Analog ausgetrickst

Smartphones zählen heutzutage als Kinderspielzeug. Die Bedienung ist ja auch kinderleicht: Einfach mit den Patschefingern übers Display wischen, schon tut sich da was Spannendes. Das Kind ist fasziniert, die Eltern haben ihre Ruhe. Die Kleinen können im Netz surfen, bevor sie sprechen können. Zum Verhängnis wurde ihre technische Versiertheit neulich der zweijährigen Tochter einer Bekannten.

Staunend stand sie im Zoo vor dem Aquarium und sah den Fischen zu. Die trauten sich aber nicht so recht ran an die Scheibe, sondern blieben auf Distanz. Zu weit weg für die Kleine. Die hatte eine zündende Idee: Voller Zuversicht legte sie die Hand auf die Scheibe und spreizte Daumen und Zeigefinger – ganz so, wie beim Smartphone die Vergrößerung funktioniert. Die Enttäuschung war natürlich groß, als die Fische so klein blieben, wie sie waren. Das Aquariumsglas war zu dumm für das raffinierte Mädchen. Die digitale Welt mag ihr schon zu Händen liegen – in die analoge muss sie erst reinwachsen.