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SPD wirft Sauerland vor, er habe Stadt geschadet

09.08.2010 | 11:11 Uhr
SPD wirft Sauerland vor, er habe Stadt geschadet
Der Tunnel an der Karl-Lehr-Straßew bleibt ein Ort der Trauer. Foto: Lars Fröhlich/WAZ FotoPool

Duisburg.Die städtische Stellungnahme zur Loveparade-Tragödie zieht harsche Kritik der SPD auf sich. Oberbürgermeister Sauerland sei politisch und moralisch untragbar, hieß es vom Duisburger Landtagsabgeordneten Sören Link.

Harsche Kritik an der städtischen Stellungnahme zur Loveparade-Katastrophe, die dem Landtag vorgelegt wurde, übt der Duisburger Landtagsabgeordnete Sören Link (SPD): „Oberbürgermeister Sauerland ist politisch und moralisch untragbar!“

„Es blieben mehr Fragen offen, als Antworten gefunden werden konnten“, so Links Reaktion auf die Stellungnahme. Diese habe sich gar nicht mit der städtischen Aufsichts- und Kontrollpflicht während der Loveparade beschäftigt. Auch hätten in den Unterlagen die Baugenehmigung, mit der die Stadt die reduzierten Fluchtwege genehmigte, gefehlt. Für Link diente dieses „Sauerland-Gutachten“ nur einem Zweck: „Den Oberbürgermeister als Auftraggeber aus der politischen Schusslinie zu bringen und die Schuld auf andere zu lenken.“

Sauerland habe Duisburg massiv geschadet

Link: „Wer erst Druck ausübt, damit die Loveparade in Duisburg stattfinden kann, der muss sich schon fragen lassen, ob er im Genehmigungsverfahren nicht zu weit gegangen ist und ob er während der Veranstaltung ausreichend genau hingeschaut hat, um eventuelle Verstöße gegen Auflagen zu ahnden“.

Der SPD-Politiker wirft dem OB vor, er habe der Stadt „massiv geschadet“. Für Link ist insbesondere Sauerlands Verhalten nach der Katastrophe ein „Skandal“: „Erst waren die jungen Menschen selber schuld, später der Veranstalter, anschließend versteckte sich Herr Sauerland hinter den eigenen Mitarbeitern, um letztlich der Polizei den ,Schwarzen Peter’ zuzuschieben. Wer sich so verhält, der hat die moralische und politische Autorität verspielt, die das Amt des Oberbürgermeisters in dieser schwierigen Zeit erfordert.“ Rücktritt oder Abwahl seien „notwendig und geboten“.

Auseinandersetzung zwischen den Duisburger Grünen

Bei den Duisburger Grünen gehen die Auseinandersetzungen indes weiter, ob man weiter zu Sauerland stehen soll oder nicht. Die „Grüne Jugend“ findet es nicht nachvollziehbar, dass der OB nicht längst zurückgetreten ist: „Sein Verhalten nach der Katastrophe macht es unmöglich, ihn weiterhin im Amt zu halten. Er hat die Opfer und die Stadt aufs Tiefste beschämt.“ Die jungen Grünen empfehlen „schnelle Abwahl“. Den Grünen, die weiter zum OB stehen, wirft der Partei-Nachwuchs „Selbstprofilierung“ und „Ignoranz“ vor. Die Walsumer Grünen kritisieren die Erklärung von Doris Janicki und Dieter Kantel als „Alleingang“ und raten der Ratsfraktion, sich an der OB-Abwahl zu beteiligen.

Für unberechtigt hält die Bürger-Union die Kritik am städtischen Bericht, erstellt durch eine Anwaltskanzlei, die schon zuvor für die Stadt tätig war. Ratsherr Knut Happel: „Dies ist mit Sicherheit für die Kanzlei ein Grund mehr, mit den Fakten besonders kritisch zu verfahren, weil jeder genau hinsieht.“

Willi Mohrs

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Kommentare
11.08.2010
14:39
SPD wirft Sauerland vor, er habe Stadt geschadet
von trelane | #72

Ich habe mir gerade nochmal alles so durchgesehen und auch die aktuellen Meldungen zum Thema. Wut steigt da bei mir auf, bei dem, was ich da so lese!

