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Abwahlverfahren

Stadt Duisburg bestreitet Vorwürfe der Sauerland-Gegner

20.10.2011 | 16:27 Uhr
Stadt Duisburg bestreitet Vorwürfe der Sauerland-Gegner
Kurz nach der Übergabe der Unterschriftenlisten schauten die „Neuanfang für Duisburg“-Sprecher Harald Jochums (Mitte) und Theo Steegmann (rechts in Schwarz) den Mitarbeitern der Verwaltung bei der Überprüfung der Listen über die Schulter. Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

Duisburg.Die von der Abwahlinitiative kritisierte Stadt bestreitet, die Sauerland-Gegner zur Gestaltung der Unterschriftenlisten falsch beraten zu haben. Entscheidend sei, dass die „Unterzeichnungsberechtigung“ in einem „angemessenen kurzen Zeitraum“ überprüfbar sei.

Seit Dienstag zählen Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Unterschriften, die auf Initiative von „Neuanfang für Duisburg“ für einen Bürgerentscheid zur Abwahl von Oberbürgermeister Adolf Sauerland gesammelt wurden. 79.193 Unterschriften gegen den OB zählte die Bürgerinitiative, die Mitarbeiter der Stadtverwaltung kontrollieren die Unterschriftenlisten seit Dienstag.

Die 20 Mitarbeiter des Wahlamtes und anderer Verwaltungsbereiche werden all jene Unterschriften nicht zählen, bei denen die Unterzeichner ihre Hausnummer nicht angegeben haben . Weshalb Theo Steegmann, einer der drei Sprecher von „Neuanfang für Duisburg“, die Verwaltung erneut kritisierte. Die Abwahlinitiative prüfe rechtliche Schritte gegen diese Anerkennungskriterien und werde den Innenminister einschalten, hatte Steegmann am Mittwoch angekündigt .

Gestaltung des Formulars „formal korrekt“ und „üblich“

Seine Vorwürfe, die Stadt habe sich gegenüber der Initiative nicht korrekt verhalten, kommentiert die Verwaltung nun mit einer von Stadtsprecher Frank Kopatschek unterzeichneten Stellungnahme. Darin verweist „die Stadt Duisburg“ darauf, „dass die Initiative begonnen hatte, Unterschriften zu sammeln, ohne sich vorher von der Stadt beraten zu lassen.“

Erst einer Woche nach Beginn der Sammlung habe die Gruppe der Stadt das Formular (ohne Feld für die Hausnummer) zur Überprüfung zugesandt: „Dieses Formular entsprach den gesetzlichen Erfordernissen, was der Initiative mitgeteilt wurde. Ergänzend sei darauf hingewiesen, dass die Gestaltung des Formulars nicht nur formal korrekt, sondern auch üblich ist. Auch bei den Bürgerbegehren zu den Forensikstandorten und gegen den Abriss der Mercatorhalle wurden Formulare ohne eine Rubrik für die Hausnummer verwendet.“

Theo Steegmann, Sprecher von „Neuanfang für Duisburg“ bei der Übergabe der Unterschriften an Bürgermeister Benno Lensdorf (CDU). Foto: dapd

Die von Steegmann kritisierte Leiterin des Referats für Bürgerengagement und Bürgerangelegenheiten, Astrid Jochum, stellt richtig: „Ich habe nicht gesagt, die Verwaltung habe es der Initiative nicht zumuten wollen, mit der Unterschriftensammlung noch einmal von vorne zu beginnen. Ich habe dem Vertreter der Initiative vielmehr die Konsequenzen aufgezeigt, die bei einer Bewertung des Formulars als ungültig eingetreten wären. Ich habe die bereits öffentlich gemachte Position der Stadt erläutert, dass es bei der erbetenen Überprüfung des Formulars durch die Stadtverwaltung allein um die Frage ging, ob das Formular in dieser Gestaltung verwendet werden durfte. Wäre es ungültig gewesen, wären auch alle bis dahin gesammelten Unterschriften ungültig gewesen.“

Nach wie vor unklar bleibt, ob Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Initiative auf das (fehlende) Formularfeld für die Hausnummern hingewiesen haben. Und darauf, dass das Feld zwar nicht erforderlich ist, aber das Risiko minimiert, dass Unterschriften nicht anerkennt werden.

