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Duisburg hält mögliche Unterkünfte für Asylbewerber geheim

18.09.2013 | 09:00 Uhr

Duisburg.  Die Stadt Duisburg nimmt 26 Standorte unter die Lupe, die als weitere Unterbringungsmöglichkeiten für Asylbewerber dienen könnten. Stadtdirektor Spaniel hält die möglichen Standorte geheim: „Alles andere wäre kontraproduktiv“. Es gäbe zu viel Bedenkenträger.

Sollten in den nächsten Tagen zwei Busse mit Asylbewerbern in Duisburg ankommen, hat Stadtdirektor Reinhold Spaniel ein Problem. „Dann werde ich eine Turnhalle belegen müssen“, sagt er. Denn die Kapazitäten seien „bei Null“: „Wir sind am Anschlag“. Rund 1000 Asylbewerber hat Duisburg bisher aufgenommen, die Landesaufnahmestellen sind voll, die Stadt rechnet mit weiteren 100 Flüchtlingen pro Monat .

Spaniel hat eine „Task Force“ gebildet: Sie nimmt die 26 Standorte unter die Lupe, die als weitere Unterbringungsmöglichkeiten dienen könnten. Die Liste allerdings bleibt Verschlusssache. „Alles andere wäre kontraproduktiv. Überall gibt es Bedenkenträger, überall herrscht das St. Floriansprinzip: Helfen ja, aber bitte nicht hier. Das bringt uns nicht weiter. Ich werde die Liste sauber abarbeiten“, sagt Spaniel. Er fordert vielmehr, zu einer sachlichen Diskussion zurück zu kehren. „Was da letzte Woche in Neumühl passiert ist, das hat mich kolossal geärgert. Diese Turbulenzen gilt es zu vermeiden. Ich weiß, dass die Standort-Diskussion kein Gewinnerthema ist. Aber darauf kann ich keine Rücksicht nehmen. Wir haben die Pflicht, die Leute hier unterzubringen.“

Er werde bei der Standort-Prüfung von möglichen Unterkünften darauf achten, dass kein Stadtteil zu stark betroffen ist und die Auswahl „so sozialverträglich wie möglich“ ausfällt. Dann werde die Politik beteiligt und Bürger informiert. „Das ist kein Wahlkampfthema. Hier ist die Geschlossenheit aller Demokraten gefragt. Die müssen jetzt das Kreuz durchdrücken und stehen wie eine Eins, da kann sich keiner in die Büsche schlagen“, appelliert Spaniel und fordert gleichzeitig auch „mehr Gelassenheit und einer ruhigen Hand“ bei diesem Thema.

„Kein Standort ist optimal“

Er erinnert daran, dass die Stadt seit Jahrzehnten eine Einwanderungsgeschichte hinter sich habe. „Anfang der Neunziger hatten wir 5000 Asylbewerber hier, Aus- und Übersiedler, Kontingent-Flüchtlinge und Boat-People. Auch das hat Duisburg verkraftet.“

Leerstehende Gebäude als Notunterkünfte herzurichten, sei allerdings nicht einfach. Oft stehen das Planungs- und Baurecht oder der Brandschutz im Weg. Wie bei der alten Jugendherberge, die deshalb nicht in Frage kommt. Unabhängig von der laufenden Prüfung entstehen an zwei Standorten bereits weitere Unterkünfte für Asylbewerber: Das Containerdorf an der Masurenallee in Wedau soll Mitte Oktober bezugsfertig sein, der leerstehende Wohnklotz an der Helmholtzstraße in Beeck bis Ende des Jahres. Beides ist politisch lange und einstimmig beschlossen, vereinzelte Kritik an diesen Standorten wie zuletzt von der CDU bügelt Spaniel ab: „Kein Standort ist optimal“.

Ingo Blazejewski

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Duisburg hält mögliche Unterkünfte für Asylbewerber geheim
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http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/stadt-duisburg-sucht-unterkuenfte-fuer-asylbewerber-id8457348.html
2013-09-18 09:00
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