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Loveparade

Stadtrat beschließt 660 statt 100 qm Platz für Loveparade-Gedenkstätte

04.07.2012 | 16:19 Uhr
Bleibt von der Unglücksrampe auf dem Krieger-Gelände doch mehr übrig als bislang angenommen?Foto: Andreas Eichhorn/WAZ FotoPool

Duisburg.   Überraschende Wende im Streit um die Loveparade-Gedenkstätte: Nach einem Vorschlag der Stadtverwaltung hat der Stadtrat am Mittwoch entschieden, größere Abschnitte der Unglücksrampe auf dem Gelände des Möbel-Unternehmers Kurt Krieger zu erhalten und 660 statt 100 Quadratmeter für die Gedenkstätte zu reservieren.

Überraschende Wende im Streit um die Gestaltung der Loveparade-Gedenkstätte am Ort der Katastrophe: Nach einem Vorschlag der Stadtverwaltung hat der Stadtrat beschlossen, auf dem Gelände des Möbel-Unternehmers Kurt Krieger – auf der Rampe an der Karl-Lehr-Straße – deutlich mehr Platz für die Gedenkstätte frei zu lassen als bislang eingeplant war.

Vor der Ratssitzung am Mittwochnachmittag, in der auch der neu gewählte Oberbürgermeister Sören Link (SPD) vereidigt wurde, verteilten Verwaltungsangestellte die aktualisierte Beschlussvorlage für den Bebauungsplan „Duisburger Freiheit“. Demnach sollen für die Gedenkstätte 660 statt 100 Quadratmeter reserviert werden. Die Mehrheit im Stadtrat stimmte mit Stimmen von SPD, Linken und FDP zu, Grüne und DWG enthielten sich, die CDU stimmte gegen die Erweiterung.

Dadurch wird ein größerer Teil der Rampe erhalten bleiben, auf dem am Nachmittag des 24. Juli 2010 bei einer Massenpanik 21 junge Menschen tödlich verletzt wurden. Die Gedenkstätte wird nun vor allem nach Norden hin, Richtung Innenstadt erweitert werden können. Die Gedenkstätte wird darum voraussichtlich auch einfacher zugänglich sein.  

Die Loveparade-Rampe und die Mauer am Unglückstunnel Ende August 2010. Foto: Friedhelm Geinowski/WAZFotoPool

Bislang waren Politik und letztlich auch die Opfer-Vertreter davon ausgegangen, dass die Möbelmärkte, wie Kurt Krieger sie vor Ort plant, den Erhalt solch großer Rampen-Abschnitte unmöglich machen. Hinterbliebene hatten seit Mitte 2011 mit Krieger-Bau-Vertretern und dem Erfolgsunternehmer selbst verhandelt - und letztlich einen für sie schmerzlichen Kompromiss gefunden. Dieser platzte dann jedoch im Mai , als Krieger Vereinbartes zurückgenommen habe, so die Darstellung des Vereins Loveparade Selbsthilfe. Danach baten die Loveparade-Opfer in einem Schreiben an den neuen Stadtentwicklungsdezernenten Carsten Tum und die Ratsfraktionen „unserem Anliegen gleichen Raum wie den Interessen des Investors einzuräumen“. (pw/wi)

Streit um LoPa-Gedenkstätte
Die Loveparade-Katastrophe


Kommentare
07.07.2012
10:50
Stadtrat beschließt 660 statt 100 qm Platz für Loveparade-Gedenkstätte
von drasos | #22

Ok...selbst das Schild wäre zuviel.

Man sollte die ganze Sache einfach vergessen und dort etwas vernünftiges,etwas das Gewinn erwirtschaftet bauen.

Gedenkstätten haben nur den Zweck das sich Politiker dort kurz vor Wahlen einfinden um sich 4-5 weitere Jahre ihre Diäten zu sichern....

