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Stadt Duisburg stopft Personallücken mit Leihkräften

23.09.2014 | 09:00 Uhr
Stadt Duisburg stopft Personallücken mit Leihkräften
Mit einem „Sklavenmarkt“ auf der Kuhstraße demonstrierte die Gewerkschaft Verdi bereits 2011 gegen Leiharbeit in Duisburg.Foto:Stephan EickershoffFoto: WAZ FotoPool

Duisburg.  Erstmals auch in der Kernverwaltung. Bei den Wirtschaftsbetrieben wurden in Spitzenzeiten bis zu 200 Leiharbeiter beschäftigt. Deren Zahl ist mittlerweile gesunken. Insgesamt steigt die Zeit- und Leiharbeit in Duisburg stark an. Sie gilt mittlerweile als „Normalität“.

Am Montag vergangener Woche verkündete ein Rathaussprecher noch, die Kernverwaltung beschäftige keine Leiharbeiter. Tags drauf wurde öffentlich, dass sie fünf Zeitkräfte ordern will, um einen Berg offener Rechnungen für Rettungsfahrten der Feuerwehr abzuarbeiten. „Das ist der Hammer“, sagt ein altgedienter Gewerkschafter. Leiharbeit im öffentlichen Dienst ist in Duisburg ein sehr spezielles Thema.

Man muss bundesweit lange suchen, um so viel Leiharbeit im öffentlichen Dienst zu finden, wie hier. Insbesondere die Wirtschaftsbetriebe (WBD) haben das Instrument intensiv genutzt. Bis zu 200 Beschäftigte kamen zu Spitzenzeiten vor sechs bis acht Jahren von Leihfirmen, bei insgesamt 1700 Mitarbeitern, berichtet Verdi-Personalrat Marcus Drewes, der auch um die Besonderheit weiß, dass der öffentliche Dienst in Duisburg auf Leihkräfte setzt: „In anderen Städten kennen viele dieses Thema nicht.“

Duisburger Phänomen "aus Not und Elend geboren"

Dieses Duisburger Phänomen sei „aus Not und Elend geboren“, urteilt Thomas Keuer, Geschäftsführer des Verdi-Bezirks Niederrhein. „Die Stadt baut Personal ab und wenn neue Aufgaben zu bewältigen sind, bricht wilde Hektik aus.“ Dass Lücken dann mit Leihkräften gestopft werden können, belohne die Stadt und viele andere Arbeitgeber nur dafür, dass sie nicht rechtzeitig genug Nachwuchskräfte ausbilden, so der Gewerkschafter.

In langen und zähen Verhandlungen konnte die Personalvertretung bei den Wirtschaftsbetrieben die Zahl von 200 Leiharbeitern immerhin herunter handeln auf heute um die 30. „Das sind immer noch 30 zu viel“, sagt Drewes. „Wir drängen immer wieder darauf, die Leiharbeit bei den Wirtschaftsbetrieben ganz zu beenden. Da sind befristete Verträge ja noch besser.“

Gründe: Die nur gemieteten Kollegen werden oft wesentlich schlechter bezahlt als die Stammkräfte. Bei der Straßenreinigung soll es Kollegen gegeben haben, die mit 950 Euro netto nach Hause gingen. Sie hätten bei der Leihfirma unterschreiben müssen, dass sie ihre Verträge niemandem zeigen. Für die Entleiher sei Leiharbeit unterm Strich zudem teurer, weil die Verleihfirmen an den Arbeitern verdienen, so Drewes. Volkswirtschaftlich sei es auch besser, wenn Leihkräfte mehr Gehalt in der Tasche haben.

Die Wirtschaftsbetriebe indes beteuern, sie benötigten Leiharbeiter, um Spitzen abzudecken, etwa im Grünbereich für Aufräumarbeiten nach Pfingststurm Ela oder zur Vertretung von Dauerkranken, berichtet WBD-Sprecher Volker Lange. Wie viele Zeitkräfte einen Dauerjob bei den Wirtschaftbetrieben gefunden haben, ist nicht zu ermitteln. „Es sind aber einige“, sagt Lange. Denn auch die gemieteten Kollegen könnten sich intern bewerben.

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Kommentare
23.09.2014
19:41
Schade,
von PolitikVerachter | #7

daß die Parteischranzenversorgung Links nicht über das Instrument Leiharbeit erfolgt, die bekommen alle den goldenen Bürostuhl....

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Stadt Duisburg stopft Personallücken mit Leihkräften
Stadt Duisburg stopft Personallücken mit Leihkräften
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http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/stadt-duisburg-stopft-personalluecken-mit-leihrkaeften-id9854487.html
2014-09-23 09:00
Duisburg, Lehrer, Bildung, Personalservice-Agenturen, Verdi, Thomas Keuer, Rettungsfahrten,
Duisburg