Im Prinzip wissen wir doch schon längst alle, wie die Sache ausgehen wird.
Nicht der CDU Vorsitzende, der - Ihren Meldungen nach - versuchte den Polizeipräsidenten von Duisburg Mundtot zu machen, der vor der Loveparade vor Ort warnte, indem er seinem damaligen Kalisationshansel von der FDP, den Innenminister von NRW dafür vor den Wagen spannte... -
Nicht der Oberbürgermeister von Duisburg - der dank seiner Parteimehrheit im Rat, alles unbeschadet aussitzen wird...
Nicht der Veranstalter, der mit seinem dollen Autochen mit überhöhter Geschwindigkeit andere Autofahrer gefährdete und zuletzt dann einen Unfall verschuldete...
...niemand von diesen Herren wird wirklich ein Haar gekrümmt werden! Dafür wird sich dann irgend ein kleiner Verwaltungbeamter oder übervorderte Polizist finden lassen, den man alles in die Schuhe schieben wird. Wobei sich das alte Sprichwort: Die kleinen Hängt man, die großen lässt man laufen! wieder genau so behaupten wird. Um die Bevölkerung zu beruhigen wir dann ein neuer Kranzabwurfplatz errichtet und in einigen Monaten ist Gras drüber gewachsen.....
So ist das immer, man mag es bedauern, ändern kann man es nicht...

10.08.2010
20:38
Sauerland in der Kritik
von Rodina | #71

21 Tote, 560 Verletzte, tausende Geschädigte:

Nach so einer Katastrophe sind Sauerlands Rücktritt und Rabes Entlassung allein nicht der Befreiungsschlag den diese Stadt verdient hätte.
Die roten und schwarzen und grünen verfilzten Seilschaften funktionieren leider nur zu gut.
Sauerland ist eh unhaltbar geworden, da ist dieser goldene Handschlag der Abwahl das richtige aus dieser eingefahrenen Parteisicht.
Aber die anderen Seilschaftenversager, wo bleibt deren Bekenntnis zur Verantwortung?

Mahlberg, löscht den CDU Server? Dient das der Aufklärung des Wählers?
Brandt schweigt laut und
Greulich musste offenbar zitiert werden. Braungebrannt deckt er vordergründig die offenen Flanken seines Chefs, hauptsächlich jedoch seine eigenen.
Die kleinen Beamten und Angestellten dieser Stadt haben nicht versagt , wie ihre überbezahlten männlichen und weiblichen Chefs.

Schönen Urlaub, Herr Gerste. Das Image dieser Stadt scheint ja nicht ihr Ding zu sein, obwohl wir BürgerINNEN sie dafür fürstlich bezahlen.
So sehen Hoffnungsträger sicher nicht aus! Wir brauchen dringendst einen moralischen und faktischen Kehraus!

Mein Vorschlag zur Güte: Bereitet euch selbst auch einen goldenen Handschlag und verschwindet wohlversorgt. Zusammen mit allen Dezernenten, die ebenfalls völlig überfordert waren.
Das käme uns Steuerzahlern auf lange Sicht billiger und würde dieser Stadt sicher gut tun!

09.08.2010
21:40
Sauerland in der Kritik
von taosnm | #70

#62

Danke für Ihre Antwort. Habe auch kurz in Ihren blog geschaut, doch heute leider wenig Zeit.

Ich denke über Möglichkeiten nach, wenn mir was Intelligentes einfällt, melde ich mich, weil die Situation in Duisburg einfach nur noch unerträglich ist.

Schönen Abend noch

09.08.2010
21:08
Sauerland in der Kritik
von http://duisblog.verwalten.ch | #69

# 61
Die Antwort der FDP finden sie wie beschrieben:
http://duisblog.verwalten.ch und dann ins Forum
Den Brief von Herrn Lensdorf möchte ich im wortlaut nicht veröffentlichen, dort ist aber das wesentliche zusammengefasst.

Scheinbar ausnahmslos jeder scheint auf dem Katastrophenfeuer sein Süppchen zu kochen. Die das oben machenw as sie wollen, und es sieht ganz so aus, als kämen sie auch noch damit durch. Das würde ich gerne verhindern, weiß nur nicht wie.

09.08.2010
20:28
Sauerland in der Kritik
von taosnm | #68

#56

Das Thema Urlaub hatte ich früher schon einmal angesprochen. Anscheinend gönnen aber die Duisburger ihrer hart arbeitenden Verwaltung die Auszeit.

Es beginnt ja schon mit Sauerland. Vor einem Riesenereignis in Urlaub zu gehen, zeugt schon von grosser Chuzpe, besonders angesichts der Tatsache, dass ja noch nichts genehmigt war. Also,
klassische Fehlleistung im Orga-Bereich.

