Abiturientin aus Huckingen geht für ein Jahr nach Israel

Charlotte Hüttemann will während ihres Auslandsjahrs herausfinden, ob sie die Arbeit mit Behinderten zu ihrem Beruf machen möchte.
Charlotte Hüttemann will während ihres Auslandsjahrs herausfinden, ob sie die Arbeit mit Behinderten zu ihrem Beruf machen möchte.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach dem Abitur geht Charlotte Hüttemann für ein Freiwilliges Soziales Jahr nach Israel. Dort arbeitet sie mit Autisten.

Huckingen..  Hebräisch stand nicht auf dem Stundenplan von Charlotte Hüttemann, trotzdem zieht es die Abiturientin für ein Jahr nach Israel: Ab September wird sie dort im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres zwölf Monate lang einen Friedensdienst verrichten.

„Ich wollte noch mal raus in die Welt, aber auch sozial aktiv sein“, erklärt die Huckingerin, die gerade an der Gesamtschule Süd ihr Abitur gemacht hat, ihren ungewöhnlichen Auslandsaufenthalt. Das wird sie: In Israel wird sie in einer Einrichtung für Autisten arbeiten und die dort lebenden jungen Menschen betreuen, vom morgendlichen Wecken bis zum nachmittäglichen gemeinsamen Basteln. Mit Autisten hat sie bisher nicht zusammen gearbeitet, wohl aber mit anderen Behinderten. Auf einer Fahrt mit behinderten Kindern, die sie letztes Jahr als Betreuerin begleitete, stellte sie fest: Diese Arbeit könnte sie sich als Beruf vorstellen. „Die sind sehr liebevoll im Umgang mit anderen Menschen und sehr dankbar“, sagt sie; das hat sie besonders berührt. Ob sie die Arbeit mit Behinderten wirklich zu ihrem Beruf machen wird, soll das Jahr in Israel zeigen.

Den Ort ihres FSJ hat sie sich nicht selbst ausgesucht; Israel bekam sie von der Evangelischen Kirche im Rheinland (Ekir) zugewiesen. Es ist ihr recht: Hauptsache, die Welt kennenlernen und sozial arbeiten. Die mitunter explosive Stimmung insbesondere im Konflikt mit Palästina bereitet ihr keine Sorgen. „Ich lebe in einem Vorort von Tel Aviv, da passiert eigentlich so gut wie nichts.“

Für die Zeit ihres Urlaubs und die Wochenenden in Israel hat sie sich einiges vorgenommen: „Ich möchte viel rumreisen“, kündigt sie an. Sehen will sie „auf jeden Fall das Rote und Tote Meer, Jerusalem, Bethlehem, Nazareth“. Die geographischen Maße Israels werden ihr das erleichtern: „Israel ist nur so groß wie Hessen“, hat sie gelesen.

Abgesehen davon fasst sie die Erwartungen, mit denen sie ihren Freiwilligen Friedensdienst antritt, so zusammen: „Ich hoffe, dass ich sehr viele nette Leute kennenlerne und mich an die Arbeit mit Autisten gewöhne.“ Und natürlich freut sie sich darauf, „eine neue Kultur kennenzulernen“. Vor allem eine andere als jene, die sie bisher kennt: „Das ist meine weiteste Reise bisher“, äußert sie ihr Reisefieber, und die erste, die sie außerhalb Europas führt.

Eine Barriere wird zunächst die Sprache sein. Hebräisch aber will die 19-Jährige lernen. Auch wenn sie zugibt: „Bisher kann ich nichts außer Shalom.“