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Streit bei den Linken

11.07.2012 | 18:45 Uhr
Streit bei den Linken
Kämpft gegen die Schließung des TSTG Schienenwerkes bei ThyssenKrupp Steel in Duisburg-Bruckhausen: Kenan Ilhan.Foto: Lars Fröhlich

Duisburg. Nachdem der zurückgetretene Sprecher der Duisburger Linken, Kenan Ilhan , zunächst nichts über die Hintergründe sagen wollte, sieht er sich durch die Äußerungen des Pressesprechers Horst-Werner Rook nun doch dazu gezwungen.

Denn anders als von Rook dargestellt, seien es nicht persönliche Gründe gewesen, die zum Rücktritt führten, sondern rein politische: „Ich habe auch den Rücktritt des gesamten Vorstandes gefordert, um den Weg für einen Neuanfang frei zu machen.“

"Verantwortungsvolle Politik"

Er könne nicht verstehen, dass die Parte i nach den erlittenen Niederlagen einfach zur Tagesordnung übergehe. „Es gab keinen Ansatz von Selbstkritik.“ Auch habe er nicht nachvollziehen können, dass der Parteivorstand – im Gegensatz zum Fraktionsvorstand – keine Empfehlung für die Stichwahl zum Oberbürgermeister gegeben habe. „Ich stehe für eine verantwortungsvolle Politik und will keine Politik, die einfach nur Nein sagt.“ Durch die mit SPD und Grünen eingegangene Kooperation im Rat hätten die Linken in Duisburg einiges mitgestaltet. „Das möchte ich nicht aufs Spiel setzen. Wir hatten drei Forderungen an den OB-Kandidaten, deren Erfüllung er zugesagt hat. Es gab also keine sachlichen Argumente dafür, den Mitgliedern keine Wahlempfehlung zu geben.“

Im Gegensatz zu anderen Teilen der Partei sehe er die Eile, mit über die Nachfolge im Parteivorstand entschieden werden sollte, nicht gegeben.

Die Funktion des Sprechers entspricht bei den Linken und Grünen der des Vorsitzenden.

Alfons Winterseel



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