Stadt und IMD wollen mit Hausbesetzern von „DU it yourself!“ verhandeln
05.12.2011 | 17:07 Uhr 2011-12-05T17:07:00+0100
Duisburg. Am Wochenende beendete eine Hundertschaft die Besetzung der Hauptschule Laar durch „DU it yourself!“. Nun kritisiert die Gruppe die Darstellung des Einsatzes durch die Polizei. Immobilien-Management und Jugendamt wollen mit den Aktivisten über Räume für ein soziokulturelles Zentrum sprechen.
Als am Samstagabend eine Hundertschaft der Polizei anrückte, traten die etwa 40 Hausbesetzer der Gruppe DU it yourself! lieber den Rückzug an. Mit ihrer jäh unterbrochenen Besetzung der leer stehenden Hauptschule in Laar haben sie dennoch ein Etappenziel erreicht: Vertreter der Stadt wollen sich mit ihnen an einen Tisch setzen, um über die Möglichkeiten zur Unterstützung eines soziokulturellen Zentrums zu sprechen.
Denn als am Samstag Uwe Rohde zwischen den Fronten stand, ging der Betriebsleiter des Immobilien-Management Duisburg (IMD) auf die Hausbesetzer zu: Ein Video zeigt, wie er ihnen Gespräche über passende Räume für das Zentrum anbietet. Ein Sprecher der Gruppe, der lieber anonym bleiben möchte, bedauerte zwar, „dass unter dem Druck der Hundertschaft kein Gespräch mit Herrn Rohde möglich gewesen“ sei. Rohdes Angebot zu einem Gespräch mit IMD und Jugendamt aber wollen die Mitglieder diskutieren und „auf Ernsthaftigkeit“ prüfen. Zumal ihre bisherigen Versuche, über Anrufe und Briefe ins Gespräch mit der Stadt oder ihrer Tochter zu kommen, gescheitert seien.
„Kulturkrise“ in Duisburg und „vorbildliche“ Nachbarstädte
Seit 2009, so erklärt der Sprecher, hätten viele der an der Hausbesetzung beteiligten Aktivisten im Verein Mustermensch „schlechte Erfahrungen mit der Stadt“ gemacht. „Aktiv und selbstbestimmt für unkommerzielle Kultur in Duisburg!“ hatten sich die Vereinsmitglieder damals in ihrem Laden an der Marientorstraße, im T 5, „kulturellen Freiraum“ erkämpft. Ihr Ziel, heute wie damals: „Ein soziokulturelles Zentrum für Jugendliche und Kulturschaffende, konstruktiv unterstützt von der Stadt.“ Der Sprecher führt die Städte Oberhausen und Mülheim und deren Wertschätzung für das Jugend- und Kulturzentrum Druckluft beziehungsweise für das Autonome Zentrum Mülheim (AZ) als gute Beispiele an. Und kommentiert seufzend die „Kulturkrise in Duisburg“: „Genau solche Einrichtungen fehlen doch hier, wo die Stadt Kulturschaffenden und Veranstaltern das Leben mit Auflagen schwer macht.“
So musste seinerzeit auch Mustermensch e.V. obdachlos aufgeben, weil im T 5 in der Altstadt der Schallschutz für Konzerte fehlte und anderswo kein Platz mehr in der Stadt war.
Die Besetzung der Hauptschule in Laar sollte nun ein neuer Anlauf zur Eroberung neuen Freiraums und der Auftakt einer einwöchigen Aktionswoche („Leerstand beleben“) sein. Dieser Plan, so ein Sprecher, sei vor allem am „unverhältnismäßigen Polizeieinsatz gescheitert“.
Obendrein sei die polizeiliche Darstellung des Einsatzes falsch: Die Behörde hatte berichtet, „dass einige Protestler dem friedlichen Ausgang der Aktion noch ihre eigene Note aufdrücken mussten“, Toiletten verstopft und so eine Überschwemmung verursacht hätten. Dem widerspricht der DIY!-Sprecher: Die Hausbesetzer hätten seit Samstagmorgen sogar mehrere Räume im Gebäude geputzt und hergerichtet, um abends eine Freiraum-Party mit Gästen feiern zu können: „Wir haben auch die Toiletten gereinigt. Kurz bevor die Polizei anrückte, haben wir sie in Gang gesetzt, aber ein WC war leider defekt und ist übergelaufen.“ Von einer vorsätzlichen Zerstörung könne nicht die Rede sein.
Vom Borussen-Duell in Mönchengladbach zur Hausbesetzung in Duisburg
Bevor sich die Besetzer am Samstagabend entschieden, „unser Equipment vor der Polizei in Sicherheit zu bringen und das Weite zu suchen, haben wir gute Gespräche mit zwei Streifenpolizisten und dem ehemaligen Hausmeister der Schule geführt“, sagt ihr Sprecher.
Die Situation habe sich erst um 20 Uhr schlagartig geändert: „Der Einsatzleiter der Hundertschaft hat mir erklärt, dass seine Leute nach dem Einsatz beim Bundesliga-Gipfel in Mönchengladbach keine Lust auf einen langen Einsatz haben und das Gebäude schnell räumen, wenn wir nicht gehen.“
Ob und wie DU it yourself! die Aktionswoche nun ohne Kulturzentrale fortsetzen kann, erfahren Interessierte übrigens über den Twitter-Account der Gruppe.

14:34
Wir hatten das Eschhaus.
Natürlich brauchen solche linksorientierten , aktiven und überaus engagierten Jugendlichen Raum , um ihre Ideen leben zu können.
