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OB-Wahl

SPD in Duisburg feiert sich und ihren OB-Kandidaten Sören Link

17.06.2012 | 21:22 Uhr
Sören Link (SPD) mit Lebensgefährtin Sonja Bartsch und dem Duisburger SPD-Chef Ralf Jäger am Eingang des Rathauses.Foto: Hayrettin Özcan

Duisburg.   Jubel bei den Duisburger Sozialdemokraten, deren Kandidat Sören Link bei der OB-Wahl haushoch gewonnen hat. Bei der Stichwahl muss sich der 35-Jährige nun gegen Benno Lensdorf (CDU) behaupten. Der parteilose Michael Rubinstein ist enttäuscht, dass kein unabhängiger Bewerber in die Stichwahl geht.

Eine halbe Stunde lang sieht alles danach aus, als ob die SPD und ihr OB-Kandidat Sören Link die Stadt Duisburg im Sturm zurückerobert hätte. Eine halbe Stunde blicken sie im Ratssaal staunend auf die Leinwand und die ersten Ergebnisse aus den Stimmbezirken, die den gerade einmal 35-Jährigen konstant bei 54 Prozent sehen. Keine Stichwahl? Unglaublich! Und auch wenn die Zahl am Ende auf 48,30 Prozent sackt, die SPD feiert trotzdem. Sich selbst und vor allem Sören Link.

Vier Monate ist es her, da wurde in diesem Saal Adolf Sauerlands Abwahl als Oberbürgermeister bejubelt. Nun schiebt sich Ralf Jäger, NRW-Innenminister und Duisburgs SPD-Chef, durch die Tür und reckt die geballte Faust. Neben ihm ein in die Kameras strahlender Sören Link. „Ich freue mich, so weit vorne zu liegen, und dass ich mit meinem Konzept bei den Duisburgern so punkten konnte“, erklärt Link. Ihm gehe es sehr gut angesichts des Ergebnisses, das er wegen der insgesamt 13 OB-Kandidaten in dieser Höhe nicht erwartet hätte.

Lensdorf hofft auf einige Stimmen der Rubinstein-Anhänger

Und tatsächlich ist sein Sieg an diesem Abend ein sehr eindeutiger. Links Kontrahent bei der Stichwahl in zwei Wochen, der CDU-Mann Benno Lensdorf, erreicht mit 21,12 Prozent der Stimmen nicht einmal halb so viel wie Link. Der 69-Jährige, der als 1. Bürgermeister nach Sauerlands Abwahl diesen vertrat, gibt sich dennoch optimistisch. „Ich rechne das als Erfolg gemessen an der Ausgangssitutation“, sagt Lensdorf und: „Ich gehe davon aus, dass einige Stimmen, die jetzt an den parteiunabhängigen Michael Rubinstein gegangen sind, in der Stichwahl mir zufallen werden“.

OB-Wahl
OB-Wahl in Duisburg - So haben die Bürger gewählt

Die Duisburger müssen noch einmal ins Wahllokal, um ihren neuen Oerbürgermeister zu wählen. SPD-Kandidat Sören Link siegte zwar haushoch, kam aber nicht über 50 Prozent. Er tritt am 1. Juli gegen Benno Lensdorf an. Wie die Wähler in den Stadtbezirken für die 13 Kandidaten gestimmt haben.

Michael Rubinstein jedoch kann seine Enttäuschung nicht verhehlen. Noch am frühen Abend sieht man den 40-jährigen Geschäftsführer der jüdischen Gemeinde etwas aufgeregt, aber optimistisch zwischen seinen Unterstützern. Noch schwärmt er von dem Zuspruch, den er am Tag zuvor im Wahlkampf erfahren hat, von den vielen Schulterklopfern. Jetzt ist ihm anzusehen, dass er mehr erwartet hätte. Dabei ist er mit 11,58 Prozent Dritter geworden, noch vor der durchaus geschätzten Grünen-Kandidatin Ingrid Fitzek, die es auf gerade einmal 5,65 Prozent bringt.

Entäuschung, dass es kein Unabhängiger in Stichwahl schafft

„Ich habe so viel Herzblut in den Wahlkampf gesteckt. Ich bin enttäuscht, dass es kein Unabhängiger bis in die Stichwahl gebracht hat. Ich hoffe aber, dass die Menschen, die sich für die Abwahl Sauerlands engagiert haben, nun bei der Stange bleiben“, sagt Rubinstein.

Tatsächlich hatten sich nach dem von den Bürgern quasi erzwungenen Rücktritt Sauerlands 13 Kandidaten um dessen Nachfolge bemüht. Viele Unabhängige wie Rubinstein, die sich im Abwahlverfahren engagiert hatten, die sich für Duisburg ein Ende des lähmenden Nach-Loveparade-Zustandes wünschten. Dass man dem eloquenten wie smarten Rubinstein durchaus zutraute, es zumindest in die Stichwahl zu schaffen, ist Sonnatgabend im Rathaus deutlich zu spüren.

