Stoag-Bus reißt sich an Duisburger Haltestelle Tank auf

Am Freitagnachmittag um 15.30 Uhr lässt dieser Bus der Oberhausener Stoag vor dem Marxloh-Center seinen Treibstoff in die Kanalisation abfließen. Die Feuerwehr wurde wohl nicht alarmiert.
Am Freitagnachmittag um 15.30 Uhr lässt dieser Bus der Oberhausener Stoag vor dem Marxloh-Center seinen Treibstoff in die Kanalisation abfließen. Die Feuerwehr wurde wohl nicht alarmiert.
Foto: Christian Balke
Was wir bereits wissen
Erneut hat ein Linienbus am Marxloh-Center größere Mengen Diesel verloren. Der Kraftstoff lief in den Kanal.

Duisburg.. Die Busse der Oberhausener Verkehrsgesellschaft STOAG und die Bushaltestelle Pollmann vor dem Marxloh-Center – beides scheint irgendwie nicht zusammen zu passen.

Am vergangenen Freitag, kurz nach 15 Uhr, lag in Marxloh starker Dieselgeruch in der Luft. Grund für den Gestank: Der Linienbus 661 der Oberhausener STOAG stand offensichtlich leck geschlagen am Straßenrand und ließ seinen Diesel-Kraftstoff in die Duisburger Kanalisation abfließen. Maximal 250 Liter – so viel Diesel fasst der Tank eines Linienbusses – könnten dort auf höchst ärgerliche Weise entsorgt worden sein.

Nicht der erste Vorfall an dieser Haltestelle

Bei den Passanten an der Haltestelle löste der Vorfall Kopfschütteln und Verärgerung aus: „Wenn unsereins auch nur einen Tropfen Diesel in den Gully laufen lässt, und dabei erwischt wird, dann wird er seines Lebens nicht mehr froh“, sagte ein Passant, der vor Ort auf einen Bus wartete: „Warum konnte man denn nicht versuchen, das Leck abzudichten? Außerdem: Ist so was nicht schon mal hier passiert?“, fragte der Mann: „Habe ich doch vor kurzem mal in der Zeitung gelesen.“

Es ist zwar schon knapp anderthalb Jahre her, aber richtig ist, dass ein ähnliches Malheur einem Bus der STOAG am 13. August 2013 am Marxloh-Center passierte. Damals riss der Fahrer an den extra hohen Randsteinen vor dem Marxloh-Center den Tankstutzen seines Busses ab und fuhr noch 300 Meter weiter, wobei er 160 Liter Diesel vor der Kreuzeskirche in den Gully laufen ließ. Damals schoben sich DVG und Stoag gegenseitig die Verantwortung für diese Umweltverschmutzung zu.

Ursache weiter unklar

Was genau am vergangenen Freitagnachmittag dazu führte, dass der Diesel in die Kanalisation abgelassen wurde, ist bislang unklar. Am Freitagnachmittag und am Wochenende waren weder die Pressestelle der Oberhausener Verkehrsbetriebe, noch die der DVG für eine Stellungnahme zu erreichen. Augenzeugen-Schilderungen von der Unfallstelle legen jedenfalls nahe, dass dasselbe mit dem für die Haltestelle wohl zu niedrigen Stoag-Bus passiert ist, wie beim geschilderten Vorfall im August 2013.

Offen bleibt bislang auch die Frage, warum kein Versuch unternommen wurde, das Leck abzudichten und warum kein Ordnungsamt und keine Feuerwehr vor Ort waren. Auch eine Stellungnahme der Emschergenossenschaft steht noch aus. Deren Klärwerk könnte durch Diesel Schaden nehmen.