06.07.2012
22:53
Stadtrat beschließt 660 statt 100 qm Platz für Loveparade-Gedenkstätte
von daddy1949 | #21

Es lohnt sich nicht hier Kommentare zu schreiben, es ist nur eine Handvoll User die hier das lesen und neues Posten, aber die es erfahren sollten, bekommen es nicht zu lesen und allen anderen geht es doch am ***** vorbei. So nun für die lesenden User. Zur Gedenkfeier der Toten kommen die Angehörigen mal eben aus China, Australien, Spanien, Holland und deutsche Orte angereist. Kein weiterer Komenntar.

06.07.2012
20:39
Stadtrat beschließt 660 statt 100 qm Platz für Loveparade-Gedenkstätte
von drasos | #20

Ein einfaches 2*2 m Schild wäre völlig ausreichend gewesen.....

05.07.2012
12:09
@ GutesGewissen
von Vergeltung | #19

Das zeigt den politischen Willen, der da hinter steht.

05.07.2012
12:08
@ Jürgen Rohn
von Vergeltung | #18

Meinen Sie die BI Gegen das Vergessen LOPA 2010? Wer von denen ist denn aus/in HH?

1 Antwort
Stadtrat beschließt 660 statt 100 qm Platz für Loveparade-Gedenkstätte
von JuergenRohn | #18-1

40 km von Hamburg entfernt. Die Betreiberin der FB Seite.

05.07.2012
12:04
#16 @graphos
von Vergeltung | #17

Sehr gut formuliert!

Vor allem, wenn man bedenkt, wem da so alles Platz geschaffen wird. Es wird "Platzmangel" befürchtet für politische Aktivisten an einer ihrer Symbolstätten, zu denen sie pilgern und "gedenken". Und Link tritt jetzt als "Rampenretter" auf und macht gemeinsame Sache mit obskuren, politisch mehr als zweifelhaften Gestalten.

05.07.2012
10:45
100 für 560
von graphos | #16

Cooler Deal: ein Plus von 100% im Randsortiment (20% statt 10%) für 660qm Fläche am Ende des Grundstücks.

Viel schlimmer aber noch ist das Signal, das jetzt an weitere Investoren gesendet wird: Duisburg macht für alles und jeden die Beine breit. Und das zu allen aufgezwungenen Konditionen. Ich wage nicht daran zu denken, was noch alles auf uns zukommen wird.

Herr Link, Herr Tum - ein Meisterstück sieht wahrlich anders aus.

05.07.2012
09:32
Stadtrat beschließt 660 statt 100 qm Platz für Loveparade-Gedenkstätte
von saarner | #15

da der Platz unten nicht mehr reichte, hier nun weiter:

Es gibt nämlich weitaus dringendere Sachen die in Duisburg zu finanzieren sind. Aber vielleicht könnte man an der Gedenkstätte noch ein städtisches Kaffee eröffnen, Fanartikel in einem Shop verkaufen und Kaffefahrten da hinorgansiereen, das brächte dann noch was Geld ins Stadtsäckel! Trauertourimus, vieleicht ne Marktlücke!!!

05.07.2012
09:28
Stadtrat beschließt 660 statt 100 qm Platz für Loveparade-Gedenkstätte
von saarner | #14

Bald wird hier auch noch stehen, dass Sören Link übers Wasser laufen kann. Nun mal ehrlich, die Hauptarbeit und Vorarbeit zu diesem Kompromiss wird wohl von der Verwaltung in den letzten Wochen gemacht worden sein. Das wird Herr Link wohl nicht in den letzten Tagen herbeigezaubert haben.
Und Herr Krieger hat halt gepokert, um seine Randsortimente zu bekommen. Hat ja auch geklappt. Und mal sehen, wie gross diese unnötige Gedenkstätte wirklich wird am Ende. Der Kurt ist nämlich dreimal chemisch rein, wie man im Ruhrgebiet so schön sagt.

