Stehende Ovationen für Stomp in Duisburg

Das Stomp-Ensemble fegte im wahrsten Sinne des Wortes durch die Lüfte: Die Zuschauer waren begeistert.
Das Stomp-Ensemble fegte im wahrsten Sinne des Wortes durch die Lüfte: Die Zuschauer waren begeistert.
Foto: WAZ-Fotopool
Was wir bereits wissen
Die Rhythmus-Experten begeisterten das Publikum im Theater am Marientor. Ob Tonnen, Töpfe oder Streichholzschachteln: Alles klingt und tönt.

Duisburg.. Sie traten bereits auf der Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele 2012 auf und sind aus dem Londoner West End und dem Broadway in New York nicht mehr wegzudenken. An diesem Wochenende verzauberten sie nun auch die Duisburger Zuschauer im Theater am Marientor: das Percussion-Ensemble Stomp.

Das atemberaubende Klangspektakel aus der britischen Hafenstadt Brighton wird in diesem Jahr 24 Jahre alt und begeistert seither Jung und Alt mit seinen ausgefallenen Rhythmen. Das Erfolgsrezept ist simpel: Man nehme alltägliche Gegenstände wie Besen, Spülbecken, Gummihandschuhe oder Regentonnen, ein attraktives, achtköpfiges Ensemble und eine große Portion Taktgefühl – und schon steht das Grundrezept für Stomp.

Figuren erinnern an Figuren einer Putzkolonne

Die Figuren der „Stomper“ erinnern dabei an Personen einer Putzkolonne, das Bühnenbild hingegen an einen Schrottplatz. Auf zwei Ebenen schmücken Verkehrsschilder, rostige Tonnen, Wellbleche und Unmengen an Radkappen und Rohren die Bühne.

Mit normalen Kehrbesen eröffneten die Darsteller den Abend. Rhythmisch brachten sie den Boden auf Vordermann und ließen das Publikum dazu im Takt des Kehrens mitwippen. Was zunächst mit eher ruhigen Klängen wie dem Klopfen auf Streichholzschachteln oder dem einstudierten Herumrutschen auf Sand begann, entwickelte sich im Verlauf des Abends zu einer energetischen Performance. Dynamische Choreographien gepaart mit genialem Fingerschnippen und Mülltonnenscheppern ließen das Publikum nicht schlecht staunen. Wirklich bewundernswert, wie die „Stomper“ Alltagsgegenstände in Musikinstrumente verwandeln. Dafür gab es nach jeder Einlage tosenden Applaus.

Auch die Lachmuskeln wurden strapaziert

Doch das Ensemble verstand es, nicht nur Ohren und Augen der Bewunderer zu verwöhnen. Auch die Lachmuskeln wurden strapaziert: Mit einer Mischung aus Klangspektakel und britischem Slapstick versteht es die Stomp-Truppe, Musik und Humor unter einen Hut zu bringen. Die Performance kommt dabei ganz ohne Worte aus. Gestik und Mimik und die verbindende Sprache der Musik genügen.

Zwischendurch animierten die Protagonisten das Publikum, sich selbst einmal an den Klatschrhythmen zu probieren. Die Duisburger Zuschauer mussten sich jedoch geschlagen geben: Über ein simples Klatschen hinaus kamen die meisten nicht. Die pure Verzweiflung über das Taktgefühl war auch im Gesicht der Darsteller zu sehen – zur Belustigung des Publikums.

Nach einem fulminanten und energiegeladenen Höhepunkt, der noch Tonnen, Töpfe und sonstige Krachmacher ertönen ließ, sprang das Publikum von seinen Sitzen. Mit stehenden Ovationen bedankten sich die Zuschauer für 90 Minuten geladene Energie. Sie ließen allerdings nicht locker, bis die „Stomper“ eine weitere Kostrobe ihrer Künste darboten.