Suche nach OB-Nachfolger
31.08.2010 | 09:00 Uhr 2010-08-31T09:00:00+0200
Duisburg.Eine überparteiliche Gruppe macht sich auf die Suche nach einem unabhängigen Oberbürgermeister-Kandidaten. Er soll bei Rücktritt oder Abwahl von Adolf Sauerland (CDU) ins Rennen gehen.
Noch hält sich Oberbürgermeister Adolf Sauerland nach der Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten im Amt. Während er sich weigert, die politische Verantwortung zu übernehmen, wird bereits nach einem möglichen Nachfolger gesucht. Nicht von Parteien, sondern von einer überparteilichen Gruppe. Dazu gehören nach Informationen der NRZ Vertreter der jüdischen Gemeinde, der evangelischen Kirchengemeinde, ein Stadtbau-Professor und Franz Tews, Sprecher der Grünen in der Bezirksvertretung Walsum.
Ein Teilnehmer der sechsköpfigen Gruppe sagte der NRZ, es ginge nicht darum, jemanden vom Thron zu stoßen: „Für den Fall, dass Adolf Sauerland zurücktritt oder abgewählt wird, wollen wir aber einen überparteilichen OB-Kandidaten präsentieren.“ Man wolle Duisburg nach dem Loveparade-Drama und der andauernden politischen Diskussion eine weitere „politische Schlammschlacht“ ersparen: „Wir suchen einen Kandidaten, der integrativ für die Stadt wirken kann.“
Ob CDU und SPD die Idee prickelnd finden, darf bezweifelt werden. Denn vor allem die SPD rechnet sich bei einer OB-Neuwahl große Chancen für ihren Kandidaten aus. Die beiden großen Parteien sollen erst nach der Kandidaten-Findung vom überparteilichen Kandidaten überzeugt werden. Die Idee der Gruppe: Eine Oberbürgermeister-Wahl nicht aus politischen Gründen sondern aus Fürsorge für die Stadt, deren Ruf nach dem Unglück und der daraus resultierenden politischen Diskussion arg gelitten hat.

12:25
Wenn Ihr einen überparteilichen, unabhängigen, nicht profilneurotischen, intelligenten OB mit Ideen für die Zukunft sucht stelle ich mich zur Verfügung.
Die Ereignisse der vergangenen Wochen, stellen auch eine Chance dar. Gerade unsere Stadt könnte dort wegweisend sein. Insbesondere denke ich dabei in erster Linie an Integration, Umweltschutz und vor Allem Gerechtigkeit.
Ich mache das nun wirklich nicht um irgendwo mein Gesicht auf Einweihungsfeiern zu sehen.
Bin mir bewusst, das bei Führung das persönliche Vorbild entscheidend ist. Dies habe ich in meinem bisherigen Leben schon praktiziert.
Ich kenne das Leben in seinen Höhen und Tiefen.
Zeit dafür habe ich auch genug.
Bin auf der Demo am 06.09.
13:57
#49 juergen0
Die christlichen und demokratischen Vertreter der Stadt Duisburg haben vieles nicht gelernt, was sie kennen müssten, um ein Mandat verantwortungsvoll auszuüben.
Dazu gehört z.B., präsent zu sein, wenn der Schnee brennt. Es gab den Supergau in Duisburg mit fürchterlichen Folgen, und die Herrschaften kehrten nicht aus dem Urlaub zurück. Im übrigen stellen sie damit unter Beweis, dass sie in der Tat überflüssig sind.
Es gibt eine politische Verantwortung. neben der strafrechtlich relevanten, doch diese Vokabel gibt es in Duisburg offenbar nicht.
Es gibt die Verantwortung den Opfern gegenüber, der nachweislich nicht in der primitivsten Form nachgekommen wurde, und das ist international bekannt, also kein Ruhmesblatt für die Stadt.
Es gibt die Verantwortung den Bürgern gegenüber, die derzeit in keiner Weise wahrgenommen wird. Demgegenüber gibt es leider, und das ist skandalös, öffentlich Beweise dafür, dass man sehr intensiv mit der eigenen Imagepflege befasst ist und dafür weder Kosten - die der Duisburger Bürger zahlt - noch Mühen und Peinlichkeiten scheut. So viel Geld, um als ehrenwerter und würdiger Bürgermeister der Stadt aufzutreten, gibt es weltweit nicht. Das ist verspielt, schneller als beim Roulette und viel nachhaltiger.
Also, liebe christliche Vertreter der Stadt Duisburg, bestätigt einen peinlichen, armseligen, unwürdigen, unehrenhaften, unehrlichen, unfähigen Mann in seinem Amt. Gelobt sei Jesus Christus! Amen!
10:21
Na Ja, das Thema wird sich ja jetzt laut Bericht der RP von heute erledigt haben.
Zitat:
Die CDU-Ratsfraktion hat bereits erklärt, in der aktuell für den 13. September terminierten Sondersitzung mit ihren 25 Mitgliedern gegen die Abwahl zu stimmen.
Wir werden ihn also weiterhin ertragen müssen!
Schade, dass die wenigen `ehrlichen Socken´ in der CDU vor lauter Angst eingemauert sind, sonst wäre er schon weg!
08:04
Das Thema hier war doch Suche nach OB-Nachfolger oder hab ich was falsch verstanden?
Was ist denn jetzt?
Macht Vorschläge, oder hat es Euch die Sprache verschlagen?
04:05
Vielleicht noch eine Erklärung, warum diese kleine Rampe von vornherein verbarrikadiert war: Hätte man sie von Beginn an offen gelassen, hätten fast alle Zuströmenden von der Ost-Seite der Tunnel versucht, wegen der fehlenden Ausschilderung dort aufs Gelände zu gelangen. Es wäre wegen der Enge dann zu noch katastrophaleren Zuständen gekommen wie am Ende der wesentlich breiteren West-Rampe.