Auch ich halte diese Gedenkstätte für sowas von überflüssig. Es gibt bereit ein Mahnmal vor dem Tunnel, das sollte reichen. Wenn jetzt ein Grüppchen von 50 Selbstdarstellern unbedingt da eine möglichst noch mit Marmor ausgestaltete Kathedrale haben will, dann sollen diese Herrschaften auch für die Finanzierung, Pflege und Instandhaltung sorgen. Aus öffentlichen Kassen kann und darf dafür in Zeiten knapper Kassen kein Cent gegeben werden.

05.07.2012
09:21
Stadtrat beschließt 660 statt 100 qm Platz für Loveparade-Gedenkstätte
von kikimurks | #13

Ich habe es geahnt, da wird dann gleich Link beweihräuchert. @JuergenRohn: Das ist keine Angelegenheit, die von Link gut geregelt worden ist! Sie erinnern sich vielleicht, dass vor kurzem Krieger, obwohl eine Einigung in Sicht war, die Verhandlungen abbrach? Als jetzt die Baugenehmigung anstand ging alles ganz schnell. Plötzlich war die große Lösung möglich und als Zückerchen gab es dann auch noch gleich die 20% Randsortiment für Krieger :-) Das war keine Glanzleistung von Link sondern von Krieger! Auf die 600 qm kann er leicht verzichten, doch dafür bekommt er ansonsten, was er will.

3 Antworten
Win-Win Ergebnis
von JuergenRohn | #13-1

Um mit Frank Kopatschek zu sprechen, "die Stadt hat endlich Frieden gefunden". Es ist daher eine Win-Win Situation eingetreten für die Stadt und den Investor. Krieger erreicht eine maximale Wertschöpfung und Duisburg verschwindet aus den Negativschlagzeilen um die Gedenkstätte. OB Link und Krieger haben gut verhandelt bei vertretbaren Ergebnissen. Da das Landesrecht bezüglich der 20 Prozent Quote von Randsortimenten derzeit außer Kraft - durch selbige? - gesetzt wurde, spreche ich von gutem Timing ohne Gesetzesverstoß, wenn auch das Ganze ein Geschmäckle hat. Etliche werden das Ergebnis für einen faulen Kompromiss halten, bei dem die innerstädtischen Anbieter den Preis zahlen müssen. Andererseits kann sich Duisburg mit Blick auf die Haushaltssituation das Abwandern eines Großinvestors nicht erlauben. In der Nachschau muss daher der gestrige Tag zwingend als Glanzleistung bezeichnet werden, da die Kuh vom Eis ist.

Stadtrat beschließt 660 statt 100 qm Platz für Loveparade-Gedenkstätte
von kikimurks | #13-2

Das würde ich an Kriegers Stelle auch so öffentlich machen. Ich sehe da einen reinen taktischen Schachzug von Krieger und Link ist prompt darauf angesprungen. Wie erklären Sie sich sonst, das Krieger so kurz vor der Einigung abgesprungen ist und plötzlich dann doch bereit ist? Das ist schlicht nach dem Muster gelaufen, gibst Du mir die 20%, gebe ich Dir die 660qm.

Stadtrat beschließt 660 statt 100 qm Platz für Loveparade-Gedenkstätte
von JuergenRohn | #13-3

So könnte es gelaufen sein, was nicht unbedingt verwerflich wäre, wenn beide Seiten profitieren. Dagegen spricht aber, dass Greulich zuvor mit Krieger eine Lösung abgesprochen haben soll, wo bei Beibehaltung der 70 Quadratmeter eine Wand treppenförmig angeschrägt werden sollte. Damit wäre die begrenzte Fläche größer erschienen ohne Zugeständnis einer tatsächlichen Vergrößerung. Es scheint, als ob zu diesem Zeitpunkt über den verlängerten Arm Greulichs die Gedenkstätte politisch und tatsächlich mehr oder weniger versteckt werden sollte.

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