Spuren in der Landschaft

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Sieben Künstler und eine millionen Spuren: Die Ausstellung „One million traces“ zeigt Landschaften von der Großstadt bis in den Wald.

Die Ausstellung „One million traces“ – eine millionen Spuren – zeigt zahlreiche Plätze und Orte auf der Welt, an denen der Mensch seine Spuren hinterlassen hat, aber auch eben jene, die noch unberührt sind. So hat sich Benjamin Nachtwey, einer von sieben Künstlern, die bei der Gruppenausstellung im Kunstverein am Weidenweg mitmischen, in die Tiefen des Waldes gewagt. Groß- und kleinformatig hat er Lichtungen, Unterhölzer und dunkles Dickicht gemalt. Viele Darstellungen erscheinen auf den ersten Blick abstrakt. Erst beim zweiten Hinsehen offenbart sich dem Betrachter, was Nachtwey wirklich darstellen möchte. Naturgemäß dominieren Grüntöne. „Früher habe ich viele Städtelandschaften gemalt. Nun habe ich eine Reise gemacht und mich etwas völlig anderem gewidmet. Das Spannende am Dickicht ist, dass dort keine Strukturen vom Menschen vorgegeben sind“, erzählt Nachtwey, der wie seine sechs Mitstreiter aus der rheinischen Kunstszene kommt.

In der Ausstellung sind zudem viele großformatige Stadtlandschaften zu sehen. Birgit Jensen hat in reduzierter Farbigkeit die Konturen zweier Großstädte (vermeintlich in Amerika) gemalt, deren Bild von Hochhäusern und tiefen Straßenschluchten beherrscht wird. „Eine Stadt ist für mich immer ein Netzwerk, das aufeinander aufbaut und so ein Bild ergibt“, erklärt sie. In ihre Bilder hat die Düsseldorferin teilweise markige Werbebotschaften einfließen lassen. „Damit wollte ich zeigen, wie übersättigt unsere Gesellschaft teilweise ist“, berichtet sie. Der Neusser Michael Kortländer bricht mit seinen Werken aus dem Muster der Landschaftsdarstellungen aus. Der Bildhauer ist zu seinen Wurzeln zurückgekehrt und hat auf Papier en Detail die Strukturen von Baumrinden gemalt. Die Ausstellung, in der auch Arbeiten von Jan Holthoff, Glen Rubsamen und Miriam Vlaming zu sehen sind, wird von Kurator Hartmut Hauschild am Freitag um 19 Uhr im Kunstverein am Weidenweg eröffnet. Bis zum 16. März ist „One million traces“ dann jeweils freitags und samstags von 17.30 bis 20 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet.