15 Plätze für 25-Stunden-Kita im gesamtem Duisburger Süden

Laut Deutschem Jugendinstitut möchte fast die Hälfte der NRW-Eltern ihr Kind höchstens 25 Stunden pro Woche betreuen lassen.
Laut Deutschem Jugendinstitut möchte fast die Hälfte der NRW-Eltern ihr Kind höchstens 25 Stunden pro Woche betreuen lassen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Kind abgeben ja, aber bitte für mindestens 35 Stunden die Woche: Kita-Plätze mit weniger Betreuungszeit sind im Süden Mangelware.

Süd..  Die Eltern können beruhigt arbeiten gehen, ihr Kind ist in einer Kita untergebracht: Das soll der Rechtsanspruch auf einen U3-Betreuungsplatz sicherstellen. Einen Platz für ihren Sprössling bekommen viele Eltern. Wollen Mutter oder Vater aber nach der Geburt wenig arbeiten und viel Zeit zu Hause verbringen wird es schwierig. Zwar können Eltern wählen zwischen 25, 35 oder 45 Stunden Betreuung pro Woche. Diese Wahlfreiheit existiert im Duisburger Süden aber fast nur in der Theorie: Neun Plätze mit 25-Stunden-Variante bieten die städtischen Kitas im Bezirk Süd an, sechs Plätze gibt es in katholischen Kitas; bei den evangelischen sind 25 Stunden gar nicht vorgesehen.

Kind abgeben ja, aber bitte mindestens 35 Stunden die Woche: Peter Hilbrands, Sprecher der Stadt, erklärt das mit der Nachfrage seitens der Eltern. „In den städtischen Einrichtungen haben sich bisher immer mehrheitlich Betreuungswünsche von 35 Stunden pro Woche und mehr ergeben.“

Auch Rolf Schotsch, Referent beim evangelischen Kirchenkreis Duisburg, argumentiert: „Die 25-Stunden-Betreuung wird so gut wie gar nicht nachgefragt.“ Sechs der sieben evangelischen Kindertagesstätten bieten eine U3-Betreuung an. Die 74 Plätze verteilen sich auf Betreuungszeiten von 35 und 45 Stunden.

Fünf der neun katholischen Süd-Kitas nehmen Kinder unter drei Jahren auf, das aber nur für mindestens 35 Stunden pro Woche. „Die 25-Stunden-Betreuung ist in flächendeckend über unser Bistum verteilt die am wenigsten nachgefragte Betreuungsform“, sagt Wiebke Neumann, Sprecherin des Zweckverbands katholische Tageseinrichtungen für Kinder im Bistum Essen.

Dem Argument des fehlendes Bedarfs der Träger widersprechen Zahlen des Deutschen Jugendinstituts: Demnach möchten im Bundesdurchschnitt gut 37 Prozent der Eltern ihr Kind maximal 25 Stunden pro Woche betreuen lassen; in Nordrhein-Westfalen hegen sogar fast 49 Prozent diesen Wunsch.

Wer 35 oder 45 Stunden bucht, hat aber deutliche bessere Chancen auf einen Kita-Platz: Aktuell stehen den neun Plätzen für 25 Stunden bei den städtischen Kitas 1460 Plätze für 35 Stunden gegenüber sowie 446 Plätze für 45 Stunden.

Schwieriger ist die Betreuung auch, je jünger das Kind ist: Während bei den städtischen Kitas Plätze aber dem Alter von vier Monaten vergeben werden, finden in den evangelischen und katholischen Einrichtungen erst Zweijährige einen Platz.

Im gesamten Bezirk Süd leben 1580 Kinder unter drei Jahren, 643 von ihnen werden in Kitas oder anderen Einrichtungen betreut. Den 282 U3-Kindern, die eine solche Einrichtung besuchen, stehen dabei 359 gegenüber, die während der Arbeitszeit der Eltern von einer Tagesmutter versorgt werden.