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Stadtwerke-Gewinn bricht ein

13.06.2012 | 18:24 Uhr
Stadtwerke-Gewinn bricht ein
Zumindest der Stadtwerketurm ist noch ganz eindeutig im „Grünen Bereich“. Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool

Duisburg. Die Stadtwerke Duisburg werden weniger Gewinn machen als erwartet: Das Unternehmen geht davon aus, dass 2012 unterm Strich rund 30 Mio Euro erwirtschaftet werden, mit 41 Mio hat man bisher gerechnet.

Ursache für die Ergebnisverschlechterung sind im wesentlichen Effekte, die von den Entwicklungen des Energiemarktes ausgehen“, erklärte gestern Vorstandsvorsitzender Dr. Hermann Janning. Vor allem die Stromerzeugung bringe weniger Geld ein „wegen des seit Anfang des Jahres deutlich fallenden Strompreisniveaus an der Energiebörse“. Zugleich blieben aber die Kosten für den Bezug des Kraftwerksbrennstoffs Gas auf einem hohen Niveau. Auch der Wettbewerbsdruck samt Preisverfall bei der Stromvermarktung bei Industriekunden wirke sich gewinnschmälernd aus.

„Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind derzeit für Energieversorger mit eigenen Kraftwerken schwierig“, erklärt Technikvorstand Dr. Edmund Baer. „Duisburg bildet da keine Ausnahme.“ „Hinzu kommt“, kritisiert Janning die Bundesregierung, „dass bislang ein belastbarer Fahrplan der Bundespolitik für die Energiewende in Deutschland fehlt. Dies erschwert eine verlässliche Wirtschaftsplanung.“

Auswirkungen auf die DVV

Der Gewinnrückgang bei den Stadtwerken schlägt durch auf die Muttergesellschaft Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV). Für 2012 wird erwartet, dass sich das Ergebnis im Vergleich zu 2011 (-9,6 Millionen Euro) um rund 4 Mio Euro verschlechtert und sich auch in den folgenden Jahren nicht wesentlich verbessern wird. Marcus Wittig, DVV-Finanzchef, kündigte daher ein Maßnahmenpaket zur Kostensenkung an.

Auf der heutigen Aufsichtsratssitzung will Siegbert Geitz von der Gewerkschaft Verdi nachhaken, wer die „katastrophalen Zahlen“ zu verantworten hat. 10 Mio Euro stünden für 100 bis 150 Arbeitsplätze, warnte er gegenüber der WAZ.

Auch die Haushaltsexperten in Politik und Stadtverwaltung müssen jetzt neu nachdenken, denn die Erträge der Stadtwerke dienen dem Ausgleich der DVG-Verluste, die sonst auf die Stadt zukämen.

Willi Mohrs



Kommentare
14.06.2012
08:13
Stadtwerke-Gewinn bricht ein
von taosnm | #6

Die Gewinnwarnung der Stadtwerke vor der Verabschiedung des Haushaltes lässt aufhorchen. Hoffentlich wird in der heutigen Aufsichtsratssitzung endlich einmal hartnäckig hinterfragt. Wer hat nun tatsächlich die Stützungssumme für die GEBAG finanziert? Ist es dieser Stützungsbetrag, der beim Gewinn fehlt? Oder warnt man nur, damit der Rat nicht zu begehrlich wird, denn er ist ja auf Gewinnausschüttungen der Stadtwerke angewiesen.
A propos DVG. Diese hatte versprochen, alle Fahrer fest anzustellen, damit die armen Octeo-Leute endlich angemessen bezahlt werden. Man hat nie wieder etwas dazu gehört. Wahrscheinlich hat sich da nichts geändert.

13.06.2012
20:29
Stadtwerke-Gewinn bricht ein
von JanundPitt | #5

Der hochgerechnete und erwartete Gewinn (Wunschdenken?) ist niedriger als erwartet. Aber es bleibt ein Gewinn. Die Erträge der Tochtergesellschaft Stadtwerke fließen also - vom Bürger unbemerkt - in die Tochtergesellschaft DVG. In voller Höhe? Kaum vorstellbar.
Dieser undurchschaubaren Tochtergesellschaft-und-Tochter-der-Tochter-Gesellschaft-Wirtschaft muss ein Ende bereitet werden. Diese "Töchter" führen ein - von der Haushaltsaufsicht und vom Rat - unkontrollierbares Eigenleben und produzieren Leitungsposten, die höher vergütet werden als das Amt des OB. Kein Wunder, dass Greulich den lukrativen 2. Vorstandsposten bei den Wirtschaftsbetrieben - trotz sinkender Einnahmen - einnehmen will. Die Unterstützung des OB-Kandidaten S. Link hat er. Der will Greulich aus dem Weg haben und einen SPD-Stadtdirektor etablieren. Wer trägt die Kosten für den Einnahmeeinbruch bei den Wirtschaftsbetrieben? Wer finanziert einen 2. Vorstand Greulich? Klar, der Verbraucher. Rote Karte für Link!

3 Antworten
"Die Erträge der Tochtergesellschaft Stadtwerke fließen also - vom Bürger unbemerkt - in die Tochtergesellschaft DVG."
von wattearvolt | #5-1

Die Verrechnung besteht (über die Holding DVV) schon seit Jahrzehnten. Daran würde ich mich auch nicht stoßen. Aber die Schatulle zu öffnen, um millionenschwere Planungsfehler bei der Küppersmühle / GEBAG auszugleichen, das finde ich nicht in Ordnung.

Transparenter und ehrlicher wäre es, den Gewinn an den Stadthaushalt abzuführen ...
von JanundPitt | #5-2

... und ihn erst dann - für alle Bürger erkennbar - an jeweils bedürftige Tochtergesellschaften zu verteilen, statt dieses undurchsichtige und stillschweigende Finanz-Geschiebe zwischen dem Tochtergesellschaften-Geflecht noch länger zu dulden. Es reicht. Die Bürger wollen wissen, wo ihr Geld bleibt. Sie haben ein Recht darauf.

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #5-3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

13.06.2012
20:26
Stadtwerke-Gewinn bricht ein
von AxelKrause | #4

von wattearvolt | #3

Könnte gut sein, bis jetzt wissen wir ja von nur 11,5 Millionen.

13.06.2012
20:08
Stadtwerke-Gewinn bricht ein,...
von wattearvolt | #3

...hat man etwa noch ein paar Milliönchen an die GEBAG rübergeschoben ?

13.06.2012
18:50
Stadtwerke-Gewinn bricht ein
von hansreiner | #2

Bitte erfindet doch einfach mal ne gute Nachricht aus/über Duisburg.
Das hält ja keiner mehr aus!

13.06.2012
18:29
Das reicht doch sicher,
von PSorensen | #1

um ein schönes Versorgungspöstchen für den Grünen Greulich einzurichten...

1 Antwort
" ...um ein schönes Versorgungspöstchen für den Grünen Greulich einzurichten..."
von wattearvolt | #1-1

Bei diesem "worst case scenario" wäre dann aber ein Relaunch der Werbekampagne unumgänglich: "Alles im greulichen Bereich" :-))

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