Findet so etwas in einem privaten Unternehmen statt, gibt es für alle vor und nach dem Ereignis Urlaubssperre. Wieder Fehlleistung im Orga-Bereich.

Keiner der Urlaubsabwesenden kann behaupten, er hätte von nichts gewusst, denn die Nachricht von der Katastrophe ging schnell um die Welt. Bedeutet für alle, die unterwegs sind, sofort Urlaub abbrechen und an meinen Arbeitsplatz. Betrifft im übrigen auch alle Ratsmitglieder! Noch einmal klassische Fehlleistung.

Alle anderen Ungeheuerlichkeiten sind hinreichend diskutiert worden. Ich werde später duisblog.verwalten.ch anschauen.

Was Sie oben schildern, mit nicht vorhandenen oder falschen email-Adressen wirft offenbar auch ein bezeichnendes Licht darauf, wie man sein Amt versteht. Man sitzt mit offenem Mund und staunt.

Bitte, veröffentlichen Sie doch auch noch die Antworten. Danke.

09.08.2010
20:26
Sauerland in der Kritik
von Till Hoppelala | #67

Ich finde die Kritik der SPD polemisch. Und auf eine Anwaltskanzlei einzudreschen geradezu primitiv. Laßt uns Fakten sprechen.

24.7. nach dem Unglück: OB Sauerland erklärt in der PK, die Betroffenen hätten eine Mitschuld.
25.t. Auf der Pressekonferenz sagt der OB so gut wie nix.
26.7. Pressemitteilung des OB: er hat die Verwaltung beauftragt, Fragen zu beantworten.d.h. er ist außerhalb der Verwaltung.
29.7. Pressegespräch mit Bild: Er hat nix unterschrieben.d.h. wieder außerhalb der Verwaltung.
31.7. OB vertritt die Stadt nicht bei der Trauerfeier, obwohl im Dienst.
4.8. Stadtdirektor Greulich erklärt der Allgemeinheit, OB im Dienst, aber reden tu ich.
5.8. Dressler haut seinen Kollegen auf den Kopf.
OB antwortet im Schutz seiner Kollegen.
Ich fasse zusammen: unverantwortlich, feige und dumm. Dieser Mann soll diese Stadt wieder nach vorne bringen? Ich schäme mich. Die Grünen müssen mit ihrem Stadtdirektor ein interessantes Netzwerk leben, dass mehr als nur eine Lebensgestaltung für den Lebensgefährten von Janicki umfassen muss.
Und dann noch die königliche Berichterstattung von der Vorsitzenden der RP-Redaktion Duisburg, kein Urlaub vom OB ohne sie, wer denkt da an persönlicher Nähe und stellt etwas in Frage. Einfach die aktuellen Berichte von ihr bewerten!!!!
Aber jetzt kommt der Medienberater; ein ganzes Amt steht zur Verfügung, und Adolf hat sie wie alles andere auch nicht im Griff. Aber wer Schulklassen beeinflussen kann, kann keine Stadt wie Duisburg leiten. Aber er wollte auch nur spielen, und jetzt beim Unglück traut er sich nicht mehr unter der Decke hervor.

09.08.2010
20:07
Sauerland in der Kritik
von Schalk | #66

Lieber Herr Link,
die SPD hat Duisburg in Jahrzehnten sozialdemokratischer Stadtregierung finanziell kaputt gemacht. Deshalb steht es dieser Partei auch nicht gut an, sich jetzt populistisch an Herrn Sauerland abzuarbeiten. Können Sie sich überhaupt in die Situation des Bürgermeisters hineinversetzen, der unter permanentem Druck aus Düsseldorf, Berlin und auch vom Veranstalter und vor allem von herrn Pleitgen stand? Ich kann mich noch gut an die Diskussion über die Loverparade-Planung hier im Chat erinnern. Wer sich damals kritisch äußerte, der ist von den Leuten hier verbal weggebügelt worden, die heute Lynchjustiz an Herrn Sauerland vornehmen. Wer keine Schuld hat, der werfe........

09.08.2010
19:56
Blockierter Kommentar.
von http://duisblog.verwalten.ch | #65

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09.08.2010
19:37
Sauerland in der Kritik
von John9Five | #64

Die vollständige Pressemitteilung der Grünen Jugend Duisburg ist nachzulesen unter:
http://gj-duisburg.gj-nrw.de/Aktuelles.666.0.html
Titel: Zum Abwahlverfahren des Oberbürgermeisters

09.08.2010
19:37
Blockierter Kommentar.
von http://duisblog.verwalten.ch | #63

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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