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Stadt muss 1100 Plätze schaffen

24.10.2007 | 20:47 Uhr

Stadt muss durch die Schließung von 54 Gruppen in katholischen Einrichtungen tief in die Tasche greifen. Investitionen könnten im ungünstigsten Fall 23,5 Mio E betragen

TAGESTHEMA DIE ZUKUNFT KATHOLISCHER KINDERGÄRTEN Die Aufregung im Jugendhilfeausschuss war groß. Auch Christdemokraten kritisierten deutlich die beabsichtigte Schließung von 54 katholischen Kindergartengruppen in Duisburg. Jede dritte Gruppe wird damit bis 2011 geschlossen. Die Stadt steht damit vor neuen Problemen. Sie muss allen Kindern zwischen drei und sechs Jahren einen Kindergartenplatz zur Verfügung stellen. Noch weiß sie nicht, in welchen Stadtteilen sich die Kirche zurückziehen wird. Sieben Gruppen hat die Kirche seit dem 1. August bereits aufgegeben. In Beeck, so Jugendamtsleiter Thomas Krützberg, konnten wir in der Nachbarschaft 20 neue Plätze in der evangelischen Einrichtung anbieten. Wir müssen abwarten, wie sich die Nachfrage entwickelt. In Laar mietete die Stadt die Räume des ehemaligen katholischen Kindergartens an, konnte die 50 Plätze in zwei Gruppen weiter anbieten.

Weniger angetan war die Verwaltung von der Aufgabe von 50 Plätzen in Kaßlerfeld. Die Räume standen nicht mehr zur Verfügung, die katholische Gemeinde will ein Altenheim errichten. Krützberg: "Die evangelische Gemeinde zeigte sich kooperativ. Wir konnten ein Haus anbauen, in dem zwei Gruppen Platz finden." Die Investitionskosten für die Stadt: 600 000 E.

Bis 2011 muss die Stadt den Anspruch von zusätzlich 1100 Kinder auf einen Kindergartenplatz erfüllen. Eine Folge des Wegfalls noch weiterer 47 Gruppen in katholischen Einrichtungen. Für die Stadt könnte es teuer werden. "Müssten wir tatsächlich für jede wegfallende Gruppe neu bauen", rechnet Krützberg vor, "lägen die Investitionen bei 23,5 Mio E." Da die Versorgung mit Kindergartenplätzen zur Pflichtaufgabe von Gemeinden gehört, legt die Bezirksregierung auch kein Veto ein. Doch Krützberg hofft, dass es so weit nicht kommt und Einigung mit den Kirchengemeinden erzielt werden kann. Im Idealfall würde die Stadt die ehemaligen Räume der Kirche anmieten. Doch entscheiden sich die Gemeinden, Gebäude oder auch Grundstücke anders zu nutzen, muss die Stadt tief in die Tasche greifen. Im November will der Zweckverband dem Bischof in Essen melden, welche Gruppen zunächst zum 31. Juli 2008 geschlossen werden sollen. Thomas Krützberg hofft, dass es bei dem Termin bleibt und die Stadt rechtzeitig informiert wird. Eines stellt der Amtsleiter klar: "Die Beitragssatzung wird deshalb nicht geändert."

Von Klaus Johann



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