Überprüfung der Identität „in angemessen kurzem Zeitraum“ erforderlich?

Duisburgs Stadtsprecher Frank Kopatschek. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool

Die Stadt beruft sich zur Wahl ihrer Kriterien erneut auf ein Verwaltungsgerichtsurteil aus dem Jahr 2010 : „Dass die Verwaltung zu Recht Unterschriften als ungültig wertet, bei denen die nach § 25 Abs. 4 Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen zu Vorname, Name, Anschrift und Geburtsdatum der Unterzeichnenden in den Unterschriftenlisten nicht vollständig sind, hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf in einem Beschluss in dem verwaltungsgerichtlichen Verfahren, das die Vertreter des Bürgerbegehrens zum Erhalt der Gemeinnützigkeit des Klinikums Duisburg angestrengt hatten, bestätigt. Dass die fraglichen Unterzeichner durch weitere Ermittlungen der Stadt möglicherweise identifizierbar gewesen wären, ändert daran nichts. Erst die Vollständigkeit der Angaben ermöglicht es der Gemeinde, die Überprüfung der Unterzeichnungsberechtigung in einem dem Begehren angemessenen kurzen Zeitraum zu erfüllen.“

 Auch über diese Interpretation lässt sich freilich streiten. Der Wortlaut des zitierten Absatzes lautet: „Eintragungen, welche die Person des Unterzeichners nach Namen, Vornamen, Geburtsdatum und Anschrift nicht zweifelsfrei erkennen lassen, sind ungültig.“ Daraus könnte auch abgeleitet werden, dass statt der „Vollständigkeit der Angaben“ die zweifelsfreie Identifizierbarkeit des Unterzeichners maßgebliches Anerkennungskriterium ist – und nicht eine unkomplizierte oder rasche Überprüfbarkeit. Wenngleich diese auch in einem „angemessen kurzen Zeitraum“ möglich scheint, wenn einer vollständigen Adresse die Hausnummer fehlt. Ebenfalls uneindeutig: Was ist ein solch „angemessen kurzer Zeitraum“?

Bezirksregierung „nicht aus Unsicherheit“ um Stellungnahme gebeten

Zuletzt bestreitet Frank Kopatschek in der Pressemitteilung außerdem, die Verwaltung sei unsicher, welche Unterschriften denn nun anzuerkennen seien: Die Bezirksregierung sei „nicht aus Unsicherheit“ um Stellungnahme gebeten worden, sondern „in dem Bemühen, die sachlichen Elemente der öffentlichen Auseinandersetzung zu unterstützen“.

DerWesten

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Kommentare
26.10.2011
11:57
Stadt Duisburg bestreitet Vorwürfe der Sauerland-Gegner
von Sentinel | #141

Die Initiative hat alles richtig gemacht besonders in dem Punkt, sich im Vorfeld nicht von der STADT beraten zu lassen wie das Formular oder sonst was auszusehen hat. Liebe Stadtschlaumeier, ihr könnt weder euch selbst noch den noch amtierenden OB richtig beraten also hängt euch nicht so weit aus dem Fenster. Lange seit ihr nicht mehr da denn wir Bürger nehmen auch durch das Abwahlverfahren vom Netz. Wir können warten aber umso länger es dauert umso heftiger wird die Peinlichkeit für euch aus dem Rathaus getrieben zu werden.

24.10.2011
16:08
Stadt Duisburg bestreitet Vorwürfe der Sauerland-Gegner
von woelly | #140

#139 von wattearvolt
Hier der Service für Dusselburg:

Das wird jetzt lustig in der SPD. Möglicherweise kann der Altkanzler (...ich bin jetzt kein Politiker mehr..) auch schon mal den nächsten Papst in Position bringen. War nicht schon mal Jauch für die CDU als Kanzlerkandidat im Gespräch. Jauch gegen Steinbrück wäre doch super.
#7 von woelly , am 24.10.2011 um 08:27

Das muß reichen!

24.10.2011
14:43
Stadt Duisburg bestreitet Vorwürfe der Sauerland-Gegner
von wattearvolt | #139

Wie woelly, schon Feierabend ? Geht doch nicht, denn das Thema Schmidt und Steinbrück auf Kanzlertour bei Jauch ist von Ihnen doch längst noch nicht ausgelutscht worden. Lassen Sie Ihren Manta mit Fuchsschwanz noch ein bisschen stehen, und hauen Sie in die Tasten.

