Steag steckt Millionen in Duisburger Stromspeicher

Das Kohlekraftwerk Walsum der Steag am Nordhafen, über den die Versorgung mit Brennstoff sichergestellt wird . Am rechten Bildrand ist der Rhein zu sehen und hinter dem Kühlturm das Gelände der früheren Papierfabrik.
Das Kohlekraftwerk Walsum der Steag am Nordhafen, über den die Versorgung mit Brennstoff sichergestellt wird . Am rechten Bildrand ist der Rhein zu sehen und hinter dem Kühlturm das Gelände der früheren Papierfabrik.
Foto: Hans Blossey
Was wir bereits wissen
  • Steag investiert am Kraftwerksstandort Walsum fast 17 Millionen Euro
  • Installiert wurde dafür ein Großbatterie-System gegen Stromschwankungen
  • Häufigere Stromschwankungen sind eine Folge des Anstiegs von Wind- und Sonnenenergie

Duisburg.. Unspektakulär sehen sie aus, die weißen Blechcontainer auf dem Kraftwerksgelände der Steag in Walsum. Aber hinter den nagelneuen Behältern verbirgt sich ein Stück Zukunft der Stromversorgung und eine Investition von fast 17 Millionen Euro.

Das Kraftwerk am Walsumer Nordhafen ist einer von sechs Steag-Standorten, die für insgesamt 100 Millionen Euro mit Großbatterie-Systemen ausgestattet werden. Jedes System besteht aus sechs Containern. Fünf Behälter sind gefüllt mit Batterien, einer mit Regeltechnik. Eine Batterie bringt stolze 44 Tonnen auf die Waage.

Nach der Installation am Kraftwerk können die Großbatterie-Systeme sofort eingesetzt werden, um innerhalb von Sekunden Stromschwankungen im Netz auszugleichen. Solche Schwankungen entstehen, wenn die Summe der Strom-Einspeisungen von der Summe des aktuellen Verbrauchs abweicht.

An den Standorten Lünen, Herne und Weiher wurden Testläufe unternommen und nach Steag-Angaben auch erfolgreich beendet: „Die Systeme erhielten vom Übertragungsnetzbetreiber die erforderlichen Zulassungen.“

Großbatterie-Systeme gehen in die Vermarktung

Jetzt gehen die ersten drei der insgesamt sechs Großbatterie-Systeme mit 90 Megawatt Gesamtleistung in die Vermarktung und „leisten somit einen aktiven Beitrag zur Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland“, heißt es in der Essener Steag-Zentrale.

Das Prinzip der neuen Technik klingt eigentlich ganz einfach: Bei zu niedriger Frequenz wird Energie ins Netz eingespeist und bei zu hoher Frequenz wird Energie mit Hilfe der Großbatterie-Systeme gespeichert. Dass es im deutschen Stromnetz zu „immer stärkeren Schwankungen“ kommt, wird von der Steag mit dem steigenden Anteil von erneuerbaren Energien im heimischen Strommix erklärt. Der werde bis zum Jahr 2035 einen Anteil von 55 bis 60 Prozent erreichen. Und die Produktion von Solar- oder Windenergie sei ungleichmäßig und nicht exakt vorherzusagen. „Sonne und Wind halten sich nicht an Prognosen.“ Auch unerwartet hoher oder niedriger Verbrauch, Fehler in der täglichen Bedarfsprognose oder Kraftwerksausfälle führen laut Steag zu Schwankungen im Stromnetz.

Mit den leistungsfähigen Batterien ausgestattet wurden die nordrhein-westfälischen Kraftwerksstandorte in Herne, Lünen und Duisburg-Walsum sowie die saarländischen Standorte Bexbach, Völklingen-Fenne und Weiher.

Für die Zukunft sieht Steag noch weitere Einsatzmöglichkeiten von Batteriesystemen, sowohl in der Erbringung von Systemdienstleistungen im Rahmen der Energiewende als auch zur Kostenoptimierung und zum Risikomanagement von Industriestandorten.