Stadt gibt Loveparade-Infos künftig via Anwalt
11.08.2010 | 18:37 Uhr 2010-08-11T18:37:00+0200
Duisburg.Informationen zum Loveparade-Drama gibt die Stadt Duisburg künftig über eine Anwaltskanzlei heraus, die einen PR-Berater hinzugezogen hat. Die Stadt begründet den Schritt mit den laufenden Ermittlungen.
Am Mittwoch war er bereits im Rathaus, der neue Mann der Stadt für die Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Loveparade, Karl-Heinz Steinkühler. Das es besser wurde mit der Informationspolitik der Stadt? Wir machten die Probe.
Fünf Fragen richteten wir am Mittwoch an die Adresse der Stadtverwaltung: Was sind die Kompetenzen des neuen Öffentlichkeitsarbeiters? Wer zahlt den neuen Stadtsprecher? Wie teuer ist der Neue für die Stadt? Darf die finanziell klamme Stadt diesen Spezialisten einstellen oder beauftragen? Was darf das städtische Referat für Kommunikation noch von sich geben?
Antwort der Stadt: Kein Kommentar. Fünf Stunden später klingelt der E-Mail-Eingang: „Die Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek wurde von der Stadt Duisburg beauftragt, die internen Untersuchungen über die Zuständigkeit und die Aufgabenerfüllung der Stadt im Zusammenhang mit der Loveparade juristisch zu unterstützen. Im Rahmen dieses Mandates hat die Kanzlei wie bei ähnlichen öffentlichkeitsrelevanten Verfahren einen Medien- und Politikberater hinzugezogen.“ Diese Antwort spricht für sich, die Stadtverwaltung nicht mehr.
Gesetzliche Verpflichtung
Die Übertragung der Pressearbeit, zu der Städte gesetzlich verpflichtet sind, ist rechtlich zulässig, so die Bezirksregierung Düsseldorf, zuständig für die Kommunalaufsicht. Eine Bezahlung des Kommunikationsexperten erfolge nicht durch die Stadt, sondern durch die Rechtsanwaltskanzlei Heuking, Kühn, Lüer und Wojtek, sei zunächst nicht zu beanstanden. Im Etat gebe es einen Posten für juristischen Hilfen: „Die Stadt ist da ganz frei.“ Solange der PR-Beauftragte von der Kanzlei bezahlt werde, wohlgemerkt.
„Unsere Aufgabenstellung hat sich nicht geändert“, antwortete Josip Sosic, Sprecher von Oberbürgermeister Adolf Sauerland, auf die WAZ-Anfrage nach seinen künftigen Kompetenzen. Das gelte auch für das städtische Kommunikationsreferat.
Dass eine Anwaltskanzlei bei Presseanfragen eingeschaltet werde, sei eine Folge der staatsanwaltlichen Ermittlungen nach der Katastrophe bei der Loveparade mit 21 Todesopfern und über 500 Verletzten. Die Kanzlei sei zur juristischen Unterstützung bei der internen Aufarbeitung der Vorgänge eingeschaltet worden.
Zunächst keine klare Antwort
Einen Tag lang hatte die Stadt am Dienstag gebraucht, ehe sie sich zur Frage äußerte, ob der Düsseldorfer PR-Profi Karl-Heinz Steinkühler die Kommune in der medialen Aufbereitung der Katastrophe unterstütze. Eine klare Antwort gab es zunächst nicht. „Die Stadt hat lediglich die Anwaltskanzlei Heuking damit beauftragt, die Zuständigkeiten und die Aufgabenerfüllung der Stadt bei der Loveparade darzustellen und juristisch zu prüfen“, sagte Sosic. Auf Nachfrage, ob dieser Auftrag an die Kanzlei Heuking auch ein Engagement Steinkühlers umfasse, antwortete Sosic: „Fragen Sie Heuking.“
Doch auch in der Düsseldorfer Kanzlei blieben die Nachfragen am Dienstag unbeantwortet. Gestern teilte man zunächst mit, dass die Kanzlei zu dem Thema keinen Kommentar abgebe. Unter anderem ging es um die Frage, von wem der PR-Berater bezahlt wird. Dazu eine Sprecherin der Kanzlei. „Fragen Sie die Stadt Duisburg.“
CDU steht zu Sauerland
Artikel, Fotos, Videos und ausgewählte Beiträge zur Loveparade in Duisburg und den Folgen – etwa zur Abwahl von Adolf Sauerland als OB und dem politischen Neuanfang in Duisburg – finden Sie auf unseren fünf Spezialseiten.
