Städtische Beschäftigte in Duisburg für Sauerland-Rücktritt
22.07.2011 | 09:00 Uhr 2011-07-22T09:00:00+0200
Duisburg. Rainer Hagenacker, Personalrat Innere Verwaltung der Stadt Duisburg, erklärt, warum aus seiner Sicht die Duisburger Verwaltung gelähmt ist und die meisten städtischen Beschäftigen einen Rücktritt von OB Sauerland gefordert hätten.
Rainer Hagenacker ist ein besonnener Mann: Bis die langen Arme des Hünen in Bewegung kommen, das dauert. Beim Thema Sauerland bleiben sie verschränkt vor der Brust, manchmal kommt ein verständnisloses Schulterzucken hinzu.
Als Personalrat Innere Verwaltung und Stellvertreter im Gesamt-Personalrat der Stadt Duisburg hatte er bei der letzten Belegschaftsversammlung gefordert, Sauerland solle sein Amt zur Verfügung stellen . Hagenacker spricht für 6000 Beschäftigte – wie deren generelles Meinungsbild aussah, war vor der Versammlung schwer zu bestimmen, danach war es klar: Die deutliche Mehrheit unterstützte seine Forderung, und beim Wortbeitrag von Sauerland verließen viele aus Protest sogar die Mercatorhalle .
Eine demontierende Situation
„Wir haben erwartet, dass er klar die politische Verantwortung übernimmt“, begründet der Personalrat. Immer noch präsent sei, dass sich der OB in den ersten Tagen nach der Loveparade von den Beschäftigten abgesetzt hatte. „Ich habe nichts unterschrieben “, zitiert Hagenacker Sauerland – „und das empfanden wir als distanzierend“.
Seither fühlten sich die Beschäftigten – von der Bibliothek bis zur Zulassung - nicht mehr als „die Mannschaft Stadt Duisburg“, nicht mehr repräsentiert von der Stadtspitze. Eine absolut demotivierende Situation, die nur dadurch aufgefangen werde, dass die Motivation, etwas für die Bürger zu tun, ungebrochen sei, analysiert Hagenacker.
Ein Jahr nach der Loveparade erlebt er immer noch eine Form von Lähmung in der Verwaltung, „das kann man sehen und erleben“.
Unterschriftenliste zur Abwahl
Der 54jährige Sozialarbeiter, der berufsbegleitend weitere Abschlüsse als Diplom-Ökonom und Politikwissenschaftler gemacht hat, erkennt am Beispiel Duisburg, dass das Modell, einen Oberbürgermeister auch zum Verwaltungschef zu machen, nicht funktioniere. „Wie wäre es wohl bei einer Doppelspitze gelaufen?“, fragt Hagenacker und gibt die Antwort gleich selbst: Die Bewertungen wären wohl andere gewesen, „weil klarer ist, was eine Verwaltung leisten kann und was die Politik will“.
Für die Vorbereitung der privaten Trauerfeier im Tunnel sind auch die beschuldigten Ämter involviert und ihr Dilemma ist offensichtlich: „Sind wir zu penibel, sind wir Spielverderber, geht irgendetwas schief, haben wir immer noch nichts gelernt“, beschreibt Hagenacker. Für die Mitarbeiter wäre es eine Entlastung, wenn auf oberster Ebene jemand die Verantwortung trägt. Und sei es als Sündenbock.
Sturheit und Grenzverletzung
Auch im Rathaus sind die Unterschriftenlisten für das Abwahlverfahren gegen den eigenen Chef im Umlauf. „Wer sich für den öffentlichen Dienst entscheidet, ist nicht unbedingt als großer Revoluzzer unterwegs, Loyalität ist da meist selbstverständlich“, weiß Hagenacker. Die werde derzeit jedoch in Frage gestellt. Nach seiner Einschätzung würden viele ihre Bürgerrolle wahrnehmen und abstimmen, berufliche Nachteile hält er für nicht realistisch. In der Belegschaft gebe es aber auch jene, die die Situation für eine Hexenjagd halten und zum OB stehen.
