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Spott und Häme – Antwerpes’ Zorn

03.08.2010 | 19:06 Uhr

Duisburg.Nach dem Loveparade-Drama verspottete der Kölner Stadtanzeiger Duisburg als Provinznest – und zog sich den Zorn des früheren Kölner Regierungspräsidenten Antwerpes zu. Dessen Karriere begann in Duisburg.

Für den Kölner Stadtanzeiger steht fest: Die Loveparade war eine Nummer zu groß für Duisburg. Chefredakteur Peter Pauls ließ seine Leser eine Woche nach der Tragödie wissen: „Nach Duisburg eingeladen hatte die Metropolregion Ruhr. Gestorben sind die 21 Menschen in der tiefsten Provinz.“

Nicht allein diese Formulierung bringt den früheren Kölner Regierungspräsidenten, der seine berufliche und politische Karriere in Duisburg begann, in Rage. „Ihre Häme gegenüber dem Ruhrgebiet kann ich nicht nachvollziehen“, reagierte Antwerpes verschnupft auf den Leitartikel des Chefredakteurs. „Schwingt da nicht irgendwie das Gekränktsein mit, dass Köln nicht Kulturhauptstadt wurde?“ fragt Antwerpes.

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Damit nicht genug. „Die gleiche Überheblichkeit, die Sie dem Ruhrgebiet aus Stadtanzeigersicht angedeihen lassen, hat wohl seinerzeit dazu geführt, dass die für die Kulturhauptstadt zuständige Kommission Köln aus dem Rennen genommen hat“, vermutet Antwerpes.

Dann stellt er die Frage nach der Definition Provinz und kommt zu der Feststellung, dass aus Sicht eines Londoners oder eines Parisers Köln sicherlich auch Provinz sei. Da der überwiegende Teil unseres Landes Provinz sei, müsse man sich nicht schämen - „auch Sie nicht, der Sie nach Ihren Wertmaßstäben aus der tiefsten Provinz stammen, wie ich übrigens auch.“

Franz-Josef Antwerpes: „Diese Hochnäsigkeit ist unverschämt und nicht nachvollziehbar.“

16 Jahre hat Antwerpes in Duisburg gelebt und gearbeitet. 1962 begann er seine berufliche Laufbahn bei der Stadt als persönlicher Referent des Wirtschaftsdezernenten, ehe er zum Chef des Planungsstabes aufstieg. Seit 1970 gehörte er dem Landtag an, kandidierte fünf Jahre später erneut und wechselte 1979 an die Spitze der Regierungsbehörde in der Domstadt.

Wolfgang Gerrits

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Kommentare
08.08.2010
20:30
Spott und Häme – Antwerpes’ Zorn
von wolfgang klein | #16

Sieh auf zu den Sternen.
Gib Acht auf die Gasse.
-Wilhelm Raabe-

www.loveparade2010doku.wordpress.com

04.08.2010
20:21
Spott und Häme – Antwerpes’ Zorn
von movienrz | #15

Im direkten Vergleich Duisburg-Köln ist Köln tatsächlich eine Metropole, läßt sich aber nicht annähernd mit Weltmetropolen wie Berlin, London, Paris etc. auf eine Stufe stellen.

Vergleicht man die Wirtschaftskraft beider deutschen Großstädte ist Duisburg allerfinsterste Provinz und nicht nur optisch weit abgehängt.

Absolute Spitze ist das politische Duisburg allenfalls in der konsequenten Realltätsverweigerung. Welche deutsche Großstadt kann von sich schon behaupten durch kommunale Blödheit und Geilheit auf ein Mega-Kommerz-Event 21 Tote und über 500 Verletzte auf dem Gewissen zu haben? Keine. Hier hat die Provinz mit ihren kleinkarierten Realitätsverweigerern eindeutig die Nase vorn - und zwar nur hier.

04.08.2010
15:47
Spott und Häme – Antwerpes’ Zorn
von derkauz | #14

Das die Kölner sich jetzt melden war doch zu erwarten. Ist es Kultuhauptstadt-Neid?!
War das Still-Leben A40 doch interessanter, und einzigartiger als Ihre Kölner Lichter?

04.08.2010
15:11
Spott und Häme – Antwerpes’ Zorn
von fussel53 | #13

Wird die Beliebtheit der Städte jetzt an den Tragödien gemessen, die schon passiert sind. Gerade Köln muss sich da melden!!! Überall kann etwas passieren. Noch ist nicht erwiesen, dass der Fehler im Rathaus passiert ist. Und wenn, was kann ich als Bürger dafür? Ich trauere sehr um die Beteiligten, allein schon, weil ich selber Kinder in dem Alter habe-es ist einfach furchtbar.
Aber ich bin gerne Duisburger und das bleibt auch so. Ich war an der Planung nicht beteiligt und bin mir keiner Schuld bewußt.

04.08.2010
13:48
Spott und Häme – Antwerpes’ Zorn
von g_abi | #12

Helau.

04.08.2010
12:36
Spott und Häme – Antwerpes’ Zorn
von Konservativer1 | #11

Die Kölner mit ihrem komischen Kölsch und ihrer komischen Sprache - eine provinzielle Insel in NRW.

04.08.2010
12:02
Spott und Häme – Antwerpes’ Zorn
von verschnupfterHomberger | #10

So sind die Kölner halt.

Nicht alle, aber zu viele.

Wenigstens stürzen bei uns nicht Straßen und Häuser ein, wie in dieser Möchtegern-Weltmetropole.....

04.08.2010
10:16
Spott und Häme – Antwerpes’ Zorn
von Ex-Profinzler | #9

Warum regt man sich so auf? Ich mag die Provinz, lebe seit 2 Jahren in Hamburg, habe 42 Jahre in der Provinz gelebt.
Habt einfach Respekt vor den Toten, liebe Kölner, die zeigt die Provinz, das man ehrlich trauert. Und der Klüngel im Rathaus, sollte den Kölnern bekannt vorkommen.
Lieber Gruss an meine Provinz. Übrigens aus Sicht einen Hamburegers, sieht Köln auch nicht so gross aus..

04.08.2010
09:48
Spott und Häme – Antwerpes’ Zorn
von Vasa49 | #8

Ich denke auch das dieser Anzeiger sich selbst alle Ehre macht. Das Gewicht einer Zeitung, die von Schüler ausgetragen und verschenkt wird, ist dem einer Feder gleich. Die wollten nur erreichen, das man über sie spricht. Naja, und sein eigenes Stadtarchiv wegen einem unterbezahlten Polier inner Grube zu versenken, das muss man erstmal hinkriegen. Ist garnicht so einfach.
Aber die Münchener halten sich auch für den Nabel der Welt. Liegt wohl daran, das drumherum nur Bauernhöfe sind, wie auch in Köln.

04.08.2010
09:05
Spott und Häme – Antwerpes’ Zorn
von brandubh | #7

Dass die Häme bereits so früh ausbricht, hätte ich nicht gedacht.
Die Katastrophe in Duisburg kommt vielen Heuchlern gelegen.

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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