Stadt erarbeitet Notfall-Plan für die Innenstadt

Die Stadt muss beim Hochwasserschutz kräftig nachrüsten. Sollte die Marientorschleuse bei einem hohem Pegel versagen, hätte das dramatische Folgen für die Innenstadt. Der gesamte Innenhafen würde überflutet, hinter dem Rathaus würde der Altmarkt im Hochwasser verschwinden, der U-Bahn-Schacht volllaufen.

Forscher der RWTH Aachen haben genau das im Auftrag der Stadt simuliert. Auf einer Gefahrenkarte haben sie festgehalten, was trotz Notfallmaßnahmen versinken würde: Das Landesarchiv, die Landeszentrale für Polizeiliche Dienste oder die Promenade samt Gastronomie wären nicht zu retten. Der Portsmouth-Damm hält rund elf Metern stand. Nun hat die Stadt einen Notfallplan erarbeitet. Der Plan erstreckt sich auf das Gebiet entlang des Innenhafens. Geplant ist zum Beispiel der Einbau eines Dammbalkenverschlusses hinter dem Marientor. „In der Vergangenheit ist es vorgekommen, dass sich das Tor verkantete und nicht schloss. In diesem Fall würde man mit einem Kran den zweiten Verschluss betätigen“, beschreibt Dezernent Ralf Krumpholz. Zudem sind Notdeiche aus Sandsäcken vorgesehen. Beginn des Deichs wäre dann an der Unterführung hinter dem Schwanentor sowie an der Max-Peters- Straße, um das Hochwasser in Richtung Norden zu stoppen. Der Portsmouth-Damm, der den hinteren Teil des Innenhafens schützt, müsste um 1,80 Meter mit einem Deich aus Schläuchen, Sand und Kies erhöht werden. Um den U-Bahn-Tunnel der Haltestelle „Rathaus“ soll ebenfalls ein Notdeich errichtet werden.

Derzeit gibt es außerdem eine Debatte darüber, das Marientor komplett zu erneuern. „Das Tor ist fast 100 Jahre alt und hat seine Lebensdauer erreicht“, erläutert Krump-holz. Ein neues Sperrtor kostet zwischen drei und fünf Millionen Euro. Das alte Modell steht allerdings unter Denkmalschutz. Auch, ob sich das Tor weiterhin öffnen lassen oder den Innenhafen komplett abgeriegelt wird, muss die Politik entscheiden. Allerdings sind dann die Tage der Marina gezählt.