Streit um nicht gezahlte Stromrechnungen in Duisburg

Ein Eigentümer, der 60 Wohnungen in Duisburg besitzt, hat Ärger mit den Stadtwerken wegen offener Stromrechnungen seiner Mieter.
Ein Eigentümer, der 60 Wohnungen in Duisburg besitzt, hat Ärger mit den Stadtwerken wegen offener Stromrechnungen seiner Mieter.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Die Stadtwerke Duisburg konfrontieren einen Eigentümer mit offenen Rechnungen seiner Mieter. Es geht um insgesamt rund 25.000 Euro.

Duisburg.. Als vor einem Jahr der erste Brief der Stadtwerke ins Haus flattert, bleibt Uwe Müller noch gelassen. Inhalt des Schreibens: eine Stromrechnung, die der Eigentümer von 60 Wohnungen in Duisburg zweifelsfrei einem seiner Mieter zuordnet. Müller verweist darauf in seinem Antwortschreiben und legt Widerspruch ein. Doch im Laufe des Jahres wird er mit immer mehr Rechnungen konfrontiert. Am Ende sind es, so Müller, 20 Fälle, bei denen er für nicht bezahlten Strom seiner Mieter geradestehen soll: „Es geht um insgesamt rund 25.000 Euro, teilweise um bis zu 3500 Euro für eine Wohnung und Rechnungen aus den vergangenen drei Jahren“, sagt der Eigentümer, der sich mittlerweile mit einem Inkassobüro auseinandersetzen muss und verärgert die Redaktion eingeschaltet hat.

„Ich bin grundsätzlich nicht bereit, für etwas zu zahlen, was ich nicht bestellt und nicht genutzt habe“, stellt Müller klar. „Außerdem frage ich mich, warum mich die Stadtwerke erst so spät, als schon solche hohe Summen aufgelaufen sind, informiert haben. Ansonsten hätte ich die Chance gehabt, frühzeitig einzuschreiten.“

Rückendeckung von Haus und Grund

Rückendeckung bekommt er von Armin Frenkert, Rechtsanwalt und Geschäftsführer bei Haus und Grund in Duisburg. „Diese Probleme, vor allem mit den Stadtwerken, kommen bei uns täglich auf den Tisch“, so Frenkert, der auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom 2. Juli 2014 verweist. „Demnach kommt mit der Stromnutzung automatisch ein Vertrag zwischen dem Mieter und dem jeweiligen Versorger zustande“, sagt der Jurist. „Man muss sich jeden Fall natürlich einzeln anschauen. Aber grundsätzlich raten wir unseren Mitgliedern dann nicht zu zahlen, wenn nichts anderes schriftlich vereinbart worden ist.“ Gleichwohl müsse der betroffene Eigentümer dem Versorger die Namen der entsprechenden Mieter nennen.

Darauf pochen auch die Stadtwerke. „Das große grundsätzliche Problem ist da, wenn Mieter Strom nutzen, sich aber nicht anmelden“, erklärt Sprecher Thomas Nordiek. „Für uns ist dann bei offenen Rechnungen logischerweise erst einmal der Eigentümer unser Ansprechpartner.“

Wenn Müller nachweisen könne, dass nicht er, sondern seine Mieter Strom verbraucht haben, sehe die Sache schon anders aus. „Wir sind gesprächsbereit“, so Nordiek. „Aber wir brauchen die nötigen Infos wie etwa aktuelle Adressen, um unsere Forderungen geltend machen zu können.“ Da die allermeisten seiner zahlungsunwilligen Mieter, so Müller, längst ausgezogen seien, darf man gespannt sein, wie der Streit zwischen dem Eigentümer und den Stadtwerken am Ende ausgeht.