24.10.2011
14:30
Stadt Duisburg bestreitet Vorwürfe der Sauerland-Gegner
von woelly | #138

#137 von wattearvolt

... und sie in irgendeine Wahlurne, falls es sowas in der Stadt Dusselburg noch gibt! Ich gehe jetzt weiter meines Weges A52 nach Mülheim an der Ruhr und schaue mal bei Schuldenkönigin Hannelörchen vorbei, wenn die nicht gerade in Dusselburg ist und dort für Ruhe sorgen muss.

24.10.2011
14:00
Stadt Duisburg bestreitet Vorwürfe der Sauerland-Gegner
von wattearvolt | #137

#136 von woelly , am 24.10.2011 um 13:30

@woelly vom anderen Ende der Welt,
leider haben Sie meinen Vorschlag von gestern nicht befolgt. Daher kommen Sie in die engere Wahl bei der Abstimmung zum Tor des Tages.

24.10.2011
13:30
Stadt Duisburg bestreitet Vorwürfe der Sauerland-Gegner
von woelly | #136

#134 von wattearvolt

In welchem Stadttor von Dusselburg sitzen sie denn eigentlich? Sie müssen ja in allen Richtungen um sich schlagen. Ich kann sie nur bedauern. Und jetzt können sie das Helmvisier wieder zuklappen und losschlagen. Retten sie Dusselburg vor Ungemach, dann kommen sie in die Annalen der Stadt Dusselburg!

23.10.2011
23:38
Stadt Duisburg bestreitet Vorwürfe der Sauerland-Gegner
von Nie_wieder | #135

Beschämend für die Stadt, beschämend für die Figur des OB Sauerland: Dieser Mann istg charakterlos, selbstmitleidig und selbsgerecht. Er fügt der Stadtverwaltung,der Stadt und sich selbst grö´tmöglichen Schaden zu, weil er im Amt bleibt, dass er so oder so kurz oder lang verlieren wird. Offenbar hat dieser Mann vergessen, dass er diese Macht ohnehin nur auf Zeit übertragen bekommen hat. Man könnte fast schon meinen, der Mann leidet ernsthaft an Realitätsverlust....

23.10.2011
13:36
Stadt Duisburg bestreitet Vorwürfe der Sauerland-Gegner
von wattearvolt | #134

Was könne sie schon erwidern und womit haben sie gedacht? Und ein Wanderer in eigener Sache sind sie auch noch.
Grüßen sie alle Dusselburger.
#131 von woelly , am 23.10.2011 um 12:16

@Luftikus woelly, Ihre letzten Aussagen waren jetzt aber kryptisch. Sie haben doch nicht etwa versucht, aus Ihrem Vakuum (der Ort, wo andere Leute ihr Gehirn haben), die letzten zusammenhängenden Sätze herauszuquetschen.
Der Versuch ist leider missglückt. Also entspannen, Luft holen, oooommmmmhhhhh

23.10.2011
12:49
Stadt Duisburg bestreitet Vorwürfe der Sauerland-Gegner
von wattearvolt | #133

#127 von wattearvolt: Nein, über Sie habe ich bisher noch nichts eindeutig Völkisches gefunden. Einstweilen reicht mir aus, mit wem Sie sich herumtreiben.
#132 von Melesigenes , am 23.10.2011 um 12:19

Na denn: ein Hoch auf Ihre Vorurteile und zudem auf Ihre hochgradige Ahnungslosigkeit in Sachen Duisburg.
Manchmal glaube ich, dass über dem Duisburger Stadtwald an der Grenze zu Mülheim eine unsichtbare Firewall existiert, die Informationen nur sehr selektiert durchlässt.
Oder liegt es am selektiven Wahrnehmungsvermögen einiger Poster ?
Werden wir es je erfahren ?

23.10.2011
12:19
Stadt Duisburg bestreitet Vorwürfe der Sauerland-Gegner
von Melesigenes | #132

#127 von wattearvolt: Nein, über Sie habe ich bisher noch nichts eindeutig Völkisches gefunden. Einstweilen reicht mir aus, mit wem Sie sich herumtreiben.

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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