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Spendenwerber wünscht Passantin „noch einen angenehmen Unfalltod“

04.09.2012 | 09:00 Uhr
Spendenwerber wünscht Passantin „noch einen angenehmen Unfalltod“
Auch die Björn-Steiger-Stiftung ist auf Spenden angewiesen. Jetzt gab es allerdings Ärger.Foto: Dirk Bannert

Duisburg.  Ein Spendensammler der Björn-Steiger-Stiftung hat einer Passantin in Duisburg einen "angenehmen Unfalltod" gewünscht, als diese kein Formular für eine Dauerspende ausfüllen wollte. Zur Rede gestellt, verwies der Mann auf die freie Meinungsäußerung. Die Björn-Steiger-Stiftung sprach von einem Einzelfall.

Rosemarie Koch war völlig fassungslos. Zunächst hatte sich die Duisburgerin an einem Infostand vor einem großen Kaufhaus auf der Königstraße von einem jungen Mann gerne die Arbeit der Björn-Steiger-Stiftung und speziell den so genannten Baby-Notarztwagen erklären lassen. „Dann wurde ich allerdings gebeten, ein Formular, für eine Dauerspende auszufüllen“, so Rosemarie Koch. Sie sollte dazu ihre Bankverbindung abgeben, was sie höflich ablehnte, um sich die Unterlagen der Stiftung in aller Ruhe ansehen zu können. „Was darauf folgte, ist fast mit Worten nicht zu beschreiben.“

Äußerungen mehrfach wiederholt

Der junge Mann habe sie auf übelste Weise beschimpft und beleidigt. Sie sei unter anderem mitverantwortlich dafür, wenn jetzt ein Baby sterben würde. Am Ende habe der Spendensammler ihr „noch einen angenehmen Unfalltod“ gewünscht. Die Äußerungen seien mehrfach mit einem hämischen Lächeln wiederholt worden.

Sie habe den Mann daraufhin angeschrien, um die Aufmerksamkeit anderer Passanten und Mitarbeiter der Organisation auf das Gespräch zu lenken. Doch niemand habe sich gekümmert. Der junge Mann erklärte sich aber bereit, Namen und „Dienstnummer“ zu nennen.

Spendensammler wurde zur Rede gestellt

„Anschließend bin ich ins Kaufhaus gegangen und habe mit der Geschäftsleitung gesprochen“, so Rosemarie Koch. Der junge Spendensammler wurde zur Rede gestellt, habe seine Äußerungen zugegeben. „Er gab an, dass er in einem freien Land alles sagen könnte“, so Koch. „Er hätte ja nicht mich gemeint, sondern es nur so dahingesagt.“ Ein weiterer Mitarbeiter der Stiftung habe sich bei ihr entschuldigen wollen und die Geschäftsleitung des Kaufhauses verlangt, den Infostand sofort abzubauen.

Der Stiftung mit Sitz in Winnenden ist der Vorfall bekannt. Der junge Mann arbeitet auf Provisionsbasis für eine Agentur, die für die gemeinnützige Organisation auf der Straße Spenden sammelt. „Das Verhalten ist selbstverständlich absolut nicht in unserem Sinne. Es ist für mich unbegreiflich, wie der junge Mann so etwas denken oder sagen kann“, sagt Pressesprecherin Melanie Storch.

"Ein Nein muss akzeptiert werden"

„Wir wollen, dass unsere Spender und Förderer unsere Projekte mit Freude unterstützen. Ein Nein muss akzeptiert werden.“ Der Mitarbeiter sei durch die Agentur offiziell abgemahnt worden.

Die Stiftung, so Storch, sei beim Spendensammeln auf Agenturen angewiesen. „Deren Mitarbeiter arbeiten zwar auf Provision, werden aber geschult und stichprobenartig überprüft“, erklärt die Pressesprecherin. „Es gibt zwar immer mal Beschwerden, aber das sind Einzelfälle. Und in dieser Form haben wir das bisher noch nicht erlebt. Ich will mich mit Frau Koch in Verbindung setzen.“

Daniel Wiberny



Kommentare
04.09.2012
19:14
Spendenwerber wünscht Passantin „noch einen angenehmen Unfalltod“
von silverstone | #31

Der junge Mann arbeitet auf Provisionsbasis für eine Agentur
Die höfliche Art eine Drückerkolonne zu umschreiben.

