Stadt sucht wieder Investoren für "Eurogate" in Duisburg

Der Duisburger Holzhafen mit der sichelförmigen Treppe, an der das "Eurogate" entstehen soll.
Der Duisburger Holzhafen mit der sichelförmigen Treppe, an der das "Eurogate" entstehen soll.
Foto: Friedhelm Geinowski
Was wir bereits wissen
Duisburg sucht erneut nach Investoren für das Projekt "Eurogate" am Duisburger Innenhafen. Damit soll eines der Duisburger Projekte aus der Kategorie "Angefangen und nicht fertig gestellt" endlich realisiert werden. Als wahrscheinliche Interessenten zählen die Essener Projektentwickler Kölbl/Kruse.

Duisburg.. "Eurogate" nimmt einen neuen Anlauf: Ab 30. Juni wird die Stadt das gut 12.000 Quadratmeter große Grundstück am Innenhafen erneut Investoren anbieten, damit das Projekt realisiert werden kann. Bewerbungsschluss ist am 30. November. Der Mindestkaufpreis liegt laut Ratsbeschluss bei 4,5 Mio Euro.

Allerdings soll es bei der Vergabe nicht primär ums Geld gehen. Bei der Entscheidung soll es vielmehr in erster Linie um die städtebauliche Qualität der geplanten Bebauung gehen. Eine „hohe architektonische Qualität“ sei gefordert, erklärte Planungsdezernent Carsten Tum gegenüber der WAZ.

Erster Plan entstand 1990

Für das Grundstück am Holzhafen unmittelbar am Portsmouthdamm, der den Innenhafen teilt, hat Lord Norman Foster schon 1990 einen spektakulären sichelförmigen Bürobau vorgesehen. Der britische Architekt hatte seinerzeit den Masterplan für die Innenhafen-Entwicklung von der Industriebrache zum Büro-, Freizeit-, Kultur- und Wohnstandort erarbeitet. Nur die Realisierung des „Eurogate“ lässt nach wie vor auf sich warten.

In den aktuellen Vorgaben für mögliche Investoren ist daher Foster-Plan nicht mehr bindend: „Dem Bieter steht es frei, auf diesen Vorschlag zurückzugreifen“, sagt Tum. Er könne sich aber auch von der „Sichel“ lösen. Auch sei ein Bau in mehreren Abschnitten möglich. Festgelegt ist dagegen die Nutzung. Vorrangig soll der Neubau Büros aufnehmen, aber auch Hotel, Konferenzräume, Gastronomie und kleinteiliger Einzelhandel sind zulässig.

Pflicht ist der Bau einer Tiefgarage unter dem Treppenbauwerk, das seit Jahren schon den Holzhafen säumt, ohne nutzbar zu sein. Die Höhe des künftigen Gebäudes soll sich an der Innenhafen-Nachbarschaft orientieren. Und: Es wird beim Zuschlag eine Bauverpflichtung geben. Das heißt: Wer die Hand hebt bei der Ausschreibung, muss auch bauen. Das lange Warten auf die Bebauung des letzten großen und vielleicht auch attraktivsten Innenhafen-Grundstücks soll ein Ende haben.

Das Datum für den Bewerbungsschluss wurde bewusst gewählt, um auf der Immobilienmesse Expo Real – vom 6. bis 8. Oktober in München – noch einmal die Werbetrommel für den Schlussstein der Innenhafenbebauung rühren zu können.

Kölbl/ Kruse im Gespräch

Dass sich die Essener Projektentwickler Kölbl/ Kruse erneut für Grundstück interessieren dürften, gilt in Immobilienkreisen als wahrscheinlich. Sie haben die Umgestaltung des Innenhafens mit einer Vielzahl von Projekten mitgetragen, vom Allgemeine-Speicher bis zu „Five Boats“.