Nicht nur vorgegebene Räume im Hochfeldpark , wo man gelenkt sprayen oder skaten kann. Musikszene ist wichtig - früher wurden die alten Bunker zu Musik und Kunsträumen umfunktioniert- warum bitte sollte man dies mit abgeschriebenen
Gebäuden nicht auch tun ?
Der Sport in dieser Stadt macht es vorbildlich vor - denn auch hier gibt es zu viele
Sportstätten ( Hallen / Schwimmbäder)vom IMD aufgegeben , die nun in Eigenregie von Vereinen oder über den
SSB betrieben werden. Das ist allemal besser als über den IMD.
Also : der Verein Mustermensch existiert doch schon , Engagement gibt es genug -
dieses wertvolle Kapital unserer Jugend sollte positiv umgesetzt werden.
Herr Krützberg sollte sich einsetzen , dann braucht man auch nicht diese armen
Polizisten, die wirklich als Machtwerkzeug des Hausherren schändlich eingesetzt werden.
Unser neuer Innenminister, als Duisburger , müsste sich doch freuen, dass in seiner
Stadt noch so viel Leben ist , Blumen , die nicht schon wieder zertrampelt werden sollten.
Wenn es genug linke, kritische, politisch wache junge Leute gibt , brauchen wir uns um den braunen Sumpf keine Sorgen zu machen.
Schade nur ( aber typisch) dass der WAZ Artikel von C. Balke polemisiert, als wären es Chaoten , die Toilettenproblematiken hinterlassen.
Hetztiraden , die man aus den Sauerland-Artikeln leider kennt.
Unparteiisch???? Unabhängig? Ganz bestimmt nicht.
Lasst uns die Leute unterstützen , d.h. nicht Hausbesetzungen initiieren, sondern
ihren berechtigten Wunsch nach Freiraum in einer so geprügelten Stadt zu unterstützen.
Krützberg, Sauerland, Janssen und wie sie alle heissen, sollten sich für die
Jugendlichen / junge Erwachsene der Stadt einsetzen , auch wenn sie politisch kritisch sind :
sie sind ein Teil von uns - sie sind unsere Zukunft !
Wir hatten das Eschhaus - ein DU - Haus wäre doch schön , stände Duisburg doch gut. Mal endlich ein paar positive Schlagzeilen für diese Stadt.
11:01
Wieso dürfen sich solche postpubertären Linken ordnungswidrig verhalten und bekommen hier noch so ein Forum geboten?
Solche Chaoten kann Duisburg wirklich nicht auch noch gebrauchen.
10:25
....einmal mehr die Chance vertan ihr gesicht zu bewahren. Hätte man die HBer geduldet, wäre alles gut gewesen und Duisburg um ein Stück Kultur reicher.
Jetzt läuft der Hase so: IMD und Stadt stellen die räume kostenlos zur verfügung. Selbstverständlich muss der Verein aber für die Räumlichkeiten eine Nutzungsänderung bei der Stadt beantragen. Reine Formsache natürlich! Wars bisher auch. Genauer bis zum 24.07.2010!!
Ums kurz zu machen: Die Auflagen die an die Nutzungsänderung geknüpft werden (und selbstverständlich nur der Sicherheit dienen) werden nur mit erheblichen zeitlichem und finanziellen Aufwand zu erfüllen sein und somit hat sich die Sache.
Genau auf die selbe Art hat die Stadt in Ruhrort (unter vielen anderen) das Lokal Harmonie schon platt gemacht.
Schade, aber ich kann die Angestellten der Stadt schon verstehen. Ich würde auch auf Nummer sicher gehen und kein Auge zudrücken, wenn ich weiß, das mich mein Chef bei der nächsten Gelegenheit ans Messer liefert, anstatt hinter mir zu stehen.
Aber solltet ihr die Nutzungsänderung trotzdem durchkriegen dann versucht eine Dauerhafte zu bekommen und keine zeitlich begrenzte. Sonst habt ihr alle 6 Monate palaver.
Viel Glück, Duisburg braucht euch!
10:11
Die Hoffnung stirbt zuletzt, und vielleicht hilft das Öffentlichmachung des Gesprächsangebotes der Stadt den Leuten von "Du it yourself", ich wünsche es Ihnen.
07:08
Duisburg hat keine 2.000 Euro für einen Jugendaustausch und kürzt an allen Ecken und Kanten, da dürfte das jetzige Reden mit den Jugendlichen wohl zur Luftnummer werden.
Lieber verbrät die Verwaltungsspitze das erforderliche Geld für sich selbst.
23:41
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
23:41
Noch traue ich der guten Botschaft aus der Duisburger Stadtverwaltung nicht von hier bis über die Straße. Zuviel schlechte Erfahrungen.
Wäre schön, fast zu schön, wenn sie uns Bürgern zum ersten Mal entgegen kommen würde.
20:10
nach dem gescheiterten besetzungsversuch im "hundertmeister" das sich zwar so nannte aber nie "kulturzentrale" war und jetzt als "grammatikoff" weiterdümpelt nun die eben nicht "gescheiterte" schulbesetzung in laar damit die 14,größte stadt deutschland endlich etwas bekäme was sie schonmal hatte
das "eschhaus" als erstes freies kulturzentrum dieser republik ist vion sozialdemokratischen komtrollneurotikern in den 80ern niedergewalzt worden
hundertmeister war immer nur scheinersatz für die spießerjugend
ein autonomes kulturzentrum muß her
und die DU-it-yourself-leute wollen es betreiben
der kulturdilettant janssen kann dem nichts entgegensetzen
imd hat genug dreck am stecken und kann hier mal was sinnvolles tun
die stadtverwaltung bleibt im sauerland-koma
die polizei bleibt jägers prügelbande
imd will verhandeln
good news
aus duisburg
man glaubt es kaum...