Das aktuelle Wetter Duisburg 19°C
Immobilien

Ärger um Pfusch beim Hausbau in Duisburg-Huckingen

04.03.2011 | 12:50 Uhr
Ärger um Pfusch beim Hausbau in Duisburg-Huckingen
Rolf Angenendt ärgert sich über Pfusch an seinem Haus im Huckinger Kamp in Duisburg. Foto: Hayrettin Özcan

Duisburg-Huckingen.  Rolf Angenendt ist frustiert: Er ließ im Huckinger Kamp eine Doppelhaushälfte errichten - dabei machte der Bauträger offenbar Fehler, leugnete die Mängel aber später. Seit dem herrscht eine regelrechte Gutachten-Orgie um den Pfusch am Bau.

Dass ein Hausbau mit Ärger verbunden sein kann, wurde schon vor Jahrzehnten eindrucksvoll verfilmt („Einmal im Leben“). Dass man aber, nur um die Beweise für Pfusch zu sichern, schon über vier Jahre braucht, frustriert Bauherr Rolf An­genendt schon mächtig.

Er ließ von einem Bauträger aus Stadtmitte ab Frühjahr 2005 eine Doppelhaushälfte Im Huckinger Kamp errichten. Dabei ergaben sich einige Mängel, die von Undichtigkeiten an der Fassade über ein unsymmetrisch eingebautes Fenster unter dem Giebel bis hin zu beschädigten Fliesen und Rissen im Putz reichen.

Bei der Abnahme im Juli 2006, sagt der Bauherr, habe der Geschäftsführer des Bauträgers sämtliche Mängel noch anerkannt. Nachbesserungen seien danach nicht erfolgreich gewesen. Die Schlussrate fiel nur 600 € geringer aus als er­wartet. Familie An­genendt hielt 7 000 € ein.

Sachverständiger bestätigte Baufehler

Aber nicht sie wurde daraufhin vom Bauträger verklagt, sondern sie selbst schaltete eine Rechtsanwältin ein. „Bei einem Ortstermin im November 2006“, so Angenendt, „leugnete der Bauträger plötzlich sämtliche Mängel.“ Da­raufhin investierte die Familie 900 Euro in das Privatgutachten eines vereidigten Sachverständigen, der die Baufehler auch bestätigte.

Eine regelrechte Gutachten-Orgie setzte jetzt ein, denn statt Klage auf Nachbesserung oder Entschädigung einzureichen, beantragte die Anwältin im März 2007 ein Selbstständiges Beweissicherungsverfahren beim Landgericht Duisburg, das bis heute, also nach vier Jahren, noch nicht abgeschlossen ist. Mehrere tausend Euro hat die Familie dafür bisher ausgegeben. Beim Prozess hätten die Ergebnisse Beweischarakter. Zum einen be­nötig­te der erste der vom Gericht beauftragten Gutachter statt zwei Monate, wie vom Gericht als Frist gesetzt, deren elf, um die Mängel zu bestätigen. Immer wieder wurden da­nach Zusatzgutachten fällig, weil die Gegenseite Zusatzfragen stellte, zum Beispiel ob es nicht kostengünstigere Lösungen für die Mängelbehebung gebe als vorgeschlagen. Der Streitwert liegt übrigens bei rund 5 000 Euro, denn der Gutachter beziffert den Schaden auf maximal 12 385 Euro.

Gutachter konnte Wertminderung des Hauses nicht ermitteln

Was Rolf Angenendt fassungslos macht, ist, dass der Gut­achter schon im Juli 2007 den Auftrag hatte, auch die durch die Mängel bewirkte Wertminderung des Hauses zu ermitteln. Falls er das nicht konnte, hätte er das dem Ge­richt sofort melden müssen. Er konnte es nicht, meldete es aber nicht. Erst im März 2010 beauftragte das Gericht einen anderen Gutachter damit.

Angenendt sieht dadurch die Möglichkeit, zu seinem Recht zu kommen, ad absurdum ge­führt, denn zur gleichen Zeit meldete der Bauträger Insolvenz an. Für ihn ist das ganze System aus Gericht und Gutachtern nur noch zur Selbstbeschäftigung gedacht - selbstverständlich bei komfortablen Bezügen. „Welchen Be­trag hätten wir denn ohne die Gutachten einklagen sollen?“, fragt er.

Martin Kleinwächter

Kommentare
Funktionen
Fotos und Videos
St. Hubertus in Rahm
Bildgalerie
Kirchen im Süden
Kirche Wanheim
Bildgalerie
Kirchen im Süden
Stadtmeisterschaft am Wasser
Bildgalerie
WAZ Familien Wettkampf
Piratenfest
Bildgalerie
Sommer am See
article
4363793
Ärger um Pfusch beim Hausbau in Duisburg-Huckingen
Ärger um Pfusch beim Hausbau in Duisburg-Huckingen
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/sued/aerger-um-pfusch-beim-hausbau-in-duisburg-huckingen-id4363793.html
2011-03-04 12:50
Süd