Auch wenn dieses Planungs-Detail in den bisher bekannten Dokumenten nicht explizit auftaucht, ist allein die Umsetzung mit den Absperrungen ein Beleg dafür, dass man bei der Planung schon mit kritischen Punkten und Situationen jongliert hat.
Letztlich blieb aber die Westrampe als nicht mehr simulierbarer Bereich übrig und da konnte man nur hoffen, dass der Veranstalter seine Beteuerungen wahr macht und dort mit seinen Ordnern für ständige Bewegung in Richtung Float-Gelände sorgt. Was dann nicht geschah.
03:44
@ #44 Stefano
VERSCHWIEGEN WIRD, warum die kleinere Ausgangsrampe nicht, wie von der Feuerwehr gefordert, geöffnet wurde. Die Öffnung der Ausgangsrampe lag in der Verantwortung des Veranstalters.
Diese kleine Rampe war von Beginn an mit Absperrgittern verbarrikadiert. Das zeigen dann wieder viele Videos aus dem Ost-Tunnel. Zum Öffnen hätten also wieder mal Ordner von Schaller tatkräftig werden müssen. Die gab es aber nicht. Nirgendwo.
22:09
@ Stefano
Danke für Deine Erläuterungen.
Die zuverlässigen Informationen werden immer mehr. Jetzt kommt Ralf Jäger im.nrw in den Bereich, wo er Verantwortung übernehmen muss.
Wenn ich mir die Entwicklung von Duisburg für die Zeit anschaue, wo Jäger Vorsitzender seiner Partei in Duisburg war und ist, wird es Jäger schwer fallen, Verantwortung zu übernehmen.
20:44
Ja @Tentrix,
danke für die brandaktuelle Information.
Und dann auch noch mal speziell für SIE mein Schaller-Manipula-Spezial ...
... mit der dringenden Bitte um Kommentierung.
Zitat Video: „… fahren die Floats, die Trucks mit den DJs, in einem Rundkurs um die alten Güterbahnhofshallen.“
VERSCHWIEGEN WIRD, dass ab 15:55 Uhr bis 17:00 Uhr kein Float gefahren ist. Ein wesentliches Element des Sicherheitskonzeptes des Veranstalters wurde somit nicht genutzt um ankommende Besucher von der Rampe weg zu bewegen.
Zitat Video: „Um auf das Gelände zu gelangen müssen die Besucher zuerst die Eingangsschleusen auf der West- oder Ostseite passieren. Über diese Schleusen wird der Besucherzufluss gesteuert.“
VERSCHWIEGEN WIRD, dass es Aufgabe des Veranstalters war, an diesen Schleusen den Besucherzufluss zu steuern. Ebenfalls verschwiegen wird, warum diese Steuerung offensichtlich NICHT funktioniert hat und so erst ein Eingreifen der Polizei notwendig wurde.
Zitat Video: „Die Entscheidung der Polizei, die große Ein- und Ausgangsrampe mit einer Polizeikette zu sperren, bewertete die Feuerwehrleitung in einem Gedächtnisprotokoll als Zitat: aus Einsatztaktischer Sicht sehr problematisch. Und weiter: aus diesem Grund ist die Feuerwehr dagegen.
VERSCHWIEGEN WIRD, dass es in diesem Protokoll weiter heißt: „Nach kurzer Diskussion ist seitens der Feuerwehr vereinbart worden, dass eine Sperrung nur zugestimmt werden kann, wenn die Ablauframpe als Zulauframpe geöffnet wird und der Nachlauf in den Karl-Lehr-Tunnel durch die Polizei verhindert wird.
Ohne diese Information, die bewusst unterschlagen wird, ergibt dann natürlich auch keinen Sinn, dass sich die erste Polizeikette um 16:02 hinter die kleinere Ausgangsrampe verschoben hat. Spekulativ, aber durchaus denkbar wäre es, dass die Polizei einen Teil der ankommenden Besucher über die Ausgangsrampe auf das Veranstaltungsgelände leiten wollte.
VERSCHWIEGEN WIRD, warum die kleinere Ausgangsrampe nicht, wie von der Feuerwehr gefordert, geöffnet wurde. Die Öffnung der Ausgangsrampe lag in der Verantwortung des Veranstalters.
Es ist sicher auch kein Zufall oder Versehen, dass das Material der Überwachungskameras, die das Geschehen an den Einlassschleusen aufnahmen, nicht veröffentlicht wurde. In diesem Bereich war der Veranstalter für die Zuflusssteuerung zuständig.
20:35
WDR Video Text, Dienstag 31. August 2010 – Seite 124
Filmbilder der Loveparade im Internet
Der Loveparade-Veranstalter Lopavent hat wie angekündigt Filmaufnahmen von Überwachungskameras im Internet veröffentlicht. Es handele sich um das vollständige Videomaterial, teilte das Unternehmen am Montag in Berlin mit. Man wolle damit einen Beitrag zur Aufklärung der Ereignisse leisten.
Alle Materialien lägen den Ermittlungsbehörden vor.
Zudem hat das Unternehmen einen Dokumentarfilm auf die Website gestellt, in dem die Polizeikette auf der Hauptrampe als entscheidende Ursache für die Katastrophe dargestellt wird.
http://www.dokumentation-loveparade.com
.
20:21
@38
Ja, ich habe daran gedacht. Ich werde es auch umsetzen und hoffe, dass es mir einige gleich tun. Trillerpfeife auf jeden Fall dabei und nötigenfalls auch ein Schild Sauerland weg, falls er bis dahin noch ist.