Kommentar
Ende des CDU-Intermezzos an Duisburger Stadtspitze absehbar

Bei der Oberbürgermeisterwahl schicken die Duisburger den SPD-Kandidaten Sören Link mit großem Vorsprung in die Stichwahl. Link kann sowohl auf Unterstützung im Rat als auch auf Hilfe von höherer Stelle hoffen.

Es kommt bekanntlich anders. Aber eben auch nicht so, wie es anfangs scheint, zu einem klaren Sieg des SPD-Mannes Sören Link. Noch um 18.30 Uhr staunt Theo Steegmann, der Sprecher der Bürgerinitiative Neuanfang Duisburg, über Links Ergebnisse: „Das hätte ich nicht gedacht, dass er so klar siegt“. Minuten später kippt die Situation. Die Stimmbezirke des SPD-nahen Nordens sind ausgezählt, nun ist der bürgerliche Süden an der Reihe. Am Ende sackt Link unter die alles entscheidende 50-Prozent-Marke.

Sauerland wurde seit Abwahl nicht mehr im Rathaus gesehen

Mancher, das ist häufiger zu hören, hätte sich den zweiten Wahlgang in zwei Wochen gerne erspart. Zumal die Wahlbeteiligung von gerade einmal 32,84 Prozent Übles für die Stichwahl befürchten lässt. „Sehr enttäuschend“, sagt Innenminister Jäger, „schließlich war dies doch keine Wahl wie jede andere!“.

Eine Stunde später ist der Jubel verebbt, das Rathaus wie leergefegt. Den Mann, der vor vier Monaten abgewählt wurde, hat man hier seitdem nicht wieder gesehen.

Link (SPD) in Duisburg vorn

Hayke Lanwert



Kommentare
19.06.2012
09:17
SPD feiert?
von Kravattenmuffel | #27

Wahlbeteiligung niedrig? Ich denke es ist in Ordnung. Duisburger sind nicht das Wahlvolk, das sich eigeninitiativ um Inhalte kümmert. Aber damit stehen sie nicht allein. Die Parteisoldaten reiten auf den Parteiideologien herum und die Parteilosen haben Schwierigkeiten, dass man ihren Namen behalten kann. Inhaltlich tut sich da nicht wirklich viel. Alle wollen das Beste für die Stadt. Die LoPa interessiert wirklich keinen mehr, was zwar den Betroffenen weh tun muss, aber das zu verleugnen wäre gelogen. Dies als Begründung für das Bürgermeisteramt anzuführen ist schon naiv. Das Parteiengezänk wird also weitergehen wie bisher und wenn es wirklich mal einen guten Vorschlag geben sollte, wird er darin zerrieben werden. Feiern? Warum.

18.06.2012
19:03
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #26

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

18.06.2012
14:27
SPD in Duisburg feiert sich und ihren OB-Kandidaten Sören Link
von liebelebenleidenschaft | #25

@ Heinzk1

die SPD ist das kleinere Übel? welche Partei bitte schön könnte Duisburg noch retten!
Aber kommen sie mir bitte nicht mit Wittsiepe und CO?

18.06.2012
12:59
Sich der Wahrheit stellen, lieber Heinzk1, …
von graphos | #24

… heißt anzuerkennen, dass es nur noch eine verschwindend kleine Minderheit interessiert, wie das Standing der Parteien zum Thema Loveparade war. Was jetzt und zukünftig zählt ist das Engagement der Politik und Verwaltung zu den dringlichen Themen Wirtschaft und Soziales. Alles andere ist hier sekundär. Und wer immer die gleiche Keule rausholt, besonders in dem Wissen, dass man damit IMMER trifft, der ist mehr Verhinderer als die, die jetzt mit ersten Gehversuchen sich an die wirklich schwierigen Probleme herantasten müssen. Ich für meinen Teil zumindest werde die künftige Spitze, wer auch immer das wird, an den zukünftigen Erfolgen messen, und nicht nach der Vergangenheit. Und dafür gibt´s von mir eine Frist bis zur nächsten Kommunalwahl.

18.06.2012
12:37
SPD in Duisburg feiert sich und ihren OB-Kandidaten Sören Link ...
von HeinzK1 | #23

... obwohl sie eigentlich keinen Grund dafür hat.

Die OB-Wahl wurde notwendig, weil Herr Adolf Sauerland (CDU) nicht die politische Verantwortung für die Loveparade übernehmen wollte. Sein Verhalten wurde in Duisburg - und darüber hinaus - kritisiert.

Keine im Rat vertretene Partei hat sich seit dem Unglück am 24. Juli 2010 mit Ruhm bekleckert.

Die erste große Rede wird Sören Link am 24. Juli 2012 halten müssen, falls er die Stichwahl gewinnt.

Die SPD sollte jetzt nicht übermütig werden, sie ist allenfalls das kleinere Übel.

