärt die Pressefrau. Bislang gebe es keinen Raum, in dem alle Mitarbeiter Platz finden. Personalversammlungen finden daher immer in der Jesus-Christus-Kirche statt.

61,5 Mio Euro an Spenden hat das Kinderhilfswerk im Jahre 2011 eingenommen. Langfristige Entwicklungs-Zusammenarbeit ist die klassische Aufgabe, die damit bestritten wird. In den 30 Ländern in Ost- und Zentralafrika, Asien, Lateinamerika und auf Haiti werden entweder Kinder in Schutzzentren oder Wohnheimen unterstützt. Mehr und mehr, erklärt Angelika Böhling, steht aber die Förderung von Selbsthilfegruppen im Vordergrund. „Wir erzielen damit eine größere Breitenwirkung“, sagt sie. „Die Reichweite der Hilfe ist größer.“ Außerdem würden diese Hilfen den Betroffenen nicht auferlegt, sondern gemeinsam mit ihnen erarbeitet. Eltern lernen, wie sie andere Einkommensmöglichkeiten finden, als ihre Kinder arbeiten zu lassen, damit die eine Schule besuchen können. Müttern wird vermittelt, welche Vorzüge Hygiene hat. Oder sie erarbeiten sich, wie vortrefflich sich sparsames Wirtschaften auswirkt.

Seit dem verheerenden Tsunami in Ostasien Weihnachten 2004 engagiert sich die Kindernothilfe auch in der Humanitären Hilfe bei Katastrophen.

Martin Kleinwächter


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