Spezielle Liebe zu Tieren bringt Mann hinter Gitter

Ein Landwirt aus Mülheim, der seinen Hof an der Stadtgrenze zu Duisburg betreibt, kann das Wort Zoophilie vermutlich nicht mehr hören. Denn schon mehrfach suchte ihn ein 34-jähriger Duisburger heim, um sich an seinen Tieren sexuell zu schaffen zu machen. Deshalb musste sogar schon einmal ein Zuchtbulle eingeschläfert werden, der sich, durch die Bemühungen des Duisburgers schwer gestresst, beim Toben im Stall verletzte. Nun muss der Mann aus Beeck wegen Hausfriedensbruchs hinter Gitter.

Das Vorstrafenregister des 34-Jährigen weist acht Eintragungen auf. Sieben Strafen bekam er seit 2006 wegen seiner speziellen sexuellen Neigung und seiner Alkoholerkrankung: Unter Alkoholeinfluss fühlt er sich zu Tieren hingezogen. Immer wieder wurde er in der Vergangenheit auf Pferdekoppeln oder in Kuhställen auf frischer Tat ertappt.

So auch am 9. Januar 2014, als er mal wieder in dem Mülheimer Kuhstall zu Gange war. Die vom Landwirt verständigte Polizei fand den Eindringling mit einer Beule am Kopf halb besinnungslos im Stall. Er habe sich den Kopf gestoßen, so die offizielle Version. Der Landwirt vergaß allerdings, einen Strafantrag zu stellen.

Deshalb, so stellte die Berufungskammer des Landgerichts Duisburg gestern fest, hätte der Angeklagte für diese Tat gar nicht verurteilt werden dürfen. Übrig blieb so nur ein Hausfriedensbruch, bei dem der Angeklagte im April 2013 in eine Pferdekoppel an der Stadtgrenze eingedrungen war. Und wie schon mehrfach zuvor, hatte der 34-Jährige in seinem betrunkenen Kopf auch diesmal eindeutige Spuren hinterlassen: Er vergaß einen Rucksack, in dem sein Handy steckte.

Das Amtsgericht Mülheim hatte dem Mann, obwohl er schon zweifach unter Bewährung stand, im Sommer noch eine dritte Chance eingeräumt. Die Staatsanwaltschaft zog dagegen in die Berufung. Mit Erfolg. Zwar minderte die zweite Instanz die verhängte Strafe gestern von zehn auf drei Monate; günstige Gesichtspunkte, die eine weitere Bewährung gerechtfertigt hätten, sah aber niemand. Zu den drei Monaten Gefängnis werden sich nun noch die offenen Strafen aus den voran gegangen Bewährungsurteilen gesellen. Der Angeklagte wird damit insgesamt 13 Monate absitzen müssen.