Stumpfkrokodil im Mini-Terrarium – Peta zeigt Zoo Zajac an

Nach den Recherchen der Tierrechtsorganisation Peta wurde dieses Stumpfkrokodil von Ende 2007 bis Anfang 2012 in diesem kleinen Terrarium bei Zoo Zajac gehalten. Norbert Zajac bestätigt zumindest, dass das Gehege nur vier qm klein war. Foto: Peta
Nach den Recherchen der Tierrechtsorganisation Peta wurde dieses Stumpfkrokodil von Ende 2007 bis Anfang 2012 in diesem kleinen Terrarium bei Zoo Zajac gehalten. Norbert Zajac bestätigt zumindest, dass das Gehege nur vier qm klein war. Foto: Peta
Was wir bereits wissen
Peta fährt die nächste Attacke gegen Norbert Zajac: Die Tierrechtsorganisation hat den Geschäftsmann angezeigt, weil er in seinem Mega-Zoofachgeschäft ein Krokodil jahrelang in einem Mini-Terrarium eingesperrt habe. Im Gegenzug wirft Zajac Peta vor, Hunde und Katzen zu töten.

Duisburg.. Die Tierrechtsorganisation Peta stellt erneut einen ihrer Lieblingsgegner an den Pranger: Der Verein hat den Duisburger Tierhändler Norbert Zajac angezeigt, weil dessen Zoohandlung ein Stumpfkrokodil jahrelang in einem zu kleinen Gehege gehalten habe. „Skandalös sind aber nicht nur die tierquälerischen Haltungsbedingungen“, sagt Peta-Zoologe Bartek Langer: „Das Krokodil stammt ursprünglich aus dem Zoo Leipzig, wo es als ‘Zuchterfolg’ einer vom Aussterben bedrohten Art gefeiert wurde.“

Nach den Recherchen der Aktivisten sei das Reptil dann über den Tierpark Berlin und den Tierhändler Werner Bode in der offiziell größten Tierhandlung der Welt gelandet. Peta verdächtigt Bode, Tiere an Schlachter und Versuchslabore geliefert zu haben. Auf ihrer Website präsentiert die Organisation eine Rechnung, die beweisen soll, dass die Tierhandlung das Stumpfkrokodil Bode am 24. Oktober 2007 für einen „Nettopreis von 500 Euro“ gekauft hat. Das Dokument stamme „aus dem Umfeld Bodes“, so Langer. In Duisburg-Neumühl habe das Tier bis Anfang 2012 auf vier Quadratmetern gelebt, obwohl ihm nach den Zoo-Richtlinien des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz 20 Quadratmeter zustünden, kritisieren die Tierrechtler.

„Ich wurde schätzungsweise 1000-mal angezeigt“

Related content An Peta-Attacken und Strafanzeigen hatte sich Norbert Zajac schon gewöhnt, bevor er im Januar als erster Zoofachhändler in Deutschland begann, Hundewelpen zu verkaufen und damit eine Protestwelle lostrat: „Ich wurde schätzungsweise 1000-mal angezeigt, aber noch nie führten die Recherchen der Behörden dazu, dass ich einen Pfennig beziehungsweise einen Cent bezahlen musste.“

Was aber hat es mit dem großen Exoten im kleinen Terrarium auf sich?

Zajac berichtet, seine zuständige Abteilung habe das Tier Anfang 2012 an einen Reptilienhändler aus dem Ruhrgebiet verkauft. Über wen genau es zu Zoo Zajac kam und wie lange es im Geschäft war, wisse er „aus dem Stand nicht. Länger als drei Jahre? Wohl kaum.“ Zumal seine „verantwortungsvollen Angestellten“ in dem Gehege immer wieder andere Reptilien untergebracht hätten.

Was Norbert Zajac bestätigt: Das Stumpfkrokodil lebte tatsächlich auf vier Quadratmetern, mit dem Duisburger Veterinäramt habe er deswegen auch Gespräche geführt: „Aber das ging dann in Ordnung, weil wir das Krokodil hier ja nicht gezielt geholt haben, um es hier auszustellen oder gewinnbringend zu verkaufen.“

„Wir Menschen können uns in 30- und 120-qm-Wohnungen wohlfühlen“

Stattdessen habe sein Geschäft das Tier vielmehr „vor der Einschläferung bewahrt. Wir haben es aufgenommen, als es keiner mehr wollte, weil die Tierheime ein solches Reptil gar nicht pflegen konnten.“ Außerdem verteidigt der Tierhändler die Haltungsbedingungen: „Wir Menschen können uns auch in 30- und in 120-Quadratmeter-Wohnungen wohlfühlen, wenn sonst alles stimmt.“ Genauso fühlten sich Krokodile wohl, wenn sie im richtigen Klima richtig ernährt würden. Auslauf benötigten sie dagegen kaum: „Die wachen abends an der Stelle auf, an der sie morgens eingeschlafen sind.“

Und der Mann stünde nicht oben auf der Liste der von Tierschützern attackierten Händler, würde er nicht zum Gegenschlag ausholen: „Die so genannten Tierschützer“, behauptet der Geschäftsmann, wollten „die Haltung und den Handel mit allen Tieren verbieten, nur den Handel Hunden und Katzen nicht.“ Denn durch den „Import von Straßenhunden“, glaubt Zajac, „verdienen diese gruppen Geld. Da geht es um Millionen.“ Was die Beschuldigten freilich bestreiten.

Warum Peta in den USA Hunde und Katzen tötet

Dass die Peta-Aktivisten ohnehin „nicht das Recht“ hätten, „sich zur Haltung von Tieren zu äußern, weil sie selbst Tiere töten“, wie Zajac schimpft, will Peta-Zoologe Bartek so nicht stehen lassen: „Nur unsere Schwesterorganisation Peta USA euthanasiert Tiere. Und das nur in ausweglosen Ausnahmefällen.“ Ein solcher sei das Schicksal von Katzen und Hunden in US-amerikanischen Tierheimen. „Dort herrschen ganz andere, viel dramatischere Bedingungen als hierzulande“, so Bartek: „Die Katzen werden dort in kleinen Boxen gelagert, und die Boxen werden bis unter die Decke gestapelt.“ Nur wenn das Ende einer solch leidvollen Haltung ausgeschlossen sei, versichert der Zoologe, „werden die Tiere schmerzfrei erlöst.“