Staubschicht in der Sternwarten-Bibliothek

Staub auf den Himmelsgloben: Nahezu jeder einzelne Gegenstand in der Bibliothek der Rudolf-Römer-Sternwarte muss nun gereinigt werden.
Staub auf den Himmelsgloben: Nahezu jeder einzelne Gegenstand in der Bibliothek der Rudolf-Römer-Sternwarte muss nun gereinigt werden.
Foto: WAZFotoPool

Duisburg.. Die Verantwortlichen des Vereins „Rudolf-Römer-Sternwarte Rheinhausen“ sind stocksauer: Zahlreiche Gegenstände, die in der Bibliothek der Sternwarte im Kultur- und Freizeitzentrum an der Schwarzenberger Straße untergebracht sind, verschwanden nach einer unangemeldeten Renovierungsaktion von Kräften des Immobilienmanagement Duisburg (IMD) unter einer feinen, weißen Staubschicht aus abgebröckeltem Putz.

Dieser legte sich auf Himmelsgloben, Computer sowie Fachzeitschriften und Bücher. „Es ist zwar nichts zerstört. Aber alles wieder zu reinigen, bedeutet für uns einen riesigen Zeit- und Arbeitsaufwand“, klagte Rolf Hembach, der 1. Vorsitzende des Vereins. Was war geschehen? Bereits vor längerer Zeit hatte es in dem Gebäude nach Starkregen einen massiven Wasserschaden gegeben. Laut Hembach ebnete sich das Wasser seinen Weg auch durch Ritzen ins Mauerwerk. Dunkle Stellen an Decken und Wänden waren die Folge. Auch nachdem diese Stellen getrocknet waren, wurde der Putz quasi nur noch von der Farbe zusammengehalten. Regelmäßig fielen unvermittelt Deckenstücke in den Raum 210, wo die Sternwarten-Bibliothek untergebracht ist.

Kommunikationswege müssen besser werden

Auf diese Missstände wurde kurze Zeit später der IMD hingewiesen. Behoben wurden sie dann von beauftragten Handwerkern erst am Samstag, 15. Dezember – das aber ohne vorherige Absprache mit dem Verein. Als Hembach an besagtem Samstag dann die Räume betrat, traf ihn fast der Schlag: Nichts war bei den durchgeführten Arbeiten abgedeckt worden, alles war mit dem feinen Mörtelstaub bedeckt.

„Wir haben wertvolle Bücher mit Leinenumschlag, die nur durch versierte Fachkräfte zu reinigen sind“, sagt Hembach. Und mit Blick in die Zukunft gerichtet fordert er: „Die Kommunikationswege zwischen dem IMD als Vermieter und uns als Mieter müssen künftig besser werden.“ „Dem Hausmeister, der den Handwerkern die Tür aufschließen musste, machen wir keinen Vorwurf“, so Hembach weiter. „Als noch das Bezirksamt für uns zuständig war, gab es solche Vorfälle nicht.“

Nach seiner Wunschlösung gefragt, antwortet der Vereinsvorsitzende: „Es wäre auch schön, wenn Sternwarte und Bibliothek irgendwann nicht mehr an zwei verschiedenen, sondern zusammengelegt an einem einzigen Standort untergebracht werden könnten.“