4000 Gäste beim Schul-Jubiläum in Huckingen

Die Band „Teach Us“ spielt auf der Bühne bei der 50-Jahr-Feier des Mannesmann-Gymnasiums
Die Band „Teach Us“ spielt auf der Bühne bei der 50-Jahr-Feier des Mannesmann-Gymnasiums
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
50 Jahre Mannesmann-Gymnasium wurden am Freitag auf dem Schulgelände zünftig gefeiert

Huckingen..  1000 Stühle sind auf dem Schulhof im Schulzentrum Biegerhof aufgestellt. Eine Leihgabe der Hüttenwerke Krupp-Mannesmann. Nicht alle sind besetzt. Aber viele Zuhörer verfolgen von dort aus das Geschehen auf der Bühne. Gerade führen einige Mädchen einen Tanz auf Inline-Skates auf. Rund 4000 Gäste sind am Freitagnachmittag gekommen, schätzt Schulleiterin Birgitt Keens. Ihre Schule, das Mannesmann-Gymnasium, feiert das 50-Jährige.

Nicht alle Besucher blicken gebannt auf die Bühne. Viele sind ins Gespräch miteinander vertieft. Oder sie lassen es sich schmecken. Das Kuchen-Büfett jedenfalls ist sehr gefragt. Am meisten aber ist angesichts sommerlicher Temperaturen am Getränkestand zu tun.

Einmaliges Schulkonzept

Ein dreiviertel Jahr lang hat ein zuletzt sechsköpfiges Team das große Fest zum Schuljubiläum vorbereitet. Lehrer Philipp Kastrup gehört dazu. „Wir wollten etwas Besonderes auf die Beine stellen“, sagt er. Mit dem Ergebnis ist er zufrieden.

Gut besucht ist auch die Ausstellung zur Geschichte der Schule drinnen. Seit 1967 trägt sie den Namen der beiden Gründer des Mannesmann-Konzerns, Reinhard und Max Mannesmann. Sie entstand speziell als Gymnasium für Arbeiterkinder. Das damals einmalige Konzept setzte Duisburgs Schuldezernent Fritz Holthoff, später NRW-Kultusminister, um. Es fußte auf Erkenntnissen von Bildungsforschern. Die hatten herausgefunden, woran früher der Besuch einer Höheren Schule bei Arbeiterkindern oft scheiterte. Nicht an der mangelnden Befähigung der Kinder, sondern an der Angst ihrer Eltern, ihnen in Latein und Mathe nicht helfen zu können. Die Ganztagsform sollte das Problem lösen.

Alte und neue Ängste

Auch bei Manuela Ogrodowczyk aus Buchholz, draußen am Stehtisch, ist von Ängsten die Rede. Sie ist mit ihrem holländischen Lebensgefährten Gerrit Bontes und einer Freundin gekommen. Zwei Töchter der beiden Frauen besuchen die Schule. Organisieren könnten die Deutschen ja gut, sagt der Niederländer und beißt in seinen Döner. Trotzdem habe er den Eindruck, dass es auch an dieser deutschen Schule zu streng und uncool zugeht. Holländische Schulen seien lockerer, moderner. Jeder Schüler habe einen Laptop. Die Freundin beklagt die enorme Anspannung unter dem achtjährigen Gymnasium (G 8). „Viele Eltern haben Angst um die Zukunft ihrer Kinder“, sagt sie. Deshalb sagten sie nichts dagegen. Dabei sei die Gefahr groß, dass die Kinder „zu früh verheizt“ würden.