Stadtplanung unter Polizeischutz

Nein, die Behauptung in den Sozialen Netzwerken, der gestern durchgesetzte Kahlschlag an den Platanen sei auch ein „Kahlschlag der Demokratie in Duisburg“, ist übertrieben und sachlich falsch. Denn formal kam hier ja die Demokratie zum Zuge! Der Rat hat sich sogar mit großer Mehrheit für den Neubau der Mercatorstraße entschieden. Warum aber die Ratsleute aus SPD und CDU dies taten, warum sie sich von der Verwaltung (und den Parteigeschäftsführern) bereitwillig und unter großem Zeitdruck überrumpeln und zum absurden Votum bugsieren ließen, all dies bleibt ihr Geheimnis. Kein Geheimnis mehr, sondern traurig und unübersehbar: Der armselige Umgang dieser Stadtregierung mit ihren Bürgern, durchexerziert vom OB und einer Mannschaft, die ja nur durch den Vertrauensverlust der Sauerland-Stadtregierung nach dem Loveparade-Desaster ans Ruder gekommen war. Doch sie hat wenig Elan und wenig Ideen, wie sie diese Stadt in die Zukunft führen könnte. Stattdessen paukt sie phantasielose Stadtplanung unter Polizeischutz durch, inmitten eines laufenden Bürgerbegehrens. So hatten sich die Duisburger den politischen Neuanfang nicht vorgestellt. Der Vertrauensvorschuss für OB Link, er ist jetzt aufgebraucht. Er ist abgesägt.