Stromdiebe verursachten Stromausfall in Duisburg-Marxloh

Wer als Amateur an Stromleitungen hantiert, geht hohes Risiko für Leib und Leben ein.
Wer als Amateur an Stromleitungen hantiert, geht hohes Risiko für Leib und Leben ein.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Rund um den Marxloher Johannismarkt fiel Samstagabend der Strom aus. Ursache war der missglückte Versuch, eine abgeklemmte Stromleitung zu überbrücken.

Duisburg.. Am Samstagabend fiel am Marxloher Johannismarkt und den umliegenden Straßen in 56 Haushalten der Strom aus. Viele Menschen, die dort gerade mit Spannung das Endspiel der Fußball-Champions-League im TV verfolgten, blickten urplötzlich in eine schwarze Röhre.

Gegen Mitternacht entdeckten die Mitarbeiter der Stadtwerke, die als Notdienst nach Marxloh ausgerückt waren, dass jemand versucht hatte, an der Stromleitung eines Hauses in der Sibyllenstraße zu manipulieren. Tags zuvor war an diesem Haus der Strom wegen unbezahlter Rechnungen abgeklemmt, die Sicherung entfernt worden. Die betroffenen Anwohner hatten erst in den frühen Morgenstunden wieder Strom.

Marxloher sammeln Unterschriften um Stadt auf neues "Problemhaus" aufmerksam zu machen

Viele verzweifelte Menschen rund um den Marxloher Johannismarkt sammeln derzeit Unterschriften, um die Stadt auf große Probleme hinzuweisen, die es dort mit der gesellschaftlichen Integration zugezogener Roma geben soll. Zahlreiche Anwohner, die sich nach dem Stromausfall am Wochenende in der Redaktion meldeten, sagen, dass der Stromausfall einen neuen Höhepunkt der Eskalation zwischen Neubürgern und alteingesessener Bevölkerung darstellt.

Problemhäuser Das betroffene Haus wird im Stadtteil allgemein seit Monaten als sogenanntes „Problemhaus“ betrachtet. Nachbarn klagen über Lärmbelästigung bis in die frühen Morgenstunden, über Müllberge, die sich im und um das Haus auftürmen sollen. Auch wurde von Nachbarn zuletzt mehrfach die Frage an die Redaktion heran getragen, welchen Ursprungs wohl die geschätzt 100 Fahrräder sein könnten, die von einem der Bewohner in einer angrenzenden Garage gehortet werden sollen.

Stadtwerke erstatten Anzeige wegen Stromklau

Das Haus gehört einem ostdeutschen Notar, der dem Vernehmen nach ein gutes Dutzend Immobilien in Marxloh an zugezogene Roma vermietet haben soll. Der Notar hatte am Ende vergangener Woche veranlasst, dass an dem betreffenden Haus in der Sibyllenstraße die Hauptsicherung für den Strom entfernt wird. Grund ist mutmaßlich, dass die Bewohner ihre Stromrechnung nicht bezahlt haben sollen.

Ob die Mieter des betreffenden Hauses an der Sibyllenstraße überhaupt „klassische“ Mietverträge besitzen, oder ihre Miete, wie in vielen prekären Roma-Häusern üblich, in bar an den Vermieter entrichten, ist nicht bekannt. In einem Schreiben an die Stadtwerke, das der Redaktion vorliegt, regt der Notar aus Ostdeutschland jetzt an, dass die Stromleitung komplett entfernt werden soll. Auch will er seinen Mietern – darunter viele Kinder – das Wasser sperren.

Ein Sprecher des Netzbetreibers bestätigte den Vorfall und nahm auch Stellung zu den Konsequenzen: „Das betreffende Haus wurde vom Netz getrennt. Wir haben auch Anzeige erstattet.“

„Entziehung elektrischer Energie“ ist seit 1900 strafbar

Die Entziehung elektrischer Energie, umgangssprachlich als Stromdiebstahl oder Stromklau bezeichnet, ist laut Wikipedia die offizielle Bezeichnung für ein im Paragrafen 248c des deutschen Strafgesetzbuches normiertes Vergehen. Eingeführt wurde der Straftatbestand am 9. April 1900 durch das Gesetz, „betreffend die Bestrafung der Entziehung elektrischer Arbeit.“ Zuvor war das Anzapfen von Stromleitungen nicht strafbar.