Wie auch immer die Einstellung ist, der Dienst geht weiter. Der Personalrat führt quartalsweise Gespräche mit dem Chef, es geht um Alltagsthemen, Azubis und deren Übernahme etwa. Die Loveparade? „War nie ein Thema“, bedauert Hagenacker. Auch früher schon seien die Gespräche eher von einer gewissen Sturheit geprägt gewesen, auch Grenzverletzungen zu Dezernaten seien üblich gewesen. „Seine Konzepte zieht er durch“, sagt Hagenacker. Dabei hat er auch Lob für Sauerland übrig. Immer sei er zur Kundgebung zum Tag der Arbeit gekommen, obwohl es ein eher schwieriges Terrain für ihn sei.
Und dass Sauerland als CDU-Mann in seiner Amtszeit das Thema Migration und Integration so befördert habe, sei sein größter Verdienst, glaubt Hagenacker. In dem Bereich sollte er weitermachen, aber nicht als OB. „Denn seine Fähigkeit, auf Leute zuzugehen, seine Burschikosität, waren für den erstarrten Laden anfangs sehr wohltuend. Aber das ist absolut gebrochen und auch nicht wiederherstellbar“.

20:49
#17 Gruenkohl7
Danke für den tollen link
08:27
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01:34
Ich sag nur: http://www.psychozirkus.de/2011/07/adolf-sauerland-sind-tannennadeln-trocken/
da steht alles über Herrn Sauerland...
18:15
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12:27
ok ........
aber einer muss sein : )
Was heißt Blondine auf Chinesisch?
Dumm Ding
00:07
#13 HeinzK1
Sauerland gibt an, er habe von Sicherheitsbedenken in seiner Verwaltung nichts gewusst.
Dieser Satz in Ihrem o.g. Link treibt mir die Zornesröte ins Gesicht. Dabei fällt mir eigentlich nur noch die Geschichte von Pinoccio ein. Sauerlands Nase müsste inzwischen so lang sein, dass sie aus der Rathaustür quer durch die Innenstadt reicht... Petra Voigt ist die dritte Blondine in dieser unendlichen Geschichte, aber bitte, jetzt keine Blondinenwitze ... :-)
22:27
@#12 von turnaround , am 22.07.2011 um 22:20
Jetzt bitte keine Blondinenwitze. ;-)
Siehe aber: http://bit.ly/o9MUdR
.
22:20
# 11 HeinzK1
Dieses gutbezahlte Gefälligkeitgutachten der blonden Dame war spätestens Ende 2010 nur noch so viel Wert wie griechische Staatsanleihen. Aufgrund der bisherigen Ermittlungergebnisse der StA ist längst klar, dass es nicht mal das Papier wert ist, auf dem es geschrieben wurde. Einzig Sauerland entblödet sich nicht, dieses Gutachten immer noch wie ein Schutzschild vor sich herzutragen. Mehr als das und sein Starrsinn sind ihm nicht mehr geblieben. Armer Hahn.
21:07
Aus dem Archiv:
In dem Gespräch [mit dem Personalrat] lehnte der Oberbürgermeister erneut einen Rücktritt ab, der in seinen Augen einem Schuldeingeständnis gleichkäme. Durch den vorgelegten Zwischenbericht, den die Stadt bei einer Düsseldorfer Anwaltskanzlei in Auftrag gegeben hatte, sieht sich die stadtspitze gestärkt. Dazu der Personalrat: „Unsere Einschätzung, dass es problematisch erscheine, die Geschehnisse um die Loveparade von der Leitung der Dienststelle selbst, bzw. durch sie beauftragte Unternehmen aufklären zu lassen, wurde nicht geteilt.“(14.08.2010, NRZ)[1]
[1] http://bit.ly/9PUYZ0
.
20:51
...nämlich der überwiegend schlechte Ruf, den der Personalrat in Mitarbeiterkreisen besitzt.
#5 von socky , am 22.07.2011 um 15:21
Kaum äußert sich der Personalrat kritisch zu OB und Stadtspitze, schon wird ihm von interessierter Seite ein schlechter Ruf unterstellt. Auf welchen Tatsachen gründet sich Ihre Behauptung des schlechten Rufs? Sind Sie in der Lage, dazu Fakten zu liefern? Na, dann mal los.