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Streben nach neuem Profil

08.04.2008 | 20:10 Uhr

Duisburg/Essen. Professor Ulrich Radtke will als neuer Rektor der Universität Duisburg-Essen mehr überregionale Strahlkraft verleihen. Studierende sollen besser betreut werden.

Der Übergabe des Büros folgte ein Blick in eine verheißungsvolle Zukunft: Professor Ulrich Radtke will der Universität Duisburg-Essen als neuer Rektor ein "eigenständiges Profil mit überregionaler Strahlkraft" verleihen und kündigte an, die Hochschule bei der Exzellenzinitiative der deutschen Unis ganz vorne zu positionieren.

Am Dienstag wurde am Campus Duisburg der offizielle Wechsel des Rektorats vollzogen. Prof. Ulrich Radke, ein internationaler Experte für Physische Geographie von der Universität Köln, folgt Prof. Lothar Zechlin, dem Gründungsrektor der gemeinsamen Universität Duisburg-Essen.

Der studierte Jurist Lothar Zechlin leitete die Hochschule von 2003 bis zum 31. März 2008. Wie Zechlin bilanzierte, seien unter seiner Regie zwei ehemalige Gesamthochschulen zu einer Universität geworden. Die Fusion sei insgesamt erfolgreich verlaufen. Dazu mussten einerseits Fächer und Studiengänge abgegeben werden, andererseits seien forschungsstarke Einheiten wie das Kulturwissenschaftliche Institut dazu gekommen.

Die Studiengänge seien auf Bachelor- und Masterstudiengänge umgestellt worden und es seien innovative Steuerungsinstrumente einer "selbstständig" gewordenen Hochschule wie ein umfassendes Qualitätsmanagement eingeführt worden.

Lothar Zechlin wird der Universität als Professor im Institut für Politikwissenschaften in Duisburg erhalten bleiben.

Der 52-jährige Ulrich Radtke, der seit 2004 Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften ist, freut sich, dass sein Vorgänger in Duisburg nur ins Gebäude gegenüber wechselt und ihm damit als erfahrener Ratgeber zur Verfügung stehe.

Radtke hält nach dem jetzt beendeten Fusionsprozess nun einen "Richtungswechsel" für nötig, um die Duisburg-Essener Universität bei der Exzellenzinitiative des Bundes besser zu positionieren. Dafür sei bei der Fusion sehr viel Zeit und Energie verloren gegangen. Dies müsse man nun schnell nachholen.

Nur so sei man in der Lage, der Universität ein Profil zu geben, das über die derzeit nur regionale Bedeutung der Hochschule hinausgehe und sie attraktiver mache. Radtke: "Wir wollen bei den Studenten und Professoren die besten Köpfe gewinnen. Wir müssen über Duisburg und Essen hinaus noch interessanter werden. Vielen ist nicht bewusst, welche Bedeutung eine Universität für eine Stadt haben kann."

Wie Radtke betonte, wolle er für die Studenten ein "Lektorensystem" schaffen, das für jeden Studierenden eine persönliche Betreuung durch einen speziellen Ansprechpartner und eine gezielte "Karriereberatung" biete. Radtke: "Wir wollen wissen, warum jemand zu uns kommt und warum jemand geht."

Weiterhin müsse die Uni ein "Kommunikationszentrum" erhalten. Auch am Abend müsse eine Hochschule noch lebendig sein. Davon profitieren vor allem die Studenten aus dem Ausland. Radtke: "Wir brauchen mehr Aufenthaltsqualität an den beiden Campi."

Geplant sei auch die Gründung eines international bedeutenden Zentrums für Nano-Energietechnik. Radtke sieht ein gutes Abschneiden bei der Exzellenzinitiative, bei der "mit harten Bandagen gekämpft" werde, als Messlatte für seinen persönlichen Erfolg als Rektor der Universität Duisburg-Essen.

Von Thomas Becker

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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