70 Jahre Mitgliedschaft in der SPD Duisburg

Änne Elsposch baute nach dem Zweiten Weltkrieg die SPD Duisburg als eines der ersten Mitglieder wieder auf.
Änne Elsposch baute nach dem Zweiten Weltkrieg die SPD Duisburg als eines der ersten Mitglieder wieder auf.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Änne Elsposch (95) baute die Partei in Duisburg nach dem Zweiten Weltkrieg mit auf und engagierte sich über viele Jahrzehnte in der Jugendarbeit

Neudorf..  Wer eine Zeitzeugin der Duisburger SPD sucht, die bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in der Stadt eine Sozialdemokratin der ersten Stunde war, wird bei Änne Elsposch fündig. Seit 70 Jahren ist die 95-Jährige mittlerweile in der Partei. Sie gehörte – gemeinsam mit ihrem Mann Friedrich (gestorben 2013) – zu den Gründungsmitgliedern in Duisburg und ist bis heute bei den Naturfreunden in Wanheimerort aktiv. Am Wochenende wird sie in ihrem Heimatstadtteil Neudorf geehrt.

Sozialdemokratische Familie

Schon ihre Eltern waren überzeugte Sozialdemokraten. „Bei mir in der Familie waren das alle“, erinnert sich die gebürtige Wanheimer­orterin. „Wir Kinder wurden praktisch so erzogen.“ Nachdem die Sozialdemokratische Partei während des Nazi-Regimes verboten worden war, war Elsposch dabei, als der Organisationsausschuss der SPD 1946 mit in einer öffentlichen Versammlung im Stadttheater die Wiedergründung der Duisburger SPD organisierte.

Zu Beginn hatte die Partei etwa 15 Mitglieder, erinnert sich Elsposch. „Dann kamen jedoch immer mehr dazu. Sie kamen über die Gewerkschaften oder Jugendgruppen zu uns.“ Schon bald erlangten die Sozialdemokraten in Duisburg wieder mehr Gewicht. Dass Elsposch von Anfang an dabei war, macht sie stolz: „Nach der schweren Kriegszeit ging es langsam bergauf, und alles war wieder auf dem Weg“, sagt sie und strahlt.

Friedrich Elsposch, gelernter Schweißer, engagierte sich dann sogar in den folgenden Jahren im Rat der Stadt. Auch Änne Elsposch war überaus aktiv und arbeitete ehrenamtlich für die Partei. Hauptsächlich lag ihr der Nachwuchs am Herzen – sie setzte sich vor allem bei den Falken ein, der Jugendorganisation der SPD.

„Das war eine wunderbare Zeit“, schwärmt Elsposch, die heute alleine in Neudorf lebt. „Mit den Kindern und Jugendlichen habe ich viel unternommen. Das war wirklich schön.“ Sie organisierte Ausflüge und war auch selbst viel unterwegs. „Wir sind mit Fahrrädern bis zum Bodensee gefahren und haben in Zelten übernachtet“, erzählt die 95-Jährige.

Vordenker einer Partei

Die Elsposchs waren auch immer schon echte Vordenker: Änne und Friedrich gründeten bereits 1972 eine Seniorengruppe in der SPD Neudorf – lange, bevor in den 90er Jahren von der Bundes-SPD die Arbeitsgemeinschaft 60plus ins Leben gerufen wurde.

Das Haus der Naturfreunde an der Düsseldorfer Straße in Wanheimerort ist ebenfalls eine der Errungenschaften der Familie Elsposch. Dort engagierte sich Änne Elsposch viele Jahre und hat auch heute noch Kontakt zu den Genossen, die dort ihre Freizeit verbringen.