Ärzte und Bäcker weisen Buchholzer Senioren den Weg

Es muss nicht immer Pflege sein: Auch nach Freizeitangeboten können Ältere bei den Seniorenlotsen fragen.
Es muss nicht immer Pflege sein: Auch nach Freizeitangeboten können Ältere bei den Seniorenlotsen fragen.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Kleine Geschäfte und große Institutionen schließen sich zu einem Netzwerk von Seniorenlotsen zusammen. Sie verweisen auf Pflege- wie Freizeitangebote.

Buchholz..  Ein engmaschiges Netz von Seniorenlotsen soll in ganz Buchholz entstehen: Kleine Geschäfte und große Institutionen sollen unter diesem Namen den älteren Bewohnern des Stadtteils dabei helfen, für ihre Probleme den richtigen Ansprechpartner zu finden. Koordiniert wird das neue Netzwerk von alten Bekannten im Gebiet der Seniorenhilfe.

Nämlich vom Begegnungs- und Beratungszentrum der Caritas (BBZ), dem Awo-Seniorentreff und dem Buchholzer Fenster des evangelischen Christophoruswerks. Nach zwei Jahren Vorarbeit startet das neue Angebot offiziell am 13. Mai. Parallelprojekte laufen bereits in Meiderich und Rheinhausen. Auch wenn die Seniorenlotsen Buchholz zurzeit noch als Pilotprojekt firmieren: „Das wird dauerhaft installiert“, kündigt Hans-Georg Kleinwächter von der Caritas an.

Mit welcher Frage die Senioren zu den Lotsen kommen, spielt dabei keine Rolle. „Wenn jemand Hilfen für den Alltag oder den Haushalt, einen Pflegedienst, einen Pflegeheimplatz oder Freizeitangebote in Buchholz sucht, weisen wir den Weg zu entsprechenden Angeboten. Wird nach einer barrierefreien Wohnung gefragt, können wir ebenfalls mit Adressen weiterhelfen“, skizziert Christine Jansky vom Buchholzer Fenster das Spektrum.

15 Standorte machen mit

Die Antworten sollen nicht die Seniorenlotsen selbst geben. Ihre Aufgabe ist es vielmehr, die Senioren zu lotsen – dorthin, wo es Hilfe gibt. „Der Fleischer soll nicht beraten, der soll nur wissen: Da gibt’s Rat und Hilfe“, sagt Kleinwächter. Der Fleischer? Genau. Oder auch der Friseur. Die Seniorenlotsen sollen die Senioren dort abholen, wo sie leben, einkaufen, sich die Haare schneiden lassen. „Zehn, 15 Standorte von der Bäckerei bis zur Fleischerei“, schätzt Kleinwächter, haben sich schon als Seniorenlotsen gemeldet. Drücken sie einem ihrer älteren Kunden einen Flyer des neuen Angebots in die Hand, ist das Ziel erreicht: „Da gehen die Menschen seit Jahrzehnten einkaufen“, erklärt Kleinwächter, sie erfahren vom Hilfsangebot also von jemandem, den sie kennen. Das soll helfen, Hemmschwellen abzubauen: Nicht jeder Senior wendet sich gern direkt an eine Beratungsstelle.

Nicht nur der kleine Laden um die Ecke ist als Seniorenlotse an Bord, auch Einrichtungen wie das DRK, Ärzte, Polizei, Sozialdienste, Krankenkassen und der Sozialpsychologische Dienst der Stadt sind eingebunden. Sie alle weisen den Weg zu den eingangs erwähnten drei Standorten des Projekts. Der Weg zur Hilfe soll dank der Buchholzer Seniorenlotsen möglichst einfach sein. Kleinwächter formuliert es so: „Die Menschen müssen sich nicht viel mehr merken als unsere Telefonnummern.“