Die CDU-Fraktionsvorsitzende Petra Vogt verteidigte gegenüber der WAZ die Haltung der Ratsfraktion, sich nicht an der Abwahl des Oberbürgermeisters zu beteiligen. Im Interview mit der Redaktion, dessen Wortlaut in unserer Samstagsausgabe erscheinen wird, erklärte sie auf die Frage, ob die Fraktion in dieser Frage zerrissen sei: „Nein gar nicht. Für uns ist ganz wichtig, dass diese schreckliche Katastrophe gründlich aufgeklärt wird und deswegen ist für uns auch die Frage, ob irgendwer abgewählt wird oder nicht, überhaupt kein Diskussionsthema, weil wir wissen wollen, was tatsächlich passiert ist.“ Das sei man auch den Opfern schuldig. Man werde keine gravierenden Entscheidungen herbeiführen aufgrund von Gerüchten oder Spekulationen. „Darin sind sich Partei, Vorstand und Fraktion vollkommen einig.“
Sollte es bis entscheidenden Sitzung eine Faktenlage geben, die eventuell Verantwortliche benennen kann – das könne die Verwaltung, die Verwaltungsspitze und der Oberbürgermeister, aber auch der NRW-Innenminister sein, falls sich herausstellen sollte, dass die Fehler bei der Polizei geschehen sind – werde man neu diskutieren. Für sie zeige Zwischenbericht der Anwälte, dass die Stadt nach den derzeitigen Kenntnissen keinen Fehler gemacht habe.

02:06
Geile Idee! Die Power liegt bei den Menschen!
Wir sind das Volk!
08:02
#135 @turnaround,
Ich werde Morgen als Minidemo ein Grablicht auf der Rathaustreppe entzünden. Vielleicht gibt es Nachahmer und wir können die Gedenkstätte vom Tunnel zum Rathaus verlagern ? Versuch macht klug.
sehr gute Idee !!! ... ich werde mich dieser Aktion anschließen !!!
00:05
#134 von taosnm: Ich habe viele Ihrer Kommentare gelesen und möchte sagen: Sie sprechen mir aus der Seele. Wir Duisburger MÜSSEN etwas gegen diese unglaubliche Mischpoke im Rathaus tun. Wenn nicht die Duisburger, wer dann ? Zur Demo gegen OB Sauerdrops kann man als Demokrat leider nicht gehen - ist von Pro NRW organisiert - Teilnehmer werden - berechtigt oder unberechtigt - in die braune Ecke gestellt und wahrscheinlich fotografiert und archiviert. An der Gegendemo kann man auch nicht teilnehmen, weil das als Unterstützung für den unsäglichen OB gewertet werden kann. Ich werde Morgen als Minidemo ein Grablicht auf der Rathaustreppe entzünden. Vielleicht gibt es Nachahmer und wir können die Gedenkstätte vom Tunnel zum Rathaus verlagern ? Versuch macht klug. Bringt Kerzen mit, soviele wie wir brauchen, kann ich nicht tragen !
18:49
Zur Sache möchte ich zitieren aus einem Leserbrief zur Loveparade-Katastrophe im Spiegel:
Ein Oberbürgermeister, der angesichts des Totalausfalls von Intelligenz und Verantwortung in der ihm unterstehenden Behörde zu seiner Rechtfertigung nichts zu sagen weiss als Ich habe doch nichts unterschrieben, richtet sich selbst.
Und dieser Mann hat sich selbst gerichtet. Jedoch kann er ins Guiness-Buch der Rekorde kommen, wenn er es noch bis Oktober 2010 schafft. Das wäre schon eine stramme Leistung. (Und wenn die Mopderation hier einschreiten würde, könnte ich das sogar verstehen!)
18:18
Warum spricht von unserer Regierung in NRW
keiner ein Machtwort. Dieser Herr Sauerland sollte doch endlich seinen Hut nehmen. Den Kommentaren
#13o und 132 stimme ich voll zu. Einfach mehr
als zum kot....
Eins bleibt doch bestehen, die Anlage war eingezäunt,der Tunnel für Eingang und Ausgang zu klein. Und hier hatten wohl einige Leute der
Verwaltung nicht den Durchblick. Für diese Fest-
stellung braucht man sicherlich kein Studium zu
haben.
13:55
die Stadt einschließlich Bürgermmeister verhält sich einfach nur noch primitiv
11:54
Nomenklatura – die privilegierte Klasse,
dass verstehe ich mittlerweile auch im Westen unter dem Begriff Politiker.
Herr Sauerland und seine Dezernenten schotten sich genauso ab, wie einst die Genossen in Wandlitz!
Die anderen Parteien kommen mir vor wie die ängstlichen und devoten Blockflöten des Ostens.
Ich werde dieser in sich geschlossenen Kaste meine Stimme verweigern.
Medienberater haben auch Diktaturen, nur dort sind sie im Propagandeministerium!
11:53
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11:48
Aber alles kein Problem. Den nächsten Faßanstich kann ja dann auch eine Vertreterin der Anwaltskanzlei Heuking & Co machen ...
Fr. Dr. Jaspers wird das sicher gerne tun ... für ein einmaliges Honorar in Höhe von nur noch 5.000 Euro.
Allerdings sollte man dann konsequenterweise darüber nachdenken, ob die Kosten für alle privatisierten Aufgaben des OB von seinen Bezügen einbehalten werden. Aber - upps - soviel verdient Sauerland ja gar nicht ... die 11.000 Euro sind ja schon weg, wenn der PR-Berater seiner Aufgabe nachgeht und 5,5 Tage nichts sagt.
11:28
#126 Ein Walsumer
Sie haben Recht! Noch OB Sauerland ist de fakto nicht mehr unsere OB mehr! Nur einige CDU-Anhänger stehen noch hinter ihm!