55plus: gemeinsam aktiv werden

Zusammen walken – eine von vielen Möglichkeiten, künftig gemeinsam mit Leuten vom Netzwerk 55plus aktiv zu werden.
Zusammen walken – eine von vielen Möglichkeiten, künftig gemeinsam mit Leuten vom Netzwerk 55plus aktiv zu werden.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ein neues Netzwerk will „Best Ager“ aus dem Süden zusammen bringen. Miteinander kochen, walken oder ins Konzert gehen. Ideen sind erwünscht

Buchholz..  Wer hat Lust, nächsten Monat gemeinsam ins Theater zu gehen? Wer möchte einmal in der Woche walken? Oder in netter Runde kochen? Diejenigen könnten demnächst bei „Netzwerk 55plus“ Gleichgesinnte finden. Einige Mitglieder der evangelischen Gemeinde Trinitatis wollen an diesem Freitag das Netzwerk für Leute ab 55 Jahren aus der Taufe heben. Interessenten aus dem Duisburger Süden – auch katholische oder konfessionslose – sind willkommen.

Volker Przystupa (62) ist einer der Initiatoren. Der Buchholzer befindet sich seit zwei Jahren im Vorruhestand, zuvor war er als Angestellter bei der Deutschen Bahn oft auf Montage unterwegs und hatte daher wenig Zeit, Kontakt zu Hause zu pflegen.„Ich möchte etwas gestalten und nicht nur auf dem Sofa sitzen“, sagt er. Przystupa kann sich vorstellen, eine Nordic Walking-Gruppe ins Leben zu rufen.

Die einzelnen Mitglieder des Netzwerks sollen selbst aktiv werden. „Es gibt keine Gruppenleiter auf der einen und Kursteilnehmer auf der anderen Seite“, sagt Björn Hensel, Pfarrer der Gemeinde und mit 55 selbst Angehöriger der Zielgruppe. Er ist in der ersten Zeit Ansprechpartner. Die Gemeinde will die Plattform bieten, die Gruppen sollen dann selbstständig ihre Treffen auf die Beine stellen.

Beim ersten Treffen am morgigen Freitag werden Wunschlisten erstellt. Ideen können eingetragen werden, Leute mit gemeinsamen Interessen können dann ihre Vorstellungen austauschen.

„Der Bedarf ist da“, ist sich Hensel sicher. Über ein Drittel der 6000 Gemeindeglieder passt in die Altersgruppe. Er selbst hat Infopost an die Zielgruppe verteilt. „Die Resonanz war durchweg positiv.“ 40 Leute haben definitiv ihr Kommen beim ersten Treffen zugesagt.

Soziale Vorsorge

Netzwerk 55plus will Leute ansprechen, die aktiv sind, durchaus auch noch beruflich. „Es ist wichtig, sich rechtzeitig auf den Ruhestand vorzubereiten, damit man nicht plötzlich in ein Loch fällt“, weiß Hensel. Etwas miteinander und auch mal füreinander machen, so ist die Idee.

Hensel betrachtet Netzwerk 55plus auch als „soziale Vorsorge“. Wenn man in 15, 20 Jahren vielleicht auf Hilfe angewiesen ist, hat man seine Kontakte. „Denn alte Systeme funktionieren immer weniger. Viele Menschen sind im Alter allein, die Kinder wohnen weit weg vom Elternhaus. Und wer erst mit 80 anfängt, ein Netzwerk aufzubauen, ist zu spät dran“, weiß Hensel.