Strom, Wärme und Höhenluft aus der Brennstoffzelle

Einweihung der  Brennstoffzellen-KWK-Anlage am ZBT: Dr. Rainer Ambrosy (Uni-Kanzler), Prof. Dr. Joachim Fandrey (Uniklinik Essen), Prof. Angelika Heinzel (Leiterin ZBT). Hartmut Thomas (NRW-Ministerium für Forschung), Thomas Kattenstein (Energieagentur NRW) und Wolfgang Jung (Klima-Expo NRW).
Einweihung der Brennstoffzellen-KWK-Anlage am ZBT: Dr. Rainer Ambrosy (Uni-Kanzler), Prof. Dr. Joachim Fandrey (Uniklinik Essen), Prof. Angelika Heinzel (Leiterin ZBT). Hartmut Thomas (NRW-Ministerium für Forschung), Thomas Kattenstein (Energieagentur NRW) und Wolfgang Jung (Klima-Expo NRW).
Foto: Lars Heidrich/ FUNKE Foto Service
Was wir bereits wissen
Mit Energie versorgt eine 100-kw-Brennstoffzelle nun das Zentrum für Brennstoffzellen-Technik (ZBT) in Duisburg. Mit der sauerstoffarmen Abluft der Anlage simulieren Uni-Mediziner Höhenluft.

Duisburg.. Aggregate zur Energieversorgung der Zukunft entwickelt das Zentrum für Brennstoffzellen-Technik (ZBT), künftig wird das An-Institut der Universität Duisburg-Essen an der Carl-Benz-Straße in Neudorf selbst durch Energie aus der Reaktion von Sauerstoff mit Wasserstoff versorgt. Eine 100-kw-Brennstoffzellen-Anlage am Gebäude geht jetzt in Betrieb. Rund 900 000 Euro investiert die Uni in das Aggregat, das durch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) nicht nur Strom und Wärme liefert, sondern auch sauerstoffreduzierte Abluft. Die ist für die Mediziner des Instituts für Physiologie an der Uniklinik in Essen von höchstem Interesse für Experimente zur Höhenforschung.

Klimaschutz als Fortschrittsmotor

„Wir hoffen auf zusätzliche Forschungsaufträge und Drittmittel, die wir dringend benötigen“, so Dr. Rainer Ambrosy. Die Hoffnung, dass die Anlage die Energiekosten erheblich senkt und die Investition sich somit bald rechnet, habe die Investitionsentscheidung erleichtert, erklärt der Uni-Kanzler: „Es ist eine Win-Win-Situation.“

Die Entwicklung von KWK und Brennstoffzellen sei „besonders wichtig“ für die Energiewende, betont Thomas Kattenstein von der Energie-Agentur NRW. „Das ZBT ist dabei ein wichtiger Partner.“ Der Vorteil dieser Kombination sei der bis zu 90 % hohe Wirkungsgrad, sie entspreche auch dem schwindenden Wärmebedarf von Gebäuden. Die 100-kw-Anlage wird die Grundlast des ZBT decken und rund 115 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. „Damit verbessert sich neben der Energieeinsparung unser CO2-Fußabdruck entscheidend“, so ZBT-Leiterin Prof. Angelika Heinzel.

„Die Höhenforschung hat große Zukunft“

Als 72. von 1000 Projekten findet die Anlage Aufnahme in die „Klima-Expo NRW“. Das Projekt der Landesregierung zur Energiewende, angelegt auf acht Jahre bis 2020, soll deutlich machen, wie Klimaschutz als Fortschrittsmotor wirken kann. „Er führt zu Wettbewerbsvorteilen“, betont Wolfgang Jung von der Klima-Expo.

Das Interesse von Prof. Dr. Joachim Fandrey vom Institut für Physiologie der Uniklinik Essen weckt die sauerstoffreduzierte Abluft, die der Anlage entweicht. In einem benachbarten Container erzeugt sie bereits ein Klima, das einer Meereshöhe von 2500 Metern entspricht. Das eröffnet Möglichkeiten für Experimente zur Hypoxie-Forschung. „Die Höhenforschung hat große Zukunft“, schwärmt Fandrey. Medikamente zur Bildung des Hormons Erythropoetin (EPO) seien „Blockbuster“ auf dem Pharmamarkt, weitere Forschungsfelder sind die Optimierung des Stoffwechsels und Gewichtsreduzierung. Ein Höhenambiente, das ansonsten aufwändig erzeugt werden müsste, liefert die Anlage mit ihrer Abluft.