18.06.2012
11:36
Die Frage ist doch nur,
von traurigeWahrheit | #22

warum so wenig wählen gehen, obwohl dieses Thema seit Wochen auch auf dieser Internetseite hochgehalten wurde. Geht es uns allen zu gut?
Gestern in München ging es um das Thema "Dritte Startbahn am Flughafen", ja oder nein. Auch dort eine schlechte Beteiligung, obwohl das Thema gerade von den BIs mit Hilfe der Grünen hochstilisiert wurde. Selbst bei Stuttgart21, das wochenlang sogar Bundesthema war, blieb 1/3 der möglichen Wähler zuhause. Man könnte endlos weitermachen.

Keine Ahnung, warum das so ist, vielleicht nehmen sich die BIs oder die Parteien, oder die Medien zu wichtig. Vielleicht interessiert das die Leute gar nicht, ob der BM Sauerland oder Jäger heisst, ob S21 gebaut wird oder nicht. Vielleicht ist das alles nur ein Thema für Politiker, die Themen brauchen, um Wahlkampf zu machen.

Man weiss es nicht.....

18.06.2012
11:14
Das schöne an Statistiken ist, …
von graphos | #21

… dass jeder sie interpretieren kann, wie er/sie will. Was für den einen der Sieg (knapp 50% Zuspruch für einen Kandidaten), ist für den anderen eine Niederlage (2/3 gingen nicht wählen).

Unterm Strich zählt für mich, dass die Mehrheit der Duisburger immer noch nicht begriffen hat, dass für eine Politik IMMER der Bürger verantwortlich ist. Er entscheidet, wer gewählt wird, er entscheidet über Mitarbeit in den Parteien, wie die Inhalte aussehen etc etc. Wenn sich also die Mehrheit der Duisburger dieser aktiven Beteiligung entzieht, dann ist es wohl kaum die Schuld derer, die sich aktiv beteiligen. Wer hier also meint, er/sie bekomme die für ihn/sie perfekt Politik ohne eigenes Zutun maßgeschneidert auf den Frühstückstisch serviert, der sollte dringend sein Grundverständnis hinterfragen wenn es um die Frage geht, in welcher Stadt wir eigentlich leben wollen. Im Moment habe ich den Eindruck, dass es den meisten sch…egal ist.

1 Antwort
SPD in Duisburg feiert sich und ihren OB-Kandidaten Sören Link
von traurigeWahrheit | #21-1

Absolute Zustimmung! Man macht sich das in der heutigen Zeit gerne einfach: Man erwartet sämtliche Annehmlichkeiten, man drischt auch gerne auf "die da oben" ein, aber wählen gehen oder selbst mal Verantwortung zu übernehmen, das tun die wenigsten. Dabei fängt Politikverdrossenheit bei einem selbst an.

18.06.2012
10:26
SPD in Duisburg feiert sich und ihren OB-Kandidaten Sören Link
von keineahnung88 | #20

Ich verstehe die Aufregung nicht. Die Duisburger Bürger hatten ihr eigenes Schicksal in der Hand. 68 % wollten nicht über ihre eigene Stadt mitbestimmen.Ich bin bekennender Rubinsteinwähler gewesen und somit gegen Sören Link, nur sollte man jetzt nicht den Fehler machen der SPD etwas vorzuwerfen.Sie haben ihre Chance genutzt.Jeder andere hätte das genauso gemacht. Das es zum Schaden Restduisburgs sein wird sollte jedem klar sein. Aber bitte nicht Vorhaltungen an einen Wahlsieger der demokratisch gewählt wurde!Ich werde nicht mehr wählen!

18.06.2012
10:20
War doch vorhersehbar
von vaikl2 | #19

Die Dusiburger wollten alles, nur keinen Sauerland mehr und die CDU in Duisburg hat die große Chance verpennt, diese vorhersehbare Niederlage durch einen vorzeitigen Rücktritt Sauerlands zu verhindern.

Wer so fahrlässig wie die CDU mit der politischen Zukunft seiner Partei umgeht, der hat auch keinen OB-Posten verdient.

Diese Unfähigkeit - oder besser: diese Bequemlichkeit, sich lieber mit Pöstchen zufrieden zu geben, statt Wahlen zu gewinnen - durchzieht eigentlich alle CDU-Parteiableger in den Ruhrgebiets-Städten.

Also, liebe Sauerland-Fans, fair bleiben und besser die Ursachen für den nun kompletten Niedergang in den eigenen Reihen suchen.

18.06.2012
10:04
SPD in Duisburg feiert sich und ihren OB-Kandidaten Sören Link
von woelly | #18

Die Dusselburger haben also mit einer Wahlbeteiligung von mickrigen 32,84% gewählt. Da ist die nächste Abwahl näher als der Neuanfang für Dusselburg. Ich lach mich schlapp, wenn die Stichwahl für das Grinsemänchen und Hofhündchen vom Jäger in die Hose geht.

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