FINGER WEG VON SOLCHEN VEREINEN!!!!

Bei einem Kinderheim oder Tierheim ,lach, wegen dem Heim,kann man auch persönlich vorbeigehen.In Duisburg freut sich jede Stiftung über eine Spende.Da weiß ich auch wo das Geld hingeht.Auf der Strasse sollte man tunlichst meiden solchen Drückern zu antworten oder sich verwickeln zu lassen.

Meiner Oma hat einer von den Johanitern auch so was mal gesagt.Leider habe ich ihm eine reingehauen und ihn bei seinem Chef in Köln gemeldet.Auch hier ,angeblich ein Einzelfall.Druck,Drücker,Kolonne,Abfall!

04.09.2012
19:00
Spendenwerber wünscht Passantin „noch einen angenehmen Unfalltod“
von Pyrexx | #30

Ja, nicht tollste Werber...den Job wird er ja bald los sein...ist auch besser so.

Aber mal ehrlich...

Montags laufen die Leute vom Kinderschutzbund rum, Dienstags Arche2000, Mittwochs DeutscherTierschutzbund, Donnerstags Bund Freitags was weiss ich...Amnisty International.
Zuhause klingeln die von den Johannitern, ASD, Malteser, Rote Kreuz, Zeugen Jehovas, und was weiss ich noch wer.
Dann gibt es noch die Herrschaften die mit einem Sammelbecher rumlaufen "eine Spende für krebskranke Kinder, örtl. Tierheim, BjörnSteigerStiftung und keine Ahnung wer noch.
Jeder hat nur ein Ziel...das ich Unterschreibe und eine Lastschrift ermögliche...jeder sagt, "50 Euro im Monat...für die Tiere, Kinder, Natur...die tun doch nicht weh...zeigen sie Herz..." das sind die, mit denen ich schon Kontakt hatte...würde ich jeden mit den "nur 50 Euro" unterstützen, wäre ich bei 11x50 Euro im Monat und ein fünftel meines Einkommes würde ich Spenden...neben meinen anderen Kosten.

3 Antworten
Spendenwerber wünscht Passantin „noch einen angenehmen Unfalltod“
von Pyrexx | #30-1

Weiter gehts noch kurz...

Wenn ich spenden möchte, dann such ich mir das selber aus (mache ich wirklich) dann mache ich mich ohne moralischen Druck schlau und informiere mich und spende dann eine Summe die ich möchte...fertig aus.

Spendenwerber wünscht Passantin „noch einen angenehmen Unfalltod“
von maped | #30-2

Ich tausche mein Gehalt mit ihren.

Spendenwerber wünscht Passantin „noch einen angenehmen Unfalltod“
von OmenEstNomen | #30-3

Wenn einer zu mir sagen würde "Zeigen Sie doch Herz", ich glaub ich würde ausrasten. By the way Pyrexx, sie wohnen falsch, ziehen Sie in eine Gammelgegend, dann werden Sie niemals zuhause belästigt.

04.09.2012
18:56
Wenn...
von kasimir28 | #29

...ich jetzt allen einen schönen Abend wünsche,bekomme ich dann auch eine Abmahnung oder einen A...tritt?
Ein freund von mir ist samenspender und der spendet immer nur direkt,dann weiß er,das diese Spende auch ankommt....smile.(Ironie aus)

04.09.2012
17:57
Spendenwerber wünscht Passantin „noch einen angenehmen Unfalltod“
von Peter1208 | #28

auf Provisionsbasis ? also irgendein armer Wicht aus einer Drückerkolonne, sämtliche Organisationen die mit Drückerkolonnen arbeiten sollte man nicht unterstützen

04.09.2012
17:46
Spendenwerber wünscht Passantin „noch einen angenehmen Unfalltod“
von Elena72 | #27

Sicher ist das nicht zu akzeptieren. Aber kaum jemand macht sich Gedanken unter welchem Druck die Vereine und Stiftungen stehen. Und das sie professionelle Spendensammler beschäftigen ist doch auch nachvollziehbar. Denn wer ist heute noch bereit von alleine zu spenden.

Ich weiß wovon ich spreche. Als Mitglied in einem Tierschutzverein habe ich selbst vor kurzem ehrenamtlich Spenden gesammelt. Einfach mit der Spendendose. Ohne Bankverbindungen oder sonst etwas zu notieren. In drei Stunden sind gerade mal 17 Euro zusammen gekommen. Und wir haben den Menschen auch die Bankverbindung gegeben damit sie überweisen können. Aber niemand hat etwas überwiesen. Am Ende der Aktion habe ich selber 50 € gespendet und weiß das ich das nicht mehr machen werden. Denn anstatt man den Menschen höflich gegenübertritt wird man beschimpft, beleidigt oder sie machen gar nicht erst die Tür auf.

1 Antwort
Spendenwerber wünscht Passantin „noch einen angenehmen Unfalltod“
von Hexe0408 | #27-1

wird man beschimpft, beleidigt oder sie machen gar nicht erst die Tür auf...
Dann würde ich mir mal Gedanken machen warum! Ach ja, steht ja im Artikel.

04.09.2012
17:28
Spendenwerber wünscht Passantin „noch einen angenehmen Unfalltod“
von scouti | #26

Waren da nicht neulich auch "Werber" auf einer Veranstaltung im Auftrag eines Automobilclubs unterwegs?

04.09.2012
17:17
Spendenwerber wünscht Passantin „noch einen angenehmen Unfalltod“
von Eduard79 | #25

Ich persönlich streiche jede Organisation, bei deren Spendenaktionen man sofort und langfristig per Unterschrift spenden soll, oder rhetorisch-moralisch bewusst in die Enge getrieben wird, von meiner Liste der unterstützungswürdigen Einrichtungen.

Problem: Es bleiben dann nicht soviele übrig.

04.09.2012
16:39
Spendenwerber wünscht Passantin „noch einen angenehmen Unfalltod“
von superimpi | #24

Spendensammler sind eigentlich arme Wichte. Bekommen ca. 80 mal am Tag die Türe vor der Nase zugeschlagen, oftmals mit recht unschönen Begleitsprüchen. Allerdings sind manchmal die "Repräsentanten" einer Oranisation alles andere als representativ- wie ja auch in diesem Fall es wohl war.

Die großen und seriösen Organisaionen sind allerdings mehr denn je auf Zuwendungen aus der Bevölkerung angewiesen; gleichzeitig würde ich nie bei einem Spendensammler vor der Haustüre unterschreiben. Denn: mein erster Jahresbeitrag geht in der Regel zu 100 % (!) auf das Provisionskonto des Sammlers, der zwar ein Abzeichen der Organisation auf dem Ärmel trägt, aber mit großer Sicherheit kein Mitglied dort ist.
Ich habe persönlich die Entscheidung getroffen, mein Rotes Kreuz vor Ort zu unterstützen und dann jeweils bei Bedarf alles, wenn es die Umstände erfordern. Aber dafür brauche ich keinen Spendensammler, der mich nur um seines eigenen Profits überreden will

04.09.2012
16:36
Spendenwerber wünscht Passantin „noch einen angenehmen Unfalltod“
von a_ha | #23

...auf Provisionsbasis...gemeinnützig...

Hier klemmt was.

04.09.2012
16:21
Spendenwerber auf Provisionsbasis
von herberger | #22

Eine nicht ungewöhnliche Handhabung, gibt es bei Unicef, Kindernothilfe usw. Wenn also das Kleinkind den Inhalt seiner Spardose für eine guten Zweck spendet, kann es sein, dass das Geld bei einem Spendenwerber landet. Es ist mittlerweile ein richtiger "Wirtschaftszweig", der auch ohne Not sehr gut existiert. Der Spender hat ein gutes Gefühl, auch wenn der eigentliche Spendenzweck nicht erfüllt wird.

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