Sprachcamp für spätere Azubistelle

Erfolgreich am Sprachcamp teilgenommen (von links): Kawtar, Jasmin, Nefise und Sema bei der Abschlusspräsentation des Projekts im Landschaftspark Nord.
Erfolgreich am Sprachcamp teilgenommen (von links): Kawtar, Jasmin, Nefise und Sema bei der Abschlusspräsentation des Projekts im Landschaftspark Nord.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Jugendliche der Herbert-Grillo-Gesamtschule in Duisburg-Marxloh haben bei einem Ferienprojekt des Duisburger Schulmodells gelernt, wie man sich richtig für eine Lehre bewirbt.

Duisburg.. In den Osterferien haben sie nicht auf der Couch vor dem Fernseher gesessen, sondern etwas für ihre Zukunft getan. Zwei Wochen lang, jeden Tag für mehrere Stunden, trafen sich 25 Schüler der Marxloher Herbert-Grillo-Gesamtschule zum ersten Sprachcamp des Duisburger Schulmodells, initiiert von der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer. Im Camp ging es nicht bloß darum, Deutschkenntnisse zu verbessern, sondern vor allem, den Acht- und Neunklässlern bei der Berufsorientierung zu helfen.

„Ich bin nicht so gut in der Schule, aber hier im Sprachcamp habe ich gelernt, dass ich mich mehr anstrengen muss“, sagte die 14-jährige Dilara. Seit kleinauf ist Polizistin ihr Traumberuf, jetzt kann sie einschätzen, welche Voraussetzungen sie erfüllen muss, um dieses Ziel zu erreichen. Bis zur Fachhochschulreife und der Polizeiausbildung muss sie noch viel leisten, aber sie ist fest entschlossen: „Ich will es schaffen und Polizistin werden.“

Selbstbewusstsein gewonnen

Auch Seren (14) ist froh, dass sie beim Projekt dabei sein durfte: „Ich habe gelernt, wie ich mich anziehen muss, wie ich schreiben und sprechen muss, wenn ich mich für ein Praktikum oder eine Ausbildungsstelle bewerbe.“ Sie möchte ebenfalls Polizistin oder Feuerwehrfrau werden, ist aber unsicher, ob sie in diese Männerdomänen vordringen kann. Doch die Gruppe macht sich gegenseitig Mut, den Wunschberuf zu ergreifen – und vor allem mit harter Arbeit und Engagement der drohenden Arbeitslosigkeit nach dem Schulabschluss zu entgehen. „Wir haben Disziplin und Integrität gelernt und Selbstbewusstsein gewonnen“, sagt Jasmin (14) und die gleichaltrige Kawtar ergänzt: „Vorher habe ich lieber alleine gekämpft, aber jetzt weiß ich, was man mit Teamarbeit alles erreichen kann.“

Die Schüler trafen nicht nur im Berufsleben erfolgreiche Vorbilder, die wertvolle Tipps für den Karrierestart teilten, beim Klettern durften sie sich zudem richtig auspowern. Alle sind sich einig: Das Projekt viel Spaß gemacht. Die Betreuer von „Mabilda e.V.“ und „Jungen e.V.“ sehen dies als tollen Erfolg.

Lob von Oberbürgermeister Link

Dass Oberbürgermeister Sören Link und IHK-Präsident Burkhard Landers sie außerdem gestern bei der Abschlusspräsentation im Landschaftspark überschwenglich lobten, zauberte den Gesamtschülern ein breites Grinsen ins Gesicht. „Das Sprachcamp ist ein starkes Zeichen für die Schullandschaft in Duisburg insgesamt“, sagte Link. „Dank euch brauchen wir uns als Gesellschaft keine Sorgen um die Zukunft unserer Jugend zu machen – ganz im Gegenteil.“