Stadt darf sich nicht totsparen
09.12.2009 | 18:52 Uhr 2009-12-09T18:52:00+0100Unter den Mitarbeitern der Stadtverwaltung machen sich Existenzängste breit. Personalratsvorsitzender Heinz Lauer kritisierte bei der städtischen Personalversammlung in der Mercator-Halle, dass die Unterfinanzierung der Stadt durch Bund und Land auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen werde.
Von OB Sauerland erwartet der Arbeitnehmervertreter eine Führungs- und Vorreiterrolle bei Gesprächen mit Bund und Land. Sein Appell: „Stellen Sie sich vor ihre Mitarbeiter, lassen Sie nicht zu, dass sich die Stadt totspart.”
Von 150 Mio Euro ist die Rede, die der Kämmerer als Sparziel vorgegeben hat. Sauerland spricht von der Geisel der Bezirksregierung. „Wir werden darstellen, dass man 150 Mio € nicht einsparen kann, das geht an die Grundsubstanz. 160 Mio € fehlten der Stadt allein an Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Sauerland sieht nur einen gemeinsamen Weg mit der Kommunalaufsicht, sonst blieben die Restriktionen so wie sie heute seien. Um einen Konsens zu erzielen, müssten auch Fragen geklärt werden, bis wann Aufgaben Pflicht seien, ab wann sie freiwillig erfolgten.
Auch Auszubildende bei der Stadt fürchten um ihre berufliche Zukunft. In einer märchenhaften Darstellung - allerdings mit schlechtem Ausgang - schilderten sie ihre Situation. Am Ende brach die einst stützende Mauer aus erfahrenen Mitarbeitern und Nachwuchskräften zusammen. „Wir sind gekommen, um zu bleiben”, wandten sie sich direkt an OB Sauerland und forderten ihn auf, nicht nur auszubilden, sondern Fachkräfte auch zu übernehmen und Stellen zu entfristen.
Dabei ist die Stadt gerade auf junge Mitarbeiter angewiesen. Bis zum Jahr 2014 werden etwa 1000 Beschäftigte im Ruhestand sein, in den nächsten elf Jahren scheiden 1800 Mitarbeiter aus Altersgründen aus. Schon im letzten Jahr warteten junge Leute trotz bestandener Auswahlverfahren lange auf die städtische Einstellzusage. Die Folge: Viele sprangen ab. So konnte die Stadt nicht die beschlossenen 106 sondern nur 60 Ausbildungsplätze besetzen.
Fürs nächste Jahr verfügte der Regierungspräsident gar einen Einstellungstopp. Die Ausschreibungen für 113 Ausbildungsplätze liegen auf Eis. 1500 Jugendliche haben sich beworben, die Eignungstests aber sind ausgesetzt. „Durch Nichthandeln riskieren Sie, dass im nächsten Jahr nicht ausgebildet wird”, wandte sich Personalrat Rainer Hagenacker direkt an den OB.

21:44
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17:21
@#15 Gruenkohl7
Nee, da kann man leider nichts machen! Manchmal lohnt sich die Mühe einfach nicht.
Aber der Nickname ist doch sensationell, oder?
16:27
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15:59
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15:52
Würde die Stadt ihre Gelder vernünftig einsetzen, brauchte man gar nicht so sehr zu sparen. Aber der OB braucht hier eine neue Sache zum angeben, da wieder ein anderes Projekt, obwohl das im Grunde überflüssig ist. Wozu eigentlich die Loveparade, die sowieso nur U(nkosten, aber kaum Einnahmen bringt. Was kostet die Müllabführ, die dann tonnenweise den Dreck entfernen muß, oder die Sanitäter, die besoffene und zugekiffte Personen wieder ins Leben zurückrufen müssen.
14:50
@#10,
dan sagen sie mir doch mal, wo ein ausgebildeter Verwaltungsangestellter oder eine Verwaltungsfachwirt außerhalb der Kommunen überhaupt einen Job bekommen kann? Es handelt sich hierbei um eine Spezialausbildung, die vom sonstigen Arbeitsmarkt nicht nachgefragt wird.
14:29
Hallo, hier wird in einigen Kommentaren wieder so getan, als werde von hoher Warte aus gejammert. Zum einen: rund 20 % aller städtischer Beschäftigter sind befristet beschäftigt, da droht ganz konkret Arbeitslosigkeit und das hat auch Auswirkungen auf den Bürgerservice.
Zum weiteren: vielleicht ist es nicht richtig aufgefallen: es geht nicht darum, die städt. Azubis nach der Ausbildung zu übernehmen, damit sie nicht arbeitslos werden, es geht darum, dass ohne diese jungen Leute das Dienstleistungsangebot für die Bürger nicht aufrecht erhalten werden kann. In den nächsten 4 Jahren gehen rund 600 Beschäftigte planmäßig in Rente, innerhalb der nächsten 10 Jahre 1.800. Die schlechte Altersstruktur macht es im Sinne der Bürger nötig, weiter bei der Verwaltung auszubildenden und die jungen Leute zu übernehmen.
11:21
Hm.... Naja, ein anderer Arbeitsplatz ist sicher eine Umstellung, aber Existenzangst ? Ich glaube die städtischen Angestellten sind im Vergleich zu anderen Beschäftigten wie etwa Zeitarbeitern, normalen Angestellten in kleinen Betrieben ohne Betriebsrat etc.pp hervorragend abgesichert. Das Wort Existenzangst halte ich hier doch für unpassend. Dass nicht jeder Azubi übenommen wird und sich anderweitig umsehen muss ist ebenfalls in weiten Teilen der Arbeitswelt normal. Zu erwarten dass es einen Anspruch auf Lehre bei der Stadt und anschliessender lebenslänglichen Anstellung gibt, halte ich auch gegenüber der dies zahlenden Restbevölkerung für ziemlich anmassend.
10:37
@ Beitragszahler
Wissen Sie, wieviele angestellte nur befristet beschäftigt sind?
Unkündbar ist man erst wenn man 15 Jahren angestellt und mindestens 40 ist.
natürlich machen sich die Mitarbeiter Sorgen. auch wenn man nur auf einen anderen Arbeitsplatz umgesetzt wird,, was sicherlich das kleinere Übel ist, kann das für einen Arbeitnehmer Existenzangst bedeuten.
wenn der NRW-Innenminister (FDP) nicht den notleidenden Städten und Gemeinden, sondern der Bezirksregierung den Rücken stärkt, kann die Stadt noch nicht einmal Maßnahmen durchführen, die zu 90% gefördert werden.
So bekommen nur noch die Fördermittel, die es sich leisten können und nicht die, die es am nötigsten haben.
Vor der Kommunalwahl sprach niemand von schmerzhaften Einsparungen. wirkliche Sparanstrengungen sucht man in der Regierungszeit von OB Suerland allerdings vergwbliich.
jetzt steht so vieles auf der Kippe und ob der Plan, darzustellen,, dass Duisburg keine 150 Millionen einsparen kann, wirklich aufgeht, wage ich zu bezweifeln.
so eine Strategie ist gefährlich und im Zweifel ist die Bezirksregierung schuld - sauber.
10:11
Existenzängste ? Ist das jetzt ernst gemeint ?