Großenbaum : Stehende Ovationen und minutenlanger Applaus
Kantorei Großenbaum-Rahm und sinfonisches Collegium Essen boten beeindruckendes Konzert. Solipart der Sopranistin Anja Maria Kaftan war besonderer Höhepunkt
In diesem Jahr jähren sich der Todestag Joseph Haydns und der Geburtstag Felix Mendelssohn- Bartholdys zum 200. Mal.
Die Jubiläen nahm die Kantorei der evangelischen Kirchengemeinde Großenbaum-Rahm zum Anlass, gemeinsam mit dem sinfonischen Collegium Essen, ein Konzert mit Werken der beiden Komponisten zu geben.
„Natürlich spielte das Jubiläum für die Vorbereitung unseres Konzerts eine wichtige Rolle, aber mindestens genauso wichtig war, dass sowohl bei Haydn, als auch in dem Werk von Mendelssohn- Bartholdy große Partien vom Chor gesungen werden“, erklärt die Leiterin der Kantorei Annette Erdmann.
Für dieses Konzert hätten die rund 70 Sängerinnen und Sänger der Kantorei bereits im Mai angefangen zu proben, so Erdmann weiter.
Begonnen wurde der Abend in der Versöhnungskirche an der Lauenburger Allee mit der bekannten „Nelson- Messe“ des österreichischen Komponisten Joseph Haydn.
Haydn hatte die Messe, während des ersten Koalitionskriegs gegen Napoleon, 1798 komponiert. Daher trug sie ursprünglich den lateinischen Namen „Missa in Angustiis“ (die Messe in Bedrängnis), jedoch wurde sie einige Zeit später zu Ehren des englischen Admiral Lord Nelson in „Nelson-Messe“ umbenannt.
Die Kantorei der evangelischen Kirchengemeinde Großenbaum- Rahm lieferte mit ihrer Interpretation der Haydn Messe eine sehr solide Leistung ab. Jeder Ton wurde getroffen und Unsicherheiten waren selbst in hohen Lagen nicht zu erkennen. Unterstützt wurden die Sänger von Anja Maria Kaftan (Sopran), Christina Müsken (Alt), Giovanni da Silva (Tenor) und Martin Krasnenko (Bass). Die vier Sänger überzeugten mit ihren Soli auf ganzer Linie und waren eine Bereicherung für das Konzert.
Besonders eindrucksvoll vorgetragen war der 1837/1838 vertonte 42. Psalms „Der Hirsch schreit“ aus dem Alten Testament von Felix Mendelssohn- Bartholdy.
In keinem der sieben Sätze des Psalms konnten musikalische Schwächen des Chores entdeckt werden.
Besonderer Höhepunkt waren jedoch die Soli der Sopranistin Anja Maria Kaftan. Mit glockenklarer Stimme traf sie selbst in schweren Koloraturen jeden Ton und intonierte großartig. Stimmgewaltig nahm sie es sogar ganz alleine mit der Kantorei auf.
Auch die Mitglieder des sinfonischen Collegiums Essen, die seit 1999 die Kantorei musikalisch begleiten, sorgten mit ihrer Unterstützung dafür, dass alles in allem ein Konzert auf sehr hohem Niveau geboten wurde.
Die Zuhörer in der nahezu vollbesetzten Versöhnungskirche waren von Anfang an begeistert und applaudierten bereits nach der Messe Haydns frenetisch. Honoriert wurden die Darbietungen am Ende des Abends mit stehenden Ovationen und minutenlangem Applaus.
„Der letzte Satz ‚Preis sei dem Herrn, dem Gott Israels, von nun an bis in Ewigkeit! ‘ spricht ja wohl für sich. Da braucht man keine Zugabe mehr zugeben“, erklärt Annette Erdmann das jähe